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Der Sächsische Geologische Dienst und die Industrielle Revolution in Sachsen

Nach einer Eingabe der Leipziger, Freiberger und Dresdner Professoren Naumann, Cotta und Geinitz fasste Anfang 1872 die Sächsische Landesregierung mit Zustimmung der beiden Ständekammern den Beschluss zur Durchführung einer neuen Geologischen Landesaufnahme. Sie beauftragte damit den Leipziger Professor Hermann Credner.

Carl Friedrich Naumann war Professor für Geognosie ) und Kristallographie in Freiberg und in Leipzig und begann 1832 gemeinsam mit seinem Nachfolger Bernhard Cotta die Bearbeitung der Geognostischen Karte von Sachsen

Links: Professor für Geognosie Carl Friedrich Naumann (1797-1873), rechts: Bernhard Cotta (ab 1858 Bernhard von Cotta) (1808-1879), Quelle: LfULG

Eigens dafür hatte der sächsische Generalstab als Kartengrundlage eine topographische Karte im Maßstab 1 : 25 000 bereit zu stellen, die erstmalig in Deutschland auf metrischer Grundlage geschaffen worden war. Diese genauere geologische Spezialkarte hatte zur Aufgabe, geologisch fundierte Grundlagen für die Aufsuchung der von Industrie und Gewerbe benötigten Brenn-, Roh- und Baustoffen sowie die erforderlichen Informationen zum Baugrund für den Eisenbahn-, Brücken- und später auch Talsperrenbau zu liefern.

Hanns Bruno Geinitz war als Geologe, Mineraloge und Paläontologe in Dresden tätig. Hermann Credner wurde 1872 mit der Leitung der Geologischen Landesaufnahme betraut und war erster Direktor des Sächsischen Geologischen Landesamtes

Links: Geologe, Mineraloge und Paläontologe Hanns Bruno Geinitz (1814-1900), rechts: erster Direktor des Sächsischen Geologischen Landesamtes Hermann Credner (1841-1913), Quelle: LfULG

In der ersten Tätigkeitsperiode der Geologischen Landesuntersuchung wurden 1875/76 mit Chemnitz, Lichtenstein und Zwickau die ersten drei Blätter der neuen »Geologischen Specialkarte des Königreiches Sachsen« vorgelegt. Die Herausgabe dieses Kartenwerkes kam 1908 zum Abschluss. Das sogenannte Granulitgebirge zwischen Rochlitz und Rosswein erhielt 1884 eine eigene Darstellung 1 : 100 000. Parallel erschienen Übersichten zu den Steinkohlenrevieren Zwickau (1877), Oelsnitz (1891) und Döhlen (heute zu Freital gehörig) (1892). Von Interesse für die Volksbildung waren Geologische Übersichtskarten 1 : 250 000 und 1 : 500 000, die 1908 und 1910 auf einer neuen, gegenüber älteren Kartenwerken verbesserten Faktenlage erschienen. Noch heute unentbehrlich sind die Monographien der Erzlagerstätten bzw. Erzgänge von Berggießhübel 1890, Annaberg 1894 und Freiberg 1901. Hingewiesen werden soll auch auf die geologische Profilierung sächsischer Eisenbahnstrecken zwischen 1873 bis 1894. In Verbindung mit der geologischen Geländeaufnahme wurden als Belege verschiedene Sammlungen angelegt. Später als Regional-, Sektions- und Dünnschliffsammlung bezeichnet, werden sie heute vom Landesamt für Umwelt Geologie und Landwirtschaft im Sächsischen Gesteins-Analytikzentrum am Dienstort Freiberg verwahrt.

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Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Dr. Harald Walter

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