Bodenorganismen
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Regenwürmer

Regenwürmer leisten auf unseren Äckern Schwerstarbeit und gelten zu Recht als die besten »Bodenverbesserer« im Tierreich (siehe auch »Regenwurmhäufigkeit«). Metertief durchgraben sie manche Böden, bis zum 60-fachen ihres Eigengewichtes können sie dabei verschieben. Pflanzenreste von der Oberfläche werden dabei in die Tiefe befördert, gemeinsam mit Bodenbestandteilen als Nahrung aufgenommen und schließlich als besonders humusreiche Kothäufchen wieder ausgeschieden. Der Boden wird dabei gelockert, belüftet, durchmischt, gedüngt und strukturell stabilisiert.

Regenwurm (Lumbricus terrestris) (Quelle: Landesanstalt für Landwirtschaft)

Regenwurm (Lumbricus terrestris) (Quelle: Landesanstalt für Landwirtschaft)

Weitere Bodenorganismen

  • Milben besiedeln die Ackerböden in großer Arten- und Individuenzahl. Auf einem einzigen Quadratmeter sind es oft Hunderttausende dieser kleinen, spinnenartigen Tiere. Sie ernähren sich überwiegend von Pflanzenresten, fressen aber auch Bakterien, Pilze, Algen oder Kot. Einige Arten leben räuberisch.
  • Springschwänze sind flügellose Urinsekten, die durch imposante Sprünge auffallen. Sie zernagen Pflanzenreste, fressen Pilze, Aas und Kot. Auch räuberische Arten besiedeln die Ackerböden.
  • Asseln sind kleine Landkrebse, die als typische Erstzersetzer Stroh und Blätter zerfressen.
    Die vielbeinigen Gliederfüßer (»Tausendfüßer«) gehören zu den besonders gut beweglichen Bodentieren. Unter ihnen gibt es äußerst flinke Räuber, aber auch Vertilger von Pflanzenresten.
  • Insekten sind die artenreichste Tiergruppe überhaupt, und mehr als 90 % aller Spezies durchleben im Boden zumindest ein Stadium ihrer Entwicklung. Besonders groß ist die Vielfalt der Käfer bzw. Käferlarven in und auf unseren Ackerböden. Zahlreiche Arten leben räuberisch, andere von toten Tieren, einige fressen Pflanzenreste und Pilze. In nahezu jeder Bodenprobe finden sich auch Fliegenlarven. Die meisten der im Ackerboden vorkommenden Arten leisten wichtige Dienste beim Abbau von Pflanzenresten und sind damit wirksame Humusbildner.
  • Bakterien tragen in den meisten Ackerböden die Hauptlast beim Abbau der organischen Substanz. Sie sind an allen wichtigen Stoffumsetzungen wesentlich beteiligt. Diese Mikroorganismen bauen Kohlenhydrate ab, zersetzen Eiweißstoffe und sind maßgeblich am Stickstoffkreislauf beteiligt.
  • Algen sind Erstbesiedler auch extremer Standorte. Sie fördern besonders die biologische Verwitterung von mineralischem Bodenmaterial.
  • Pilze sind an den Abbauvorgängen im Boden ganz wesentlich beteiligt. Besonders die Bildung von Huminstoffen ist an Pilze gebunden. Viele Arten leben auf toter organischer Substanz, andere parasitär, einige auch in Symbiose mit höheren Pflanzen. Oft bilden Pilze ein feines und dichtes Geflecht, das den Boden intensiv durchsetzt.

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Bild: Themenportal Boden, Altlasten - Lebensraum Boden

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 72: Pflanzenbau

Ellen Müller

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 42: Boden, Altlasten

Antje Sohr