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Boden des Jahres

Der Kippenboden - Boden des Jahres 2019

Die Kippenflächen stillgelegter Tagebaue bestehen aus den um- und abgelagerten Lockergesteinen des sogenannten Abraums. Dabei vermischen sich sehr verschiedene geologische Materialien miteinander, die ursprünglich getrennt über der Kohle lagerten. Das sind keine Böden im engeren Sinne, denn durch die Arbeit mit Großgeräten und beim Verkippen gehen die natürlich entstandenen Bodeneigenschaften unwiederbringlich verloren.

So werden oft auch erdgeschichtlich ältere Sedimente, die ursprünglich tief unten lagen, an oder nahe der neuen Geländeoberfläche abgelagert. Darunter sind Stoffe mit einem hohen Gehalt an Kohlerückständen und schwefelhaltigen Substanzen, die in Kontakt mit Luftsauerstoff Schwefelsäure bilden. Innerhalb kurzer Zeit versauern diese Kippsubstrate sehr stark, was zu vegetationsfeindlichen Bedingungen und einer Beeinträchtigung des Grund- und Oberflächenwassers führen kann. Deshalb werden solchen Kippsubstraten sehr hohe Mengen an Kalk eingemischt, früher auch Kraftwerksaschen, um die entstandenen Säuren zu neutralisieren. Erst dann kann der Kippenboden wiederbegrünt werden und die Inkulturnahme erfolgen.

Der Boden des Jahres 2019, der Kipp-Regosol, entsteht folglich auf ganz unterschiedlichen Kippsubstraten. Diese können sandig und kiesig, aber auch lehmig und sogar tonig sein. Allerdings entsteht der Kipp-Regosol immer auf einem Abraum, welcher ursprünglich keinen oder nur sehr wenig Kalk enthielt.

Festveranstaltung »Boden des Jahres 2019« in Berlin

Am 5. Dezember 2018 wurde unter der Schirmherrschaft Sachsens der »Kippenboden« zum Boden des Jahres 2019 ausgerufen. Der Einladung zur Festveranstaltung in der Sächsischen Landesvertretung in Berlin folgten rund 140 Vertreter aus Verwaltung, Wissenschaft und Praxis. Ein umfangreiches Vortragsprogramm informierte fundiert und unterhaltsam über den Kippenboden, dessen Entwicklung und »Leben«, über Herausforderungen und Konflikte sowie Chancen für »neue Landschaften nach der Kohle«. Die erstmals gezeigte Wanderausstellung zum Boden des Jahres 2019 bot Gelegenheit für den fachlichen Austausch »am Objekt«.

Im kommenden Jahr sind im Freistaat Sachsen zahlreiche Veranstaltungen zur »Bodenbildung« vorgesehen. So wird die Wanderausstellung das ganze Jahr über zu sehen sein, z.B. von März bis Juni im Senckenberg-Museum für Naturkunde in Görlitz sowie bei der »Langen Nacht der Wissenschaften« am 14. Juni 2019 in Dresden-Pillnitz. Exkursionen in die Bergbauregionen Sachsens und Vorträge an Universitäten runden das Programm ab.

Die Fachvorträge der Festveranstaltung »Boden des Jahres 2019« am Vormittag und des Fachsymposiums der Aktionsplattform Bodenschutz am Nachmittag stehen für Sie zum herunterladen bereit:

Festveranstaltung »Boden des Jahres 2019« in Berlin

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Staatsminister Thomas Schmidt eröffnet die Festveranstaltung zum Boden des Jahres 2019.
(© Raphael Benning)

Impressionen von der Festveranstaltung »Boden des Jahres 2019« am 5. Dezember 2018 in der Sächsischen Landesvertretung in Berlin.

Aktion Boden des Jahres

Der 5. Dezember ist der Internationale Tag des Bodens. An diesem Tag gibt eine Kommission aus Mitgliedern der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft (DBG) und des Bundesverbandes Boden (BVB) seit 2004 jährlich den Boden des Jahres für das Folgejahr bekannt. Der Boden des Jahres wurde am 5.12.2004 erstmals für 2005 ausgerufen.

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Bild: Themenportal Boden, Altlasten - Veranstaltungen

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 42: Boden, Altlasten

Dr. Arnd Bräunig

Weiterführende Informationen

Lehrpfade und Wanderausstellung

Zu den Böden Deutschlands

2. Auflage vom Reiseführer