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Schlammpeitzger (Misgurnus fossilis)

FFH-Art 1145

Der Schlammpeitzger (Misgurnus fossilis, LINNAEUS 1758) besitzt einen langgestreckten, walzenförmigen Körper und wird 20 bis 30 Zentimeter lang. Charakteristisch sind die längsgestreifte, gelb-braune Färbung an den Seiten und die (10) Bartfäden am Maul des Tieres.

Schlammpeitzger (Misgurnus fossilis) (Foto: Archiv Naturschutz LfULG, W. Fiedler)

Schlammpeitzger - Misgurnus fossilis (Foto: Archiv Naturschutz LfULG, W. Fiedler)

Lebensraum der Art sind stehende und langsam fließende Gewässer mit schlammigem Grund und ausreichendem Pflanzenwuchs. Als Nahrung dienen kleine Weichtiere und andere Bodenorganismen.

Der stationär lebende, dämmerungs- und nachtaktive Bodenfisch laicht im Zeitraum von April bis Juni, wobei die Eier (pro Weibchen bis zu 150.000) an Wasserpflanzen abgelegt werden.

Die Tiere graben sich bei ungünstigen Umweltbedingungen (zum Beispiel Austrocknung) bis zu 70 Zentimeter tief in den Schlamm ein und können aufgrund ihrer Darmatmung Sauerstoffmangel und hohe Temperaturen ertragen.

Der Schlammpeitzger ist in Sachsen im Tief- und Hügelland verbreitet, mit Vorkommensschwerpunkten in den Naturräumen Oberlausitzer Heide- und Teichgebiet, Königsbrück-Ruhlander Heiden, Westlausitzer Hügel- und Bergland und Riesa-Torgauer Elbtal. Hier besiedelt die seltene Art vorwiegend Bäche, Flüsse, Gräben, Lachen und Teiche (Nachweise in über 50 Gewässern).

Früher in Sachsen recht häufig, ist der Schlammpeitzger derzeit nach der Roten Liste vom Aussterben bedroht mit weiterer rückläufiger Bestandesentwicklung.

Wichtige Gefährdungsfaktoren sind Meliorationsmaßnahmen (Eingriffe in die Flusssohle wie Ausbaggerung, Grundräumung, künstlich veränderte Abflussregulierung, Uferverbau, Fließgewässerbegradigung), Gewässerausbau und -unterhaltung (Grundberäumung, Entkrautung), Errichten von Querbauwerken und Zerstörung von Kleingewässern.

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Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 62: Artenschutz

Dr. Ulrich Zöphel

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