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Scheibenberg

Vom Egergraben aus erhebt sich das Erzgebirge mit einem steilen Südhang. Nach Norden fällt es langsam wie ein Pult ab. Die Hebung des Erzgebirges begann vor 30 Millionen Jahren. Auf tief reichenden Brüchen in der Erdkruste stieg Magma auf. Entlang des gesamten Egergrabens kam es an vielen Stellen zu Vulkanausbrüchen. Teilweise floss die Lava in den Flusstälern nach Norden.

Die Zeugenberge Pöhlberg, Bärenstein und der Scheibenberg sind Überreste dieser Lavaströme. Infolge der weiteren Hebung haben sich die Flüsse tief eingeschnitten. Viel Gesteinsmaterial wurde dabei in Richtung Nordsee transportiert. Von den Vulkanen und Lavaströmen auf dem Erzgebirge blieben nur Reste erhalten.

Vor der Heraushebung der Erzgebirgsscholle durchquerten die Flüsse aus dem Böhmischen kommend dieses Gebiet. Unter den drei Zeugenbergen im Erzgebirge (Bärenstein, Pöhlberg, Scheibenberg) liegen ihre Ablagerungen: Kiese, Sande und Tone.
Die abfließende Lava folgte also den vorhandenen Tälern und bildete nach dem Abkühlen langgestreckte Gesteinskörper. Basalt verwittert langsamer als die kristallinen Gesteine. Im Laufe der Zeit überragten die Reste der Basaltdecken als Tafelberge die Umgebung. Es kam zu einer Reliefumkehr. Dort, wo früher das Tal verlief, finden wir heute die Berge.

Basaltische Magmen sind wegen des geringen Kieselsäuregehaltes sehr beweglich. »Basalt« ist der Name für eine ganze Gesteinsgruppe, die man nur durch wissenschaftliche Untersuchungen unterscheiden kann.

Wenn Lava erkaltet, verliert sie an Volumen. Durch das Zusammenziehen entstehen Risse, die senkrecht zu den Abkühlungsflächen verlaufen. Dabei bilden sich meterlange Säulen. Ein Lavastrom kühlt an der Oberfläche viel schneller ab als an der Basis, wo es zu einem Wärmestau kommt.

Erkaltete Lavaströme haben deshalb oft an der Basis dickere Säulen als oben. Am Scheibenberg werden sie »Orgelpfeifen« genannt.

Fotografie: Scheibenberg

Scheibenberg, Quelle: LfULG

Der Streit um die Entstehung des Scheibenbergs

Weltberühmt wurde der Scheibenberg durch den so genannten »Neptunistenstreit« vor 200 Jahren. Der heute kurios wirkende Streit unter den Wissenschaftler entbrannte um die Entstehung des Basalts.

Neptunisten und Plutonisten standen sich viele Jahre unversöhnlich gegenüber. Nach Meinung der Neptunisten waren alle Gesteine aus dem Wasser abgeschieden worden, auch der Basalt. Richtig erkannten sie, dass diese Berge keine Vulkanbauten sind. Ihre Schlussfolgerung, dass der Basalt als durchgehende Schicht aus dem Wasser abgelagert wurde, war dagegen falsch.

Heute wissen wir, dass der Basalt erstarrte Lava aus einem Vulkan ist, die Plutonisten also Recht hatten. Wird sehr viel Lava ausgestoßen, dann fließt sie wie jede Flüssigkeit nach unten. Erreicht sie ein Flusstal, kommt es zum Kontakt der heißen Lava mit dem Wasser des Flusses. Das darin enthaltene Wasser verdampft, und es kommt zu heftigen Wasserdampfexplosionen.

Dabei mischen sich Lavabrocken und Flusssedimente. Die Mächtigkeit der Übergangszone zwischen Flusssedimenten und Lavastrom beträgt mehrere Meter. Die Geologen nennen solche Gesteine Peperite.

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Bild: Thematische Illustration: Geotope

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Dr. Kurt Goth

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