Wetter - / Witterungsextreme in Sachsen
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Wetter - / Witterungsextreme in Sachsen

Menschen haben aus ihrem bisherigen Erleben Vorstellungen und Eindrücke, was Extremereignisse waren. Die objektive Identifizierung von bisherigen Extremereignissen erfordert aber spezifische mathematische Methoden.

Eine Möglichkeit dazu ist die Berechnung sogenannter Perzentile (Prozentsätze) für die Messreihen von Klimaparametern, wie z. B. des Jahresmittels der Lufttemperatur. Dabei werden zunächst für die Einzelwerte die Abweichungen vom entsprechenden Wert in der 30-jährigen Klimareferenzperiode 1961 bis 1990 bestimmt. Zum Sichtbarmachen witterungsbedingter Extreme erfolgt dann eine Bewertung der Abweichungen durch Hervorheben der jeweils kleinsten und größten 20 % der ermittelten Abweichungen (siehe »Veranschaulichung der Perzentilbestimmung« in der Box rechts). Die restlichen dazwischen (um den Mittelwert) liegenden 60 % der ermittelten Abweichungen werden als Schwankungsverhalten (z. B. von Jahr zu Jahr) betrachtet. Für die Identifizierung von Extremen in der Klimaentwicklung in Sachsen werden die in der folgenden Abbildungen dargestellten Perzentile verwendet.

Verwendete Perzentile (Prozentsätze) und deren Eigenschaften für die Lufttemperatur (oben), den Niederschlag (Mitte) und die Sonnenstunden (unten)

Verwendete Perzentile (Prozentsätze) und deren Eigenschaften für die Lufttemperatur (oben), den Niederschlag (Mitte) und die Sonnenstunden (unten); Quelle: LfULG

Für überregionale Vergleiche der Klimaentwicklung werden auch feste Schwellenwerte verwendet. Solche sind z. B.:

  • Sommertage → Tage mit einem Maximum der Lufttemperatur größer als 25 °C
  • Heiße Tage  → Tage mit einem Maximum der Lufttemperatur größer als 30 °C
  • Tropennächte → Tage mit einem Minimum der Lufttemperatur größer als 20 °C
  • Starkregen → z. B. mehr als 20 Liter Regen pro Quadratmeter in 8 Stunden (auch verschiedene andere Schwellenwerte sind gebräuchlich).

Sachsen weist große geografische Unterschiede auf (Mittelgebirge – Gebirgsvorland – Tiefland). Deshalb reichen feste Grenzen nicht aus, um die lokale Betroffenheit von Mensch, Flora/Fauna und Infrastruktur von Extremereignissen zu erfassen. Dagegen hat sich die Verwendung der Perzentile lokaler Zeitreihen - insbesondere beim Niederschlag - als zielführend erwiesen.

Die bisherigen Klimamodelle waren auf die Projektion von Mittelwerten meteorologischer Parameter, z. B. der Lufttemperatur, unter zukünftig möglichen Klimabedingungen gerichet. Für die Einschätzung von zukünftig möglichen Extremen sind sie nicht geeignet.  Zurzeit wird an dafür geeigneten Modellen für Sachsen gearbeitet (siehe Berichte unten).

Diagramme und Karten zur Klimaentwicklung werden im Regionalen Klimainformationssystem Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen (ReKIS, siehe Box rechts) bereitgestellt. Dort können auch Zeitreihen meteorologischer Parameter und die in den u. g. Berichten enthaltenen Abbildungen heruntergeladen werden.

Für Kommunen stehen unter »ReKIS kommunal«  speziell aufbereitete Informationen zur Verfügung.

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Bild: Wolken über Europa

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 51: Klima, Luftqualität

Dr. Johannes Franke

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  • E-MailE-Mail
  • Internetseitewww.smul.sachsen.de/lfulg

Weiterführende Informationen

ReKIS - Regionales Klima-Informationssystem Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

ReKIS - Regionales Klima-Informationssystem Sachsen/ Sachsen-Anhalt/ Thüringen