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Sonderuntersuchungen Hochflutsedimente Juni-Hochwasser 2013

 

Aufgrund der extremen Hochwassersituation in Sachsen fand durch die Überschwemmungen ein erheblicher Sedimenteintrag in landwirtschaftlich genutzte Flächen, aber auch in Siedlungsflächen statt. Zur Einschätzung eines möglicherweise damit verbundenen Schadstoffeintrages wurden seit dem 03.06.2013 ergänzend zum planmäßigen Bodenmessprogramm zusätzliche, stichprobenhafte Sonderuntersuchungen auf Überschwemmungsflächen ausgewählter Fließgewässerabschnitte mit Alarmstufe 4 durchgeführt. Eine vollständige Ereignisanalyse des Hochwassers 2013 und Auswertungen zu den Schadstoffeinträgen durch die Hochflutsedimente finden sich in einem umfassenden Bericht.

Die Probenahme erfolgte schrittweise und in direktem zeitlichen Bezug zum Rückgang des Hochwassers; einzelne Flächen der Elbaue konnten aufgrund des Wasserstandes erst mit zeitlicher Verzögerung beprobt werden.

Nach derzeitigem Stand der Untersuchungen hat sich die Belastungssituation der überschwemmten Standorte durch das eingetragene Sediment nicht wesentlich verändert. Die Sonderuntersuchungen ergaben einzugsgebiets- bzw. gewässertypische Schadstoffgehalte mit teilweise erhöhten Konzentrationen einzelner Parameter bzw. Parametergruppen. Diese stehen bei den Hochwassersedimenten im Zusammenhang mit erhöhten Stoffeinträgen in die Gewässer infolge hochwasserbedingt verstärkter Abschwemmungen von den Umlandflächen, Umverlagerungen von abgetragenem Bodenmaterial innerhalb der Aue bzw. Sedimentaufwirbelungen an der Gewässersohle.

Es finden sich bekanntermaßen in einigen Regionen in den Auenböden Sachsens großflächig Schadstoffkonzentrationen, die die Prüf- und Maßnahmenwerte der Bundes-Bodenschutzverordnung überschreiten, insbesondere für die Elemente Arsen, Cadmium und Blei. Einen landesweiten Überblick der Schadstoffsituation im Maßstab 1:400.000 geben die Geochemischen Übersichtskarten des LfULG.

Das sächsische Auenmessprogramm  als Bestandteil des sächsischen Bodenmessprogramms untersuchte bereits in den Jahren 2000 – 2006 an ausgewählten, größeren Flüssen Sachsens den Stoffbestand der Auenböden und gibt Hinweise über regional häufig anzutreffende Schadstoffkonzentrationen.

Für Flächen, die regional aufgrund der natürlichen, geogenen Situation im Einzugsgebiet sowie der bergbaulichen und hüttentechnischen Geschichte großflächig erhöhte Schadstoffkonzentrationen  aufweisen, gelten die Hinweise und Empfehlungen zum Umgang mit arsen- und schwermetallbelasteten landwirtschaftlich und gärtnerisch genutzten Böden.

Marginalspalte

Bild: Mulde bei Nossen: sandige Horizonte des Hochwassers 2002 aktuell abgespült über bindigem Auenmaterial; aufgespülte Geröllschüttung 2013; Foto: Mehlhorn,M.

Ansprechpartner im LfULG

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 42 Boden, Altlasten

Kati Kardel

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 42: Boden, Altlasten

Dr. Ingo Müller