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Luchs (Lynx lynx)

FFH-Art 1361

Der Luchs (Lynx lynx, L.) ist eine hochbeinige und kurzschwänzige Katzenart mit aufrecht stehenden, schwarzen Haarpinseln über den Ohren und charakteristischem Backenbart. Er besiedelt strukturreiche Waldlandschaften und gilt als ausgesprochener Waldbewohner.
Die dämmerungs- und nachtaktiven Tiere beanspruchen weiträumige Reviere und sind relativ standorttreu, bisweilen unternehmen sie jedoch ausgedehnte Wanderungen.

Die Ranzzeit liegt im Februar/März. Nach knapp zweieinhalb Monaten bringen die Weibchen im Mai/Juni zwei bis vier Junge zur Welt, die nach zwei bis drei Jahren die Geschlechtsreife erreichen.

Bevorzugte Beutetiere des Einzelgängers sind Rehe und andere Schalenwildarten, Hasen, Kaninchen, Waldhühner, Kleinsäuger.

Der Luchs ist in Sachsen wieder heimisch geworden (Foto: Archiv Naturschutz LfULG, H. Rank)

Der Luchs ist in Sachsen wieder heimisch geworden (Foto: Archiv Naturschutz LfULG, H. Rank)

Der Luchs, ein ehemals weit verbreiteter Bewohner der eurasischen Waldgebiete, ist in großen Teilen Mittel- und Westeuropas ausgerottet. Wiederansiedlungsversuche finden unter anderem auch in Deutschland statt.

In Sachsen gibt es sporadische Hinweise auf das Vorkommen von Luchsen seit den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts, die auf gelegentliche Zuwanderung schließen lassen. Insbesondere seit den 90er Jahren sind zahlreiche Einzelnachweise bekannt.
Dabei handelt es sich vorwiegend um Spurennachweise und Sichtbeobachtungen, vereinzelt auch um Reproduktionsnachweise durch Jungtiere.

Die Schwerpunkte liegen in der Sächsischen Schweiz, dem oberen Osterzgebirge und dem Westlausitzer Bergland. Weitere Beobachtungen stammen unter anderem aus den Naturräumen Zittauer Gebirge, Königsbrück-Ruhlander Heiden und angrenzende Bereiche sowie Elsterwerda-Herzberger Elsterniederung (Gohrischheide).

Zu den wesentlichen Gefährdungen des Luchses gehören die Zerschneidung von großräumigen Waldlandschaften durch Verkehrswege und Siedlungserweiterungen sowie direkte Nachstellungen. Als notwendige Schutzmaßnahme wird darüber hinaus die großräumige Vernetzung von Metapopulationen angesehen.

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Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 62: Artenschutz

Dr. Ulrich Zöphel

FFH-Art 1361

Die Sächsische Schweiz bietet einen idealen Lebensraum für den Luchs (Foto: Archiv Naturschutz LfULG, F. Richter)

Die Sächsische Schweiz bietet einen idealen Lebensraum für den Luchs (Foto: Archiv Naturschutz LfULG, F. Richter)

Der Luchsstein in Hinterhermsdorf (Foto: Archiv Naturschutz LfULG, G. Fünfstück)

Der Luchsstein in Hinterhermsdorf (Foto: Archiv Naturschutz LfULG, G. Fünfstück)

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