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Wassererosion

Definition

Wassererosion wird als Verlagerung von Bodenmaterial an der Bodenoberfläche durch Wasser als Transportmittel definiert. Dabei wird zwischen Bereiche mit vorwiegendem Abtrag und Auftrag unterschieden.

Abbildung: Bodenerosion durch Wasser (Quelle: LfL)

Abbildung: Bodenerosion durch Wasser (Quelle: LfL)

Prozess der Wassererosion

Der Aufschlag von Regentropfen mit hoher kinetischer Energie (Niederschlag) führt zur Zerstörung von Bodenaggregaten (siehe Bild). Dabei losgelöste Bodenteilchen werden kleinräumig umgelagert und verdichtet. Es bildet sich eine infiltrationshemmende Oberflächenverschlämmung, die bei Hangneigung und andauerndem Niederschlag zu Oberflächenabfluss führt. Mit dem Oberflächenabfluss werden losgelöste Bodenpartikel transportiert. In Rillen/Rinnen konzentriert sich das abfließende Wasser, so dass Rillen bzw. Grabenerosion auftreten kann. Bei Abnahme der Fließgeschwindigkeit (z.B.: Unterhangbereiche eines konkaven Hanges) kommt es zur Akkumulation von Bodenteilchen.

Abbildung: Zerstörung von Bodenaggregaten (Quelle: LfL)

Abbildung: Zerstörung von Bodenaggregaten (Quelle: LfL)

Wassererosionsgefährdung

Besonders wassererosionsgefährdet sind geneigte Ackerflächen mit schluff- und feinsandreichen Böden ohne schützende Pflanzendecke. Daher zählen z.B. konventionell mit dem Pflug bestellte Ackerflächen aus schluffreichem Löß direkt nach der Saatbettbereitung bis zur Ausbildung einer schützenden Pflanzendecke als besonders erosionsgefährdet. Für das Einsetzen von Erosion ist das Auftreten von Niederschlägen mit entsprechender Menge oder Intensität notwendig. Als Richtwerte gelten eine Menge von 7,5 l/m² oder eine Intensität von 5 l/m²*h Regen. Solche Niederschläge können auf Ackerflächen eine Oberflächenverschlämmung auslösen, die wiederum die Infiltration hemmt.

Im Freistaat Sachsen besteht wegen der dort vorherrschenden schluffreichen, oftmals stärker geneigten Ackerböden aus Löß für rund 450.000 ha Ackerfläche (entsprechend rund 60 % der gesamten Ackerfläche) die Gefahr von Wassererosion.

Wassererosion wird in Sachsen vorrangig von Starkregen im Früh- und Spätsommer ausgelöst. Daher tritt sie nicht nur bei Mais und Zuckerrüben, sondern in erheblichem Umfang auch bei Winterraps, Wintergetreide sowie bei Zwischenfrüchten direkt nach der konventionellen Bestellung mit dem Pflug auf. Vorsorgender Schutz vor Erosion ist deshalb bei allen Fruchtarten dringend erforderlich. Auch zukünftig wird im Freistaat Sachsen die ackerbauliche Nutzung überwiegen, weshalb ein wirksamer Schutz vor Erosion auf der Ackerfläche notwendig ist.

Schäden durch Wassererosion

Im Abtragsbereich:

  • Verkürzung der Bodenprofile
  • Verarmung an Humus und Feinbodenteilchen
  • Beeinträchtigung der Bodenfunktionen (z.B. Filter-, Puffer- und Speicherfunktion für Nährstoffe und Niederschlagswasser)
  • Verletzung, Entwurzelung und Vernichtung von Kulturpflanzen
  • Fortspülen von Saatgut, Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln
Foto: Während eines Gewitters aus dem Boden geschwemmte Zuckerrübenpflanzen (Quelle: Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie)

Foto: Während eines Gewitters aus dem Boden geschwemmte Zuckerrübenpflanzen (Quelle: Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie)

Im Auftragsbereich:

  • Konzentration von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln
  • Überdeckung von Pflanzen
  • Verschmutzung und Überflutung von Verkehrswegen, Siedlungsflächen und Gräben
  • Eintrag von Sedimenten, Nähr- und Schadstoffen in Gewässer
Foto: Schäden auf einem konventionell bearbeiteten Winterraps-Schlag, die durch Wassererosion verursacht wurden.

Foto: Schäden auf einem konventionell bearbeiteten Winterraps-Schlag, die durch Wassererosion verursacht wurden. Das Erosionsereignis führte neben dem eigentlichen Bodenverlust auf der Ackerfläche zu einem Totalausfall des Winterraps und zu erheblichen Schäden durch Ablagerung von Boden auf darunter liegenden Flächen (auf Dauergrünland- und Siedlungsflächen). (Quelle: Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie)

Schutz vor Bodenerosion

Marginalspalte

Bild: Themenportal Boden, Altlasten - Schutz vor Gefährdungen und Belastungen

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 72: Pflanzenbau

Dr. Walter Schmidt