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Das Elbsandsteingebirge

Hohe Felstürme, schroffe Wände, bis zu 450 Meter Höhenunterschied - das ist das Elbsandsteingebirge.

Vor 100 Millionen Jahren stieg der Meeresspiegel weltweit stark an und einer der größten Meeresvorstösse der Erdgeschichte überflutete weite Gebiete in Mitteleuropa, so auch die Elbezone zwischen dem Erzgebirge und der Lausitz.

An manchen Stellen brandete das Meer gegen massive Felswände und schliff Hohlkehlen und Brandungstaschen hinein. Heute noch sind die ehemaligen Steilküsten erkennbar. In den Brandungstaschen liegen große Gerölle, oder sie sind mit den Schalenbruchstücken von Muscheln, Schnecken und Seeigeln aufgefüllt, wie am berühmten »Hohen Stein« im Dresdener Stadtteil Plauen. Dieser ehemalige Steinbruch lieferte unzählige, sehr gut erhaltene Versteinerungen. So konnte auch die Lebenswelt des Kreidemeeres gut untersucht werden.

Panoramaaufnahme des Elbsandsteingebirges mit Blick auf die Barbarine am linken Bildrand

Elbsandsteingebirge, Quelle: LfULG

Über Millionen von Jahren wurde der schmale Meeresarm mit Kiesen, Sanden und Tonen langsam gefüllt. Die einmündenden Flüsse kamen von Norden und von Süden. Liefergebiete für den in der Bucht abgelagerten Gesteinsschutt waren das Erzgebirge und die Lausitz. Im Raum Dresden, etwas entfernt von den Flussmündungen, bildete sich ein feinkörniges Gestein mit hohem Kalkgehalt. Dieses nach dem Stadtteil Plauen benannte Gestein, der Pläner, verwittert sehr leicht und ist die Ursache für die kesselförmige Verbreiterung des Dresdner Elbtals.

Weiter im Osten entstand im Laufe der Zeit eine 400 Meter mächtige Abfolge von Sandsteinbänken, eine riesige kompakte Sandsteintafel. Je nach Große der Quarzkörner und der Zusammensetzung des Bindemittels zwischen den Körnern sind die Sandsteine von Bank zu Bank und von Steinbruch zu Steinbruch unterschiedlich fest verbacken und damit verschieden hart und widerstandsfähig.

Erosion

Vor etwa 65 Millionen Jahren (an der Grenze zwischen Kreide und Tertiär) zog sich das Meer zurück, und die Erosion begann, die typischen Landschaftsformen zu schaffen. Täler schnitten sich ein, und Verwitterungsschutt wurde abtransportiert. Die bizarren Absonderungsformen kommen durch die fast waagerechten Schichtfugen des dickbankigen Sandsteins und die senkrechten Klüfte zustande, die das Gestein in Quader zerlegen. Weichere Schichten verwittern schneller. Es entstehen tiefe Kerben in den Felswänden, und irgendwann bricht das Gestein entlang einer senkrechten Kluft ab. Die so entstandenen quaderförmigen Felsberge heißen »Steine« (Lilienstein, Königsstein, Pfaffenstein). Neben diesen Tafelbergen gibt es stark zerklüftete Felsreviere mit bizarren Nadeln und Türmen, Zinnen und Höhlen sowie Schluchten und Klammen wie z.B. die Schrammsteine und das Umfeld der Bastei. Zwischen ihnen liegen die Täler der Nebenflüsse der Elbe, die »Gründe« genannten werden. Die Verwitterung hat die ehemals zusammenhängende Sandsteintafel in schroffe Blöcke zerlegt.

Vulkanische Aktivitäten

Im Tertiär brachen immer wieder Vulkane im späteren Gebiet des Elbsandsteingebirges aus. Einzelne dieser Basaltdurchbrüche sind heute noch markante Berge in der Sächsischen Schweiz. Im Gegensatz zu den quaderförmigen »Steinen« nennt sie der Volksmund »Berge«, z.B. Winterberg und Cottaer Spitzberg.

Lange Zeit war aber der Sandsteinabbau in der Sächsischen Schweiz von großer Bedeutung. Heute sind nur noch wenige Brüche in Betrieb. Sie lieferten zum Beispiel die Sandsteine für den Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche.

Nationalpark »Sächsische Schweiz«

Der 1990 gegründete Nationalpark Sächsische Schweiz besteht aus zwei Gebieten mit insgesamt 93,5 Quadratkilometern. Davon sind 92 Prozent Waldflächen. Der Nationalpark ist durch über 400 Kilometer Wanderwege erschlossen.

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Bild: Thematische Illustration: Geotope

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Dr. Kurt Goth

  • TelefonTelefon: (03731) 294-1208
  • TelefaxTelefax: (03731) 294-1099
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