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Elektro-/Elektronikaltgeräte

Mit der Verabschiedung des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes (ElektroG) vom 16. März 2005 wird die geteilte Produktverantwortung erstmalig in Deutschland auf elektrische und elektronische Altgeräte festgelegt. Es regelt die Entsorgung der gebrauchten Elektro- und Elektronikaltgeräte.

Die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger (örE) sind für die Einsammlung und die Einrichtung der Sammelstellen verantwortlich. Die finanzielle Verantwortung für die Logistik, Verwertung und das Recycling übernehmen die Hersteller und Importeure.

Die getrennte Sammlung und Erfassung von Elektro- und Elektronikaltgeräten unterstützt die Ziele

  • das Abfall einer Verwertung zugeführt und Materialien und Komponenten in den Stoffkreislauf zurückgeführt und als sekundäre Rohstoffe verwertet werden
  • den Schadstoffeintrag von giftigen Stoffen und Substanzen in die Umwelt zu minimieren durch eine umweltschonende Behandlung und ordnungsgemäße Entsorgung
  • die Wiederverwendung von ganzen Bauteilen zu fördern

Pflichten der Landkreise, Kreisfreien Städte und Abfallverbände als öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger (örE) im Freistaat Sachsen
Die Kommunen haben alle elektrischen und elektronischen Geräte aus privaten Haushalten einzusammeln. Dazu haben sie Sammelstellen in Ihren Gebieten einzurichten. Dort kann der Bürger seit dem 24. März 2006 unentgeltlich die Elektro- und Elektronikaltgeräte abgeben. Darüber hinaus kann der verpflichtete Entsorgungsträger zusätzlich Holsysteme einrichten. Dies liegt in seinem eigenen Ermessen. Das Abgeben an der Sammelstelle (Bringsystem) muss aber für den Bürger unentgeltlich sein.

Die örE sind verpflichtet die privaten Haushalte darüber zu informieren:

  1. dass die Altgeräte getrennt vom unsortierten Siedlungsabfall zu erfassen sind,
  2. über die Rückgabemöglichkeiten oder Sammlung der Altgeräte,
  3. über den Beitrag des örE zur Wiederverwendung, zur stofflichen Verwertung und zu anderen Formen der Verwertung von Altgeräten,
  4. zu den möglichen Auswirkungen bei der Entsorgung der in den elektrischen und elektronischen Geräten enthaltenen gefährlichen Stoffen auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit, sowie
  5. über das Symbol der durchgestrichenen Abfalltonne, damit die Altgeräte nicht über die Restabfallbehälter entsorgt werden.

Nach Entsorgungsgesichtspunkten ist eine Bereitstellung der erfassten Altgeräte in folgende 5 Gerätegruppen vorgeschrieben:

  1. Haushaltsgroßgeräte wie Waschmaschinen, Geschirrspüler, elektrische Wäschetrockner, Elektroherde, Backöfen, Mikrowellen, elektrische Kochplatten u. a.
  2. Kühlgeräte wie Kühlschränke, Gefriertruhen oder –schränke
  3. Geräte der Informations-, Telekommunikationstechnik, Unterhaltungselektronik wie Computer (inkl. allen Zubehörs wie Monitor, Tastatur, Drucker), elektrische Schreibmaschinen, Taschenrechner, Telefone, Faxgeräte, Radios, Hifi-Anlagen, Fernsehgeräte, Videokameras u. a.
  4. Gasentladungslampen wie Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen
  5. Beleuchtungskörper, elektrische und elektronische Werkzeuge wie Bohr-, Nähmaschinen, Lötkolben, elektrische Rasenmäher, Spielzeuge wie Videospiele, Fahrradcomputer u. a, Sport- und Freizeitgeräte, Haushaltskleingeräte wie Kaffeemaschinen, Toaster, Staubsauger, Bügeleisen, Friteusen, Föhn, Rasierapparat, batterie-betriebene Wecker und Armbanduhren.,.

Achtung: Nicht angenommen werden zerstörte oder ausgeschlachtete Geräte, da zum Ersten auf Grund einer Verunreinigung eine Gefahr für die Gesundheit und Sicherheit von Menschen besteht und zweitens dass ElektroG vorschreibt, dass der Zustand der Geräte eine spätere Wiederverwendung, Demontage oder Verwertung zulassen muss!

Pflichten der Hersteller

  • Kennzeichnung der Geräte
    Das ElektroG verpflichtet die Hersteller, alle Elektro(nik)geräte die seit 13. August 2005 in Verkehr gebracht werden zu kennzeichnen. Die Geräte sind vom Hersteller mit dem Symbol der durchgestrichenen Abfalltonne gekennzeichnet, damit sie nicht über den Restabfallbehälter entsorgt werden.
  • Rücknahmepflichten
    Die Hersteller haben seit 24. März 2006 die Elektro- und Elektronikaltgeräte, die die Kommunen aus privaten Haushalten gesammelt haben, unentgeltlich zurückzunehmen und der Entsorgung zu zuführen. Nach dem Anteil der in Verkehr gebrachten Elektro- und Elektronikgeräte der einzelnen Hersteller wird über einen Algorithmus der Hersteller bzw. beauftragten Dritte bestimmt, welches der 5 Behältnisse er an welchem Standort er in Deutschland abzuholen hat. 

Warum ist die ordnungsgemäße Entsorgung so wichtig?
In fast allen Elektro(nik)geräten befinden sich gefährliche Stoffe, wie Kältemittel (z. B. FCKW), Flammschutzmittel oder Schwermetalle wie Cadmium und Blei. Landen die ausgedienten Geräte im Restabfall, können die Inhaltsstoffe zu erheblichen Belastungen der Umwelt und damit auch der menschlichen Gesundheit führen. Eine fachgerechte Zerlegung sichert zum Einen den richtigen Umgang mit den gefährlichen Stoffen und zum Anderen die Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe wie Kunststoffe, Metalle und Edelmetalle.

Die Abholorganisation an den Übergabestellen bei den Kommunen wurden an die Stiftung E-lektro-Altgeräte Register (EAR) in Fürth die so genannte »Gemeinsame Stelle der Hersteller«, - durch Übertragung hoheitlicher Aufgaben als »Beleihung« bezeichnet, weiter gegeben.

Das Umweltbundesamt stellt durch die Rechts- und Fachaufsicht über die Gemeinsame Stelle sicher, dass die Gemeinsame Stelle/Stiftung Elektro-Altgeräte Register die übertragenen Aufgaben gesetzeskonform wahrnimmt.