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Grundwasser im Braunkohlenbergbau

Für den Abbau von Braunkohle muss der Grundwasserspiegel großflächig abgesenkt werden. Mit Erreichung der Förderhöchstleistung Ende der achtziger Jahre entstanden so sehr große Grundwasserabsenkungstrichter, die bis zu 80 m tief sind. Für das Lausitzer Braunkohlenrevier wurde 1990 die Größe des Absenkungstrichters  mit ca. 2.040 km² und für das Mitteldeutsche Braunkohlenrevier mit ca. 1.200 km² angegeben. Das Grundwasserdefizit in diesen Bereichen betrug rund 13 Mrd. m³. Ein zentrales Ziel des Sanierungsbergbaus in den stillgelegten Braunkohlentagebaubereichen ist es, einen sich weitgehend selbst regulierenden Wasserhaushalt herzustellen. Dazu zählt auch die Wiederauffüllung des großflächigen Grundwasserdefizits.

Durch die Überführung der aktiven Tagebaue in den Sanierungsbergbau und durch die Flutung der Restlöcher hat sich bis 2010 das Defizit um ca. 8 Mrd. m³ auf noch verbleibende 5 Mrd. m³ verringert. Nach vorliegenden Prognosen kann das Grundwasserdefizit im Sanierungsbergbau bis zum Jahr 2025 in Mitteldeutschland auf 38 % und in der Lausitz auf 11 % reduziert werden. Hat sich der selbst regulierende Wasserhaushalt wieder eingestellt, können sich auch wieder die historischen Flurabstände einstellen. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, das es in den Bereichen des Absenkungstrichters zu Setzungserscheinungen bei den entwässerten geologischen Schichten gekommen ist, so dass hier eine Wiedereinstellung der historischen Grundwasserstände zumindestens fraglich ist. Bisher liegen keine belastbaren Vergleichszahlen zwischen den Grundwasserständen vor und nach dem Braunkohlenbergbau vor, weil vor allem vor der Grundwasserabsenkung keine Werte für die damals vorhandenen Grundwasserstände vorhanden bzw. auffindbar sind.

Insbesondere in den Bereichen des Grundwasserwiederanstiegs treten massive Probleme der Grundwasserqualität infolge der Pyritverwitterung auf. Je höher der Grundwasserstand ist, desto mehr vorhandene Potentiale an Säure, Eisen und Sulfat werden gelöst. Ammonium und Nitrat sowie in deutlich geringerem Umfang auch Cadmium und Arsen sind weitere Parameter, die verstärkt im Grundwasser der Braunkohlenbergbaugebiete auftreten.

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Bild: Grundwassermessstelle am Bockwitzer See, Foto: Gernot Viehweger 2014

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 43: Siedlungswasserwirtschaft und Grundwasser

Dr. Peter Börke

Weiterführende Informationen