Elektro-/Elektronikaltgeräte
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Elektro-/Elektronikaltgeräte

In Deutschland wurden im vergangenen Jahr etwa 2 Millionen Tonnen elektronische Neugeräte in den Verkehr gebracht. 780.000 Tonnen ausgedienter Elektro- und Elektronikaltgeräte, nahezu 90 Prozent stammten aus privaten Haushalten, wurden einer fachgerechten Entsorgung zugeführt.

Die getrennte Erfassung und Sammlung regelt das Elektro- und Elektronikgerätegesetzes (ElektroG). Mit diesem Gesetz wurde die sogenannte geteilte Produktverantwortung in Deutschland auf elektrische und elektronische Altgeräte festgelegt. Hersteller, Handel, öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger, Entsorger und nicht zuletzt Verbraucher haben als Akteure eine Vielzahl von Pflichten.

Die getrennte Sammlung und Erfassung von Elektro- und Elektronikaltgeräten unterstützt die Ziele

  • die Vorbereitung zur Wiederverwendung ganzer Geräte oder einzelner Bauteile zu fördern
  • das Abfall einer Verwertung zugeführt und Materialien und Komponenten in den Stoffkreislauf zurückgeführt und als sekundäre Rohstoffe verwertet werden sowie
  • den Schadstoffeintrag von giftigen Stoffen und Substanzen in die Umwelt zu minimieren durch eine umweltschonende Behandlung und ordnungsgemäße Entsorgung.

Pflichten der Landkreise, Kreisfreien Städte und Abfallverbände als öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger (örE) im Freistaat Sachsen

Die Kommunen haben alle elektrischen und elektronischen Geräte aus privaten Haushalten einzusammeln. Dazu haben sie Sammelstellen in Ihren Gebieten einzurichten. Dort kann der Bürger unentgeltlich die Elektro- und Elektronikaltgeräte abgeben. Darüber hinaus kann der verpflichtete Entsorgungsträger zusätzlich Holsysteme zur Abholung der Altgeräte einrichten. Dies liegt in seinem eigenen Ermessen. Das Abgeben an der Sammelstelle (Bringsystem) muss aber für den Bürger unentgeltlich sein.

Nach Entsorgungsgesichtspunkten ist eine Bereitstellung der erfassten Altgeräte in die folgende sechs Gerätesammelgruppen(SG) neu vorgeschrieben:

  1. Wärmeüberträger
  2. Bildschirme, Monitore und Geräte, die Bildschirme mit einer Oberfläche von mehr als 100 Quadratzentimeter enthalten
  3. Lampen (wie Energiespar-, Leuchtstoff- und LED-Lampen)
  4. Großgeräte
  5. Kleingeräte und kleine Geräte der Informations- und Telekommunikationstechnik
  6. Photovoltaikmodule

Pflichten der Hersteller

  • Kennzeichnung der Geräte
    Das ElektroG verpflichtet die Hersteller, alle Elektro(nik)geräte die seit 13. August 2005 (Leuchten aus Haushalten und Photovoltaikmodule ab dem 24. Oktober 2015) in Verkehr gebracht werden zu kennzeichnen. Die Geräte sind vom Hersteller mit dem Symbol der durchgestrichenen Abfalltonne gekennzeichnet, damit sie nicht über den Restabfallbehälter entsorgt werden.
  • Rücknahmepflichten
    Die Hersteller haben die Elektro- und Elektronikaltgeräte, die die Kommunen aus privaten Haushalten gesammelt haben, unentgeltlich zurückzunehmen und der Entsorgung zu zuführen. Nach dem Anteil der in Verkehr gebrachten Elektro- und Elektronikgeräte der einzelnen Hersteller wird über einen Algorithmus der Hersteller bzw. beauftragten Dritte bestimmt, welches der sechs Behältnisse er an welchem Standort er in Deutschland abzuholen hat

Pflichten des Handels

Seit Mitte Juli 2016 ist die Rückgabemöglichkeit von Altgeräten für Verbraucher beim Handel möglich.

Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von mehr als 400 Quadratmetern haben beim Verkauf eines Elektro-oder Elektronikgerätes unentgeltlich ein im Wesentlichen funktionsgleiches Altgerät zurücknehmen. Diese Rücknahmepflicht besteht ebenfalls für den Versandhandel. Über die einzelnen Modalitäten der Rücknahme informiert der Online-Händler.

Außerdem müssen im Handel unentgeltlich kleine Altgeräte (die in keiner äußeren Abmessung größer als 25 Zentimeter sind) von privaten Endverbrauchern in haushaltsüblichen Mengen, unabhängig vom Kauf eines Neugerätes, zurück genommen werden.

Des Weiteren kann der Handel auf freiwilliger Basis Altgeräte aus privaten Haushalten im Rahmen des Verkaufs von Neugeräten weiterhin zurück nehmen.

Pflichten der Verbraucher (Besitzer)

Das Gerät ist noch funktionstüchtig oder hat einen defekten Schalter? Vor der Entsorgung sollte zuerst eine weitere Verwendung geprüft werden. Verschenken, Verkaufen über Internetanbieter, Abgeben an einer Hausratbörse in der Nähe oder Reparatur durch ein Fachgeschäft sind mögliche Alternativen vor der fachgerechten Entsorgung.

Die Wiederverwendung und die Reparatur verlängert die Lebensdauer des Gerätes. Beides trägt damit zur Schonung von natürlichen Ressourcen bei.

In fast allen Elektro(nik)geräten befinden sich gefährliche Stoffe, wie Kältemittel (z. B. FCKW), Flammschutzmittel oder Schwermetalle wie Cadmium und Blei. Landen die ausgedienten Geräte im Restabfall, können die Inhaltsstoffe zu erheblichen Belastungen der Umwelt und damit auch der menschlichen Gesundheit führen. Eine fachgerechte Zerlegung sichert zum einen den richtigen Umgang mit den gefährlichen Stoffen und zum anderen die Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe wie Kunststoffe, Metalle und Edelmetalle.

Ist das Gerät mit dem Symbol der »durchgestrichenen Mülltonne auf Rädern«, gekennzeichnet, dann ist es der Hinweis für die Abgabe an den kommunalen Sammelstellen oder großen Geschäften.

Gewerbliche Sammlungen durch angekündigte Handzettel im Briefkasten sind dagegen nicht zulässig.

Vor der Abgabe von Elektro- und Elektronikaltgeräten sind enthaltene Batterien und Akkus, welche austauschbar sind, zu entnehmen. Separat können Sie über die kommunalen Sammelstellen für Altgeräte oder im Handel, wo sie verkauft werden, in dort aufgestellten Batterieboxen meist im Eingangsbereich zu finden, unentgeltlich abgegeben werden. Sensible, persönliche Daten auf Geräten wie Handys, Smartphones, Computer oder Kameras sind vorher vom Eigentümer zu löschen.

Organisation

Die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger (örE) sind für die Einsammlung und die Einrichtung von Sammelstellen verantwortlich. Die finanzielle Verantwortung für die Logistik, Verwertung und das Recycling übernehmen die Hersteller und Importeure.

Die Abholorganisation an den Übergabestellen bei den Kommunen wurden an die Stiftung Elektro-Altgeräte Register (EAR) in Fürth - die sogenannte »Gemeinsame Stelle der Hersteller«, - durch Übertragung hoheitlicher Aufgaben als »Beleihung« bezeichnet, weiter gegeben.

Das Umweltbundesamt stellt durch die Rechts- und Fachaufsicht über die Gemeinsame Stelle sicher, dass die Gemeinsame Stelle/Stiftung Elektro-Altgeräte Register die übertragenen Aufgaben gesetzeskonform wahrnimmt.

Marginalspalte

Ansprechpartner

Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft

Referat 45: Wertstoffwirtschaft

Anke Hess

ElektroG-Informationsportal

Informationsportal zum ElektroG

Informationsportal für Hersteller, Vertreiber, Bürger, öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger und Entsorger