Bodenmonitoring
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Bodenmonitoring

Das Bodenmonitoring dient der Überwachung des Bodenzustandes und der Ableitung von Prognosen zu seiner zukünftigen Entwicklung.

Zu diesem Zweck werden im Freistaat Sachsen Bodendauerbeobachtungsflächen (BDF) betrieben, die Informationen über langfristige Veränderungen von Böden an unterschiedlichen Standorten liefern sollen. Die Auswahl der Flächen erfolgt dabei nach bundesweit abgestimmten Kriterien.

Kategorie Repräsentanz Kriterien
BDF I Naturraumrepräsentanz Alle sächsischen Naturräume werden durch mindestens eine BDF erfasst.
BDF I Pedoregionale Repräsentanz Alle sächsischen Bodenlandschaften werden durch mindestens eine BDF erfasst.
BDF I Geologische Repräsentanz Alle wichtigen geologischen Einheiten werden durch mindestens eine BDF erfasst.
BDF I Nutzungsrepräsentanz Entsprechend der prozentualen Nutzungsverteilung werden BDF in Sachsen etwa proportional aufgeteilt, wobei die Waldflächen vom Staatsbetrieb Sachsenforst bearbeitet werden.
BDF II Sonderstandorte Standorte, denen aus Sicht des Bodenschutzes besondere Bedeutung zukommt: bergbaubedingte Schwermetall- bzw. Radionuklidbelastung, Immissionsbelastungen u.ä.

Diese Bodendauerbeobachtungsflächen (BDF) werden in zwei Kategorien unterteilt:

BDF I repräsentieren gebietstypische Böden. Sie liefern grundlegende Informationen über ihren stofflichen Zustand sowie ihre physikalischen und chemischen Eigenschaften.

BDF II werden zunächst analog zu BDF I überwacht, dementsprechend liegen die gleichen Grundinformationen vor. Die ausgewählten Standorte besitzen jedoch aus Sicht des Bodenschutzes besondere Bedeutung (Immissionsbelastung, Empfindlichkeit usw.). Sie sind daher dauerhaft mit Messgeräten ausgestattet, die in kurzen Zyklen Ergebnisse zu verschiedenen Parametern wie Wassergehalt, Temperatur, Niederschläge und Inhaltsstoffe des Sickerwassers liefern und werden auch als Intensivmessflächen bezeichnet.

Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) betreibt ein Netz von insgesamt 51 BDF I und 4 BDF II auf landwirtschaftlich genutzten Standorten. Derzeit ist eine weitere BDF II im Aufbau.

Über zu entwickelnde Auswertemodelle ist unter Berücksichtigung weiterer Daten eine Interpolation auf die Fläche vorgesehen (Regionalisierung). Zu diesem Zweck besteht eine enge Kooperation mit anderen Institutionen, die ebenfalls Programme zur Überwachung des Bodenzustandes aufgelegt haben. Ziel des Monitorings ist die Ableitung von Empfehlungen und Maßnahmen zur umweltgerechten, nachhaltigen Flächennutzung.