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Klärschlamm

Klärschlamm fällt bei der mechanischen, biologischen oder chemischen Behandlung kommunaler und industrieller Abwässer in Kläranlagen (Abwasserbehandlungsanlagen) an.

Klärschlammanfall

Die Datenerhebung zum Klärschlammanfall kommualer Klärschlämme erfolgt seit dem Berichtsjahr 2006 durch das Statistische Landesamt des Freistaates Sachsen (StLA) auf Grundlage des Umweltstatistikgesetzes. Die Ergebnisse der statistischen Erhebung werden in der Berichtsreihe »Entsorgung von Klärschlamm aus öffentlichen biologischen Abwasserbehandlungsanlagen im Freistaat Sachsen«  veröffentlicht.

Abbildung 1: Klärschlammanfall im Zeitraum 2006 bis 2012

Abbildung 1: Klärschlammanfall aus öffentlichen Abwasserbehandlungsanlagen im Zeitraum 2010 bis 2015 (Quelle: StLA, 2015)

Im Jahr 2015 betrug der Klärschlammanfall aus öffentlichen biologischen Abwasserbehandlungsanlagen im Freistaat Sachsen insgesamt 79.129 t Trockenmasse (TM). In Abbildung 1 ist die abnehmende Tendenz des Klärschlammanfalls im Zeitraum 2010 bis 2015 wiedergegeben.

Klärschlammentsorgung

Für die Entsorgung von Klärschlamm stehen im Freistaat Sachsen folgende Entsorgungswege zur Verfügung:

  • Stoffliche Verwertung (Landwirtschaft nach AbfKlärV, landschaftsbauliche Maßnahmen sowie sonstige stoffliche Verwertung)
  • Thermische Behandlung (Mitverbrennung)

In Abhängigkeit vom Entsorgungsweg sind verschiedene rechtliche Regelungen zu beachten. Für die landwirtschafltiche Verwertung von Klärschlämmen sind die Klärschlammverordnung (AbfKlärV) sowie die Vorgaben des Düngerechts (u.a. Düngemittelverordnung (DüMV)) von Bedeutung.

Die Entsorgung des Klärschlamms wird im »Lagebericht zur kommunalen Abwasserbeseitigung und zur Klärschlammentsorgung im Freistaat Sachsen« (Lagebericht) dargestellt. Mit einem Mengenanteil von ca. 80 % hat die bodenbezogene Klärschlammverwertung (Landwirtschaft, landschaftsbauliche Maßnahmen) in Sachsen im Jahr 2013 die größte Bedeutung. Seit dem Jahr 2014 nimmt der Anteil der thermischen Behandlung der Klärschlämme deutlich zu (Abbildung 2).

 

Abbildung 2: Direkte Klärschlammentsorgung im Freistaat Sachsen im Zeitraum 2013 bis 2015 (Quelle: StLA, 2015)

Der von der Bundesregierung geplante Ausstieg aus der bodenbezogenen Klärschlammentsorgung, die Rückgewinnung von Phosphor sowie die Verschärfung im Düngemittelrecht stellt viele Akteure der Abwasserbeseitigung und der Klärschlammentsorgung vor erhebliche Herausforderungen. Die Klärschlammentsorgungsstrategie des Freistaats Sachsen ist in der Klärschlammkonzeption dargestellt.

In der Klärschlammkonzeption 2015 wird - aufbauend auf der Ist-Situation im Rahmen von Szenarienbetrachtungen - die Entsorgung der Abfälle aus der Abwasserbehandlung im Freistaat Sachsen, insbesondere der Klärschlämme, im Hinblick auf die sich ändernden rechtlichen Bedingungen für die Jahre 2020 und 2025 dargestellt.

Ergebnisse und Aussagen der Klärschlammkonzeption sollen u.a. zur Unterstützung von Planungen der kommunalen Aufgabenträger, der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger sowie der Anlagenbetreiber dienen. Vorrangiges Ziel ist es, die Entsorgung der Abfälle aus der Abwasserbehandlung in den nächsten Jahren ökologisch, wirtschaftlich und sicher aufzuzeigen.

Im Hinblick auf die Rückgewinnung von Phosphor hat das LfULG in Kooperation mit der LaNU im Rahmen der Terratec Leipzig am 07.04.2017 eine Veranstaltung zur »Phosphorrückgewinnung aus Abfällen, insbesondere kommunalen Klärschlämmen« durchgeführt.

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Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 41: Wertstoffwirtschaft

Dr. Astrid Arthen

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