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Gletscher- und Windschliffe in den Hohburger Bergen

»Sollten die nordischen Gletscher wirklich von den skandinavischen Bergen bis an die Wurzener Hügel gereicht haben? Mich friert bei dem Gedanken.« (B. von Cotta, 1808-1879)

Vor etwa 160 Jahren war die Wissenschaft noch davon überzeugt, dass die eiszeitlichen Ablagerungen und Findlinge durch ein riesiges von Skandinavien bis nach Mitteleuropa reichendes Meer nach Süden gelangten und hier abgelagert wurden.

Es fehlte ein Beweis für eine Gletscherwirkung. Und genau diesen fand der sächsische Geologe C.F. Naumann 1844 in den Hohburger Bergen bei Wurzen. Es handelt sich um die Felsschliffe auf dem Kleinen Berg.

Fotografie: Gletscher- und Windschliffe in den Hohburger Bergen

Gletscher- und Windschliffe in den Hohburger Bergen, Quelle: LfULG

Entstehung der Felsschliffe

Während der quartären Inlandvereisung überdeckte mehrmals ein bis zu 300 Meter mächtiger Eispanzer die Landfläche. Das Eis umschloss, aus nördlichen Richtungen kommend, auch die Kuppen der Hohburger Berge und formte diese zu langgestreckten Hügeln (Rundhöckern) um. Die dem Gletscher zugewandten Felsoberflächen wurden durch das Inlandeis selbst und durch im Eis eingefrorene Partikel von Feinsand, Schluff und Ton abgetragen und glänzen dadurch im Sonnenlicht. Porphyr, auf dem die Schliffe ausgebildet sind, ist ein sehr hartes Gestein. So blieben die Gletscherschrammen bis heute sichtbar.

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Bild: Thematische Illustration: Geotope

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Dr. Kurt Goth

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