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Winderosion

Definition und Prozess der Winderosion

Winderosion wird als Verlagerung von Bodenmaterial an der Bodenoberfläche durch Wind als Transportmittel definiert. Dabei wird zwischen Bereichen mit vorwiegendem Abtrag und Auftrag unterschieden.

Foto: Winderosion (Quelle: Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie)

Foto: Winderosion (Quelle: Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie)

Tritt Wind mit einer Geschwindigkeit von mehr als 5-6 m/s unmittelbar über gefährdeten Bodenoberflächen auf, werden Bodenteilchen an der Bodenoberfläche bewegt oder treffen auf andere Teilchen. Durch den Aufprall oder durch die »Strahlwirkung« werden Bodenaggregate zerstört. Die Bewegung größerer Teilchen findet in der Regel nur über kurze Distanzen statt. Kleinste Bodenteilchen werden hingegen weiter nach oben in die Luft getragen und über größere Strecken transportiert.

Abbildung: Prozess der Winderosion

Abbildung: Prozess der Winderosion

Winderosionsgefährdung

Winderosionsgefährdet sind trockene, nicht bedeckte Flächen mit hohem Feinstsandanteil bzw. Anmoor (Mineralböden mit einem sehr hohen Anteil unzersetzter organischer Masse) in gleichzeitig windoffenen Landschaften. Besonders gefährdet sind ausgedehnte Ackerflächen in konventioneller Bearbeitung mit dem Pflug im Zeitraum nach der Saatbettbereitung bis zum Aufwuchs einer schützenden Pflanzendecke.

Im Freistaat Sachsen besteht auf den weitgehend ebenen Ackerflächen in den nördlichen Landesteilen wegen der dort vorherrschenden feinsandreichen Böden auf rund 110.000 ha (entsprechend ca. 15 % der gesamten Ackerfläche Sachsens) eine mittlere bis sehr hohe potenzielle standortabhängige Gefährdung durch Winderosion nach DIN 19706.

In Sachsen wird auch zukünftig auf diesen potenziell gefährdeten Standorten die ackerbauliche Nutzung überwiegen. Deshalb muss auf der Ackerfläche ein wirksamer Schutz des Bodens vor Winderosion ansetzen.

Schäden durch Winderosion

Im Abtragsbereich:

  • Verkürzung der Bodenprofile
  • Verarmung an Humus und Feinbodenteilchen
  • Beeinträchtigung der Bodenfunktionen (z.B. Filter-, Puffer- und Speicherfunktion für Nährstoffe und Niederschlagswasser)
  • Verletzung, Entwurzelung und Vernichtung von Kulturpflanzen
  • Verlagerung bzw. Verfrachtung von Saatgut, Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln

Im Auftragsbereich:

  • Konzentration von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln
  • Überdeckung von Pflanzen
  • Verschmutzung von Verkehrswegen, Siedlungsflächen und Gräben

Schutz vor Bodenerosion

Marginalspalte

Bild: Themenportal Boden, Altlasten - Schutz vor Gefährdungen und Belastungen

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 72: Pflanzenbau

Dr. Walter Schmidt