Böden der Altmoränenlandschaften
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Böden der Altmoränenlandschaften

Karte: Bodenregion der Altmoränenlandschaften in Sachsen

Bodenregion der Altmoränenlandschaften in Sachsen

Im nördlichen Sachsen wurde die heutige Landoberfläche vor allem während des Eiszeitalters geformt. Nach Rückzug des Eises war die vegetationslose Erdoberfläche der Winderosion ausgesetzt. Dadurch wurde feinkörniges Bodenmaterial »ausgeblasen« und fernab sedimentiert, die gröberen Komponenten hingegen verblieben in der Region, wurden aber auch teilweise umgelagert. So entstanden während der so genannten Weichselkaltzeit, die vor etwa 117.000 Jahren begann, großflächige Treibsanddecken mit Binnendünen. Charakteristisch für diese Böden sind ihre Basenarmut und ihre niedrigen pH-Werte, was bedeutet, dass sie relativ sauer sind. Damit sind die grundlegenden Voraussetzungen für die Entstehung von Böden erfüllt, die in der Fachterminologie als Podsole bezeichnet werden.

Entstehung von Podsol-Böden

Der Vorgang der Podsolierung, in Deutschland früher auch »Sauerbleichung« genannt, setzt sich aus mehreren Teilprozessen zusammen:

  • Durch die niedrigen pH-Werte ist die biologische Aktivität im und auf dem Boden sehr gering (reduzierte bis unterbleibende Regenwurmtätigkeit).
  • Dadurch sammelt sich an der Oberfläche organische Substanz (Blätter, Äste usw.) und es bildet sich langsam eine Humusauflage
  • Diese Humusschicht gibt gelöste organische Säuren an den Boden ab, parallel dazu werden im sauren Oberbodenmilieu Mineralien zersetzt.
  • Die dabei frei werdenden Kationen (Eisen, Aluminium, usw.) wandern mit den organischen Säuren in den Unterboden, wo sie beim Erreichen von Schichten mit höheren pH-Werten als gemeinsame Komplexe wieder ausfallen.

Die geschilderten Vorgänge führen zur Ausbildung der für Podsole charakteristischen Horizonte: einem gebleichten »Auswaschungshorizont« über einem dunkel- bis rostfarbenem »Ausfällungshorizont«. Die aus dem Russischen stammende Bezeichnung Podsol (wörtlich: »unter Asche«) charakterisiert dieses Erscheinungsbild anschaulich.

Das folgende Profil stellt eine typische Bodenform dieser Region dar, einen Podsol aus Geschiebedecksand über sandiger Moräne.

Foto: Bodenquerschnitt Podsol aus Geschiebedecksand über sandiger Moräne

Foto: Podsol aus Geschiebedecksand über sandiger Moräne

Die Böden dieser überwiegend sandigen Substrate sind aus Sicht der landwirtschaftlichen Produktion eher ertragsschwächere Standorte. Daher ist der Anteil an landwirtschaftlicher Nutzfläche mit weniger als 40 % relativ gering.

Marginalspalte

Bild: Themenportal Boden, Altlasten - Böden in Sachsen

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 42: Boden, Altlasten

Holger Joisten

Weiterführende Informationen