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Oberflächennahe Geothermie

Nutzung von Erdwärme in Sachsen

Im Freistaat Sachsen ist mit einer für Mitteleuropa »normalen« Erdwärmezunahme nach der Tiefe zu rechnen (etwa 3 Grad pro 100 m Tiefe). Die in der Erdkruste gespeicherte Wärmemenge reicht aus, um mit sachgerecht dimensionierten Wärmepumpenanlagen eine Klimatisierung (Heizen und/oder Kühlen) und eine Warmwasserbereitstellung zu gewährleisten.

Somit stellt Erdwärme auch in Sachsen seit einigen Jahren zunehmend eine umweltfreundliche Alternative gegenüber konventionellen Systemen auf Öl- bzw. Gasbasis zum Beheizen sowie zur Warmwasserbereitung von Einfamilienhäusern oder auch größeren Gebäuden dar.

Die Anzahl der in Sachsen installierten Erdwärmeanlagen nimmt stetig zu (aktuell fast 13000 Anlagen). Der Großteil davon sind mit ca. 95 Prozent Erdwärmesonden.

Erdwärmeanlagen in Sachsen (kumulative jährliche Entwicklung und Verteilung der Anlagentypen), Quelle: LfULG

Aktuell (Stand IV/2016) werden in Sachsen mittels oberflächennaher Geothermie bereits rund 12.936 Erdwärmeanlagen mit einer installierten Gesamtleistung von ca. 150 MWth betrieben. Damit werden einzelne Gebäude, Wohnanlagen, Bürokomplexe, Schwimmhallen und gewerbliche Flächen beheizt sowie mit Warmwasser und ggf. auch mit Kühlung versorgt. Zu den häufigsten Nutzungsformen gehören dabei die mittels Erdwärmesonden betriebenen Anlagen, gefolgt von kollektor- und brunnenbetriebenen Erdwärmeanlagen.

Informationsbroschüre Erdwärmesonden

Der 2007 erstmals veröffentlichte Leitfaden »Erdwärmesonden - Leitfaden zur Nutzung von Erdwärme mit Erdwärmesonden« wird von der 2014 fünften aktualisierten Auflage »Erdwärmesonden – Informationsbroschüre zur Nutzung oberflächennaher Geothermie« ersetzt.
Die neue Informationsbroschüre soll über die Nutzung dieser umweltfreundlichen, erneuerbaren Energieform aufklären. Es werden die in Sachsen geltenden Gesetze und Richtlinien aufgezeigt und neue Erkenntnisse in der Planung sowie Tipps und Hinweise gegeben. Dabei steht die in Sachsen weit verbreitete Variante der Erdwärmesondennutzung im Vordergrund.

Die Informationsbroschüre richtet sich an interessierte Bauherren, sowie an Planer, Bohrfirmen, Anlagenbauer und Behörden.

Bei Anlagen mit grundstücksübergreifender Nutzung sowie bei Bohrtiefen ab 100 m ist zusätzlich eine Vorhabensanzeige beim Sächsischen Oberbergamt durchzuführen. Von großer Bedeutung sind bei der Planung sowie beim Bau von Erdwärmeanlagen rechtliche Vorgaben und Qualitätssicherung. Dabei müssen verschiedene Aspekte bei der Planung und Errichtung beachtet werden. Die Anforderungen an eine fachgerechte Bauausführung sind in der Informationsbroschüre Erdwärmesonden enthalten und zusätzlich als pdf unter nachfolgendem Link zu finden:

Merkblatt Grundwasserwärmepumpen

Die im Grundwasser gespeicherte Energie kann auch zum Heizen und Kühlen von Gebäuden genutzt werden. Dies kann z.B. durch den Bau von zwei Brunnen und einer entsprechenden Heizungsanlage mit Wärmetauscher erfolgen. Diese Systeme werden als Grundwasserwärmepumpen bezeichnet. Um bei der Errichtung solcher Anlagen den Vorgaben des vorsorgenden Gewässerschutzes gerecht zu werden, wurde ein Merkblatt zu Planung, Bau und Betrieb von Grundwasserwärmepumpen erstellt, dass sich vorrangig an Bauherren und Betreiber, Planungsfirmen, Behörden, aber auch an die interessierte Öffentlichkeit richtet. 

Geothermieatlas Sachsen - Karten des oberflächennahen geothermischen Potenzials 1 : 50 000

Ausschnitt aus der Interaktiven Geothermischen Potenzialkarte Sachsens (GTK50)

Ausschnitt aus der Interaktiven Geothermischen Potenzialkarte Sachsens (GTK50), Quelle: LfULG

Der Freistaat Sachsen stellt das oberflächennahe geothermische Potenzial in Form der geothermischen Entzugsleistung stufenweise bis 130 m Tiefe auf interaktiven digitalen Karten im Maßstab 1 : 50 000 in den nächsten Jahren flächendeckend dar.

Dieser Geothermieatlas dient der Erstorientierung bei der Realisierung von Erdwärmesondenvorhaben < 30 kW Heizleistung (Einfamilienhausbereich). Die sorgfältige Planung und konkrete Wirtschaftlichkeitsberechnung von Einzelvorhaben soll damit unterstützt, kann jedoch keinesfalls ersetzt werden.

Nähere Informationen zum Gebrauch und zur Entstehung der Geothermischen Potenzialkarte Sachsens stehen in den dafür erstellten Erläuterungen zur Verfügung.

In Gebieten mit unterirdischen Hohlräumen sollte gemäß § 7 der Sächsischen Hohlraumverordnung (SächsHohlrVO) bei Bauvorhaben rechtzeitig vor Erstellung der Bauvorlagen beim Sächsischen Oberbergamt eine Mitteilung über mögliche Gefahren aus unterirdischen Hohlräumen eingeholt werden. Weiterführende Erklärungen zur Hohlraumkarte sind auf der Internetseite des Sächsischen Oberbergamtes zu finden:

»Erdwärmeliga Sachsen«

Die »Erdwärmeliga Sachsen« versteht sich als eine Rangliste der bei der Erdwärmenutzung erfolgreichsten Landkreise und Städte. Die installierten Erdwärmeanlagen in Sachsen werden über eine Datenbank anhand der in den Unteren Wasserbehörden und im LfULG angezeigten Erdwärmevorhaben erfasst.
Über ein Punktbewertungssystem entsteht ein Vergleich der Landkreise und kreisfreien Städte. An die Spitze rücken die Landkreise oder die Städte mit den meisten Erdwärmeanlagen pro Einwohner. Ebenso zählt die pro Einwohner installierte Heiz- und Kühlleistung.
Mit Stand November 2016 führt im Vergleich der Landkreise der Landkreis (LK) Leipzig, gefolgt vom LK Nordsachsen. An dritter Stelle steht der LK Sächsische Schweiz/Osterzgebirge. Im Vergleich der kreisfreien Städte liegt Leipzig vor Chemnitz und Dresden.

In Sachsen wurde die Idee einer Erdwärmeliga geboren. Mittlerweise hat sich das Bewertungssystem etabliert und führte zum bundesweiten Ranking, der erdwärmeLIGA Deutschland.

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Bild: Oberflächennahe Geothermie

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Karina Hofmann

  • TelefonTelefon: (03731) 294-1409
  • TelefaxTelefax: (03731) 294-1099
  • E-MailE-Mail

Geothermische Karten

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