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Schutz vor Bodenerosion in der Landwirtschaft

Schutz vor Wassererosion

Schutz vor Bodenerosion in der Landwirtschaft

Abbildung: Schutz vor Bodenerosion in der Landwirtschaft (Quelle: LfULG)

Alle Maßnahmen, die zu einer Verringerung der Wassererosionsgefährdung führen, dienen der Vorsorge.
Hierzu zählen:

Allgemeine acker- und pflanzenbauliche Maßnahmen

  • Minimierung der Zeitspannen ohne Bedeckung, unter anderem durch Fruchtfolgegestaltung, Zwischenfrüchte, Untersaaten und den Auftrag von Strohmulch (höhere Bodenbedeckung bewirkt geringere Oberflächenverschlämmungsanfälligkeit, da Bodenaggregate vor Regentropfenaufschlag geschützt sind)
  • Vermeidung hangabwärts gerichteter Fahrspuren
  • Vermeidung bzw. Beseitigung Infiltrationshemmender Bodenverdichtungen
  • Aufbau und Erhalt Verschlämmungsmindernder stabiler Bodenaggregate durch Förderung der biologischen Aktivität sowie durch Kalkung u.ä. (Erhöhung der Stabilität von Bodenaggregaten an der Bodenoberfläche bewirkt geringere Oberflächenverschlämmungsanfälligkeit, da zur Zerstörung von Bodenaggregaten durch Regentropfenaufschlag eine höhere kinetische Energie des Niederschlages notwendig ist)

Erosionsmindernde Bodenbearbeitungs- und Bestellverfahren

  • Mulchsaat möglichst ohne Saatbettbereitung
  • Konservierende Bodenbearbeitung mit Mulchsaat möglichst im gesamten Fruchtfolgeverlauf (bewirkt höhere Bodenbedeckung, Stabilität von Bodenaggregaten und Oberflächenrauhigkeit)

Erosionsmindernde Flurgestaltung

  • Anlage paralleler Streifen quer zum Gefälle mit Wechsel der Fruchtart oder Einsaat Abflussbremsender Grasstreifen (bewirkt Erhöhung der Bodenbedeckung und Oberflächenrauhigkeit sowie Verkürzung der Hanglänge
  • Schlagunterteilung durch Anlage von Erosionsschutzstreifen (z.B. Gehölze und Feldraine, bewirkt Verkürzung der Hanglänge)

Begrünung von besonders erosionsgefährdeten Abflussbahnen

Bei einem Starkregenereignis konzentriert sich das auf der Bodenoberfläche ablaufende Regenwasser in natürlich vorhandenen Abflussbahnen des Reliefs (Tiefenlinien). Hier richtet das wild abfließende Wasser erhebliche Erosionsschäden an, wenn der Boden nicht durch eine dichte Vegetationsdecke geschützt ist. Die Broschüre »Begrünung von erosionsgefährdeten Abflussbahnen« gibt Hinweise zum Schutz vor Bodenerosion in den erosionsgefährdeten Abflussbahnen.

 

Der Schutz vor Bodenerosion vermeidet nicht nur ein Abtragen fruchtbaren Bodens und schützt somit den Boden selbst. Vielmehr wird durch die Verringerung der Bodenerosion gleichzeitig ein Schutz der Fließgewässer und Rückhaltebecken vor erhöhten Schlammfrachten und damit auch vor Schadstoff- und übermäßigem Nährstoffeintrag erreicht.

Schutz vor Winderosion

Alle Maßnahmen, die zu einer Verringerung der Winderosionsgefährdung führen, dienen der Vorsorge. Hierzu zählen:

Allgemeine acker- und pflanzenbauliche Maßnahmen

  • Minimierung der Zeitspannen ohne Bedeckung, unter anderem durch Fruchtfolgegestaltung, Zwischenfrüchte, Untersaaten und den Auftrag von Strohmulch (höhere Bodenbedeckung bewirkt geringere Zerstörung von Bodenaggregaten, da sie vor Aufprall und Strahlwirkung springend bewegter Bodenteilchen geschützt sind und die Windgeschwindigkeit in der bodennahen Schicht durch die höhere Rauhigkeit herabgesetzt wird)
  • Aufbau und Erhalt stabiler Bodenaggregate durch Förderung der biologischen Aktivität sowie durch Kalkung u.ä. (Erhöhung der Stabilität von Bodenaggregaten an der Bodenoberfläche bewirkt geringere Anfälligkeit vor Zerstörung durch Aufprall und Strahlwirkung springend bewegter Bodenteilchen)

Erosionsmindernde Bodenbearbeitungs- und Bestellverfahren

  • Mulchsaat möglichst ohne Saatbettbereitung (siehe höhere Bodenbedeckung)
  • Konservierende Bodenbearbeitung mit Mulchsaat möglichst im gesamten Fruchtfolgeverlauf (bewirkt höhere Bodenbedeckung, Stabilität von Bodenaggregaten und Oberflächenrauhigkeit)

Erosionsmindernde Flurgestaltung

  • Schlagunterteilung durch Anlage von Erosionsschutzstreifen (z. B. Gehölze und Feldraine, Flurelemente zur Einschränkung der Windoffenheit der Landschaft)

Marginalspalte

Bild: Themenportal Boden, Altlasten - Bodenfunktionen, Bodenschutz

Ansprechpartner

Für allgemeine und grundsätzliche Fragestellungen:

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 42: Boden, Altlasten

Dr. Arnd Bräunig

Für landwirtschaftliche Maßnahmen gegen Erosion:

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 72: Pflanzenbau

Dr. Walter Schmidt

Umweltindikator Erosionsminderung

Umweltindikator Erosionsminderung

Diagramm: Anteil geförderte Ackerflächen mit konservierender Bodenbearbeitung am gesamten Ackerland in Sachsen [in %], ausgewählte Werte 1995 bis 2010 (2010 Antragsstand AuW-Programm im August 2010)

Fachinformationen »Klima«

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