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Lebensmittelabfallvermeidung

Der Abfallvermeidung kommt eine besondere Rolle im Bereich der Lebensmittelabfälle zu, die zu den Bioabfällen im Sinne des KrWG zu rechnen sind. Die Vermeidung von Lebensmittelabfällen ist daher eine notwendige und prioritäre Aufgabe, die auch Gegenstand des sächsischen Beitrags zum nationalen Abfallvermeidungsprogramm gemäß § 33 KrWG ist.

Entlang der Wertschöpfungskette von Lebensmitteln, die von der landwirtschaftlichen Produktion über die Herstellung und Verarbeitung bis zum Verbraucher reicht, werden natürliche Ressourcen beansprucht und in hohem Maße verbraucht. Daraus ergeben sich negative Auswirkungen auf die Umwelt (z.B. Treibhausgasemissionen, Wasser- und Flächenverbrauch, Eutrophierung, Beeinträchtigung der Biodiversität). Die Umweltauswirkungen sind für die Produktion verschiedener Lebensmittel unterschiedlich hoch. Sie fallen aber auch für Lebensmittel an, die später als Abfall entsorgt werden. Aus ökologischer und ethischer Sicht sind Lebensmittelabfälle daher so weit wie möglich zu vermeiden. Darüber hinaus entstehen auch für jeden Einzelnen unnötige Kosten.

Die EU verfolgt das Ziel, die Abfallmenge der genießbaren Lebensmittel bis 2020 zu halbieren. Angesichts der Situation der Lebensmittelverschwendung in Deutschland existiert ein hohes Potenzial durch Vermeidungsmaßnahmen das Erreichen dieses Ziels zu unterstützen. Im Abfallvermeidungsprogramm des Bundes wird daher u.a. auf »Konzertierte Aktionen zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen«  hingewiesen.

Auch für den Freistaat Sachsen wurde für den Bereich der Lebensmittelabfälle ein erhebliches Vermeidungspotenzial identifiziert. Die vom LfULG im Jahr 2012 veröffentlichte „Potenzialstudie über Aufkommen und Behandlung biogener Abfälle im Freistaat Sachsen« (Bioabfallpotentialstudie) geht bei den privaten Haushalten von einem Küchenabfallpotenzial von ca. 65 kg pro Einwohner und Jahr aus, wobei ein hoher Anteil auf Lebensmittelabfälle entfällt.

Forschungsbericht Maßnahmen zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen

Um das Ziel der EU »Halbierung der Abfallmenge an genießbaren Lebensmitteln bis 2020«  erreichen zu können, wurde vom LfULG das Forschungsvorhaben »Darstellung und Bewertung von Vermeidungsmaßnahmen bei Lebensmittelabfällen für den Freistaat Sachsen«  initiiert, dessen Ergebnisse dem Forschungsbericht zu entnehmen sind.

Verbesserung der Datenlage zu Lebensmittelabfällen

Um eine Verbesserung der Datenlage bezüglich Lebensmittelabfälle im Restabfall zu erreichen, wurde eine Ergänzung der »Richtlinie zur einheitlichen Abfallanalytik im Freistaat Sachsen« (Sächsische Sortierrichtlinie) um die Abfallfraktionen vermeidbare, nicht vermeidbare und teilweise vermeidbare Lebensmittel vorgenommen. Künftige Sortierkampagnen für Restabfälle mit einem genauen Blick auf Lebensmittelabfälle können somit zu zielgerichteten Vermeidungsmaßnahmen beitragen.

Regionale Strukturen der Direktvermarktung

Regionale Strukturen der Direktvermarktung von Obst, Gemüse usw. tragen in hohem Maße zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen bei, weil durch regionalen Produktbezug bzw. direkten Verkauf durch die Erzeuger keine bzw. wenig Lebensmittelverluste durch lange Transportwege zu erwarten sind.

Der Bereich Agrarmarketing des LfULG bietet neben Informationen zur Direktvermarktung auch Wissenswertes über die Sächsische Ernährungswirtschaft.

Informationskampagne zur Lebensmittelabfallvermeidung

Zur Unterstützung der bundesweiten Kampagne »Zu gut für die Tonne« wurde im Jahr 2012 durch das Christlich-Soziale Bildungswerk Sachsen e.V. (CSB) und das Sächsische Landeskuratorium Ländlicher Raum e.V. (SLK) eine Initiative gegen Lebensmittelverschwendung initiiert.

Mit unterschiedlichen Aktionen soll das Bewusstsein für den Wert und die Herkunft von Lebensmitteln geschärft werden und damit ein Beitrag zur Information und Sensibilisierung von privaten Verbrauchern (vor allem Kinder und Jugendliche) zum verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln geleistet werden.

Weiterhin wurde im Rahmen des Projektes ein Arbeitskreis eingerichtet, um den Austausch zum Thema Lebensmittelwertschätzung und Lebensmittelabfallvermeidung zu fördern.

Wanderausstellung

Im Rahmen einer Wanderausstellung des LfULG wird auch auf das Thema Lebensmittel- und Ressourcenverschwendung eingegangen. Die Tafeln mit Mitmachelementen und einem Wegweiser sind für Kinder und Jugendliche ab der 5. Klasse geeignet.

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Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 41: Wertstoffwirtschaft

Dr. Astrid Arthen

Informationen für Schulen

Forschung

Weiterführende Informationen und Netzwerke