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Mineralische Abfälle

Beim Abbruch und Rückbau von Bauten entstehen allein in Sachsen jährlich rund 18 Millionen Tonnen Bau- und Abbruchabfälle. Damit sind Bau- und Abbruchabfälle der bedeutendste „Massenabfall“ in Sachsen. Diese Abfallfraktion stellt ein großes Wertstoff­reservoir dar, das es im Sinne der Kreislaufwirtschaft zu nutzen gilt. Sachsen setzt hier auf enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaft.

Bereits mit dem im Branchenarbeitskreis „Bau“ erarbeiteten abfallwirtschaftlichen Branchenkonzept der sächsischen Bauwirtschaft haben wir gute Erfahrungen in der Kooperation zwischen Staat und Wirtschaft machen können. Zur Umsetzung hat deshalb das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft mit dem Unternehmerverband Mineralische Baustoffe e.V. (UVMB) am 15. Dezember 2005 eine abfallwirtschaftliche Branchenvereinbarung geschlossen. Ziel dieser Vereinbarung ist es, mineralische Bauabfälle in verstärktem Maße einer hochwertigen Verwertung zuzuführen, um sie anschließend als Rohstoffe auf den Markt zu bringen.

Verwertung von mineralischen Abfällen

Voraussetzung für die Verwertung von Abfällen ist gemäß § 5 KrW-/AbfG unter anderem, dass diese ordnungsgemäß und schadlos erfolgt. Zur Sicherung der Schadlosigkeit der Verwertung mineralischer Abfälle enthält weder das KrW-/ AbfG noch sein untergesetzliches Regelwerk konkrete schutzgut­bezogene Normen. Deshalb wurde in Sachsen in der Vergangenheit zur Bewertung der Schadlosigkeit der Verwertung mineralischer Abfälle das LAGA Merkblatt M 20 »Anforderungen an die stoffliche Verwertung von mineralischen Abfällen - Technische Regeln« (altes LAGA Merkblatt M 20) aus dem Jahr 1997 zur Anwendung empfohlen.

Durch das Urteil des Bundes­verwaltungs­­gerichtes vom 14.04.2005 (Tongrubenurteil) wurde eindeutig herausgestellt, dass die Regelungen des alten LAGA-Merkblattes M 20 nicht mehr als Maßstab für die Verwertung mineralischer Abfälle herangezogen werden können, da die Vorgaben des Bundesboden­­schutzrechtes darin nicht berücksichtigt waren.

Mittlerweile liegt ein § 7 BBodSchG sowie § 9 BBodSchV berücksichtigender, fachlich sowie rechtlich abgestimmter Allgemeiner Teil der »Anforderungen an die stoffliche Verwertung von mineralischen Abfällen – Technische Regeln« der LAGA in der Endfassung vom 06.11.03 vor, der in Sachsen zur Anwendung im Vollzug empfohlen ist.

Mit den »Vorläufigen Hinweisen zum Einsatz von Baustoffrecyclingmaterial« vom 11.01.2006, verlängert am 24.10.2014, steht eine Regelung zur Verwertung von Baustoffrecyclingmaterial zur Verfügung.

Die Verwertung von Bodenmaterial ist per Erlass vom 27.09.2006 geregelt. Dieser Erlass verweist auf die Feststoffwerte der TR Boden sowie auf den Teil »Probenahme und Analytik« vom 05.11.2004 der neuen LAGA-Mitteilung M 20.

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Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 41: Wertstoffwirtschaft

Katja Kramer-Heinke

Themenbereich Boden

Übersichtskarten zu den Feststoffgehalten von Arsen und den Schwermetallen in Böden mit der Einordnung nach LAGA-TR Boden. 

Weiterführende Informationen

Das Abfallaufkommen wird in den Bilanzen des Statis­tischen Landesamtes ver­öffentlicht.