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Forschungsmethoden

Fledermäuse sind in Mitteleuropa eine stark gefährdete Säugetiergruppe und in Deutschland streng geschützt. Mit Hilfe der Markierung können wichtige Erkenntnisse über die Lebensweise der Arten gewonnen werden und so wirkungsvolle Schutzmaßnahmen eingeleitet und durchgeführt werden.

Fledermausmarkierung als Forschungsmethode

In Ostdeutschland kommen 20 Fledermausarten regelmäßig vor. Durch die Markierung der Tiere mit den speziellen Ringen wurden schon viele überraschende Erkenntnisse zum Wanderverhalten, der Quartiertreue und der Lebensdauer und der Lebensweise der einzelnen Arten gewonnen.
Fotografie einer Wasserfledermaus

Wasserfledermaus - Myotis daubentonii (Foto: Archiv Naturschutz LfULG, M. Wilhelm)

Den Fledermäusen wird als »Reisepass« eine kleine Metallklammer um den Unterarm gelegt.

Die Armklammern werden von der Markierungszentrale ausgegeben. Je nach Größe der Fledermausart wiegt eine Klammer zwischen 0,04 und 0,1 g. Bei einer Körpermasse der einheimischen Fledermäuse zwischen 5 und 35 g stellt diese Markierung keine nennenswerte zusätzliche Belastung dar.

Auf der Klammer ist die Kennung der Zentrale und eine Nummer eingeprägt. Dadurch kann eine markierte Fledermaus eindeutig wiedererkannt werden (siehe auch: Kennzeichenliste).

Vorbereitung zur Markierung (Foto: R. Brockmann)

Foto: eine Fledermaus, welche gerade einen Markierungsring bekommt

Markierung eines Braunen Langohrs (Foto: U. Zöphel)

Markierte Bechsteinfledermaus

Markierte Bechsteinfledermaus - Myotis bechsteinii (Foto: R. Brockmann)

Fledermausmarkierungen erfolgten 1932 weltweit erstmals in Brandenburg.

Herr M. Eisentraut führte die Markierungsmethode mit Ringen in Deutschland ein. Er beringte 7.000 Mausohren in zwei großen Winterquartieren. Die Tiere wurden in einem Umkreis bis 260 km wiedergefunden. In Dresden wurden von Herrn W. Meise seit 1934 Abendsegler markiert. Der Fund eines beringten Tieres in Litauen im Juni 1935 in 750 km Entfernung war damals eine große Überraschung: Eine Karte der protokollierten Flugstrecken finden Sie nachfolgend.

Karte: Flugstrecken der Abendsegler

Flugstrecken von Abendseglern, die in der Dresdner Frauenkirche überwintern

Die Untersuchungen werden von Freizeitforschern in Zusammenarbeit mit der Markierungszentrale durchgeführt.

Die Beringer weisen durch eine Prüfung ihre Qualifikation nach. Sie erhalten von den Naturschutzbehörden für ihre Tätigkeit eine Ausnahmegenehmigung. In Ostdeutschland sind gegenwärtig etwa 40 Fledermausberinger in allen fünf Bundesländern tätig (siehe Verbreitungskarte). Sie bearbeiten über viele Jahre abgestimmte wissenschaftliche Untersuchungsprogramme (siehe Balkendiagramm). Jährlich werden in Ostdeutschland etwa 10.000 Fledermäuse markiert. Der Anteil der Arten ist unterschiedlich und ergibt sich aus den Beringungsprogrammen und der Kontrollierbarkeit der Bestände.

Tätigkeit einzelner Beringer

Tätigkeit einzelner Beringer seit 1964 - die Balken stehen für die einzelnen Beringer (aus: 40 Jahre Fledermausmarkierungszentrale Dresden)

Markierungen (und Wiederfunde) pro Art in Ostdeutschland seit 1964

Markierungen (und Wiederfunde) pro Art in Ostdeutschland seit 1964

Marginalspalte

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Fledermausmarkierungszentrale

Dagmar Brockmann

Publikation »40 Jahre Fledermausmarkierungszentrale«

40 Jahre Fledermausmarkierungszentrale