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Aufkommen und Entsorgung der Abfälle aus privaten Haushalten
Siedlungsabfallaufkommen
Die Siedlungsabfallmenge in Sachsen betrug im Jahr 2008 laut Siedlungsabfallbilanz 1,88 Millionen Tonnen, wobei die Abfallmengen aus privaten Haushalten mit 1,35 Millionen Tonnen den mengenmäßig größten Anteil bildete. Die Haushaltsabfälle setzten sich zu 40 Prozent aus Restabfällen, mit 37 Prozent aus getrennt gesammelten Wertstoffen (Papier, Glas, Leichtverpackungen und sonstige Wertstofffraktionen) zusammen. Bio- und Grünabfälle machten einen Anteil von etwa 15 Prozent sowie sperrige Abfälle von 8 Prozent aus.
Abbildung: Gesamtaufkommen der durch die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger 2008 entsorgten Abfälle (Quelle: Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Referat Wertstoffwirtschaft, 2010)
Das Pro-Kopf-Aufkommen an Abfällen aus privaten Haushalten ist in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken. Diese Entwicklung wird besonders beim Restabfall (graue Tonne) aus privaten Haushalten deutlich, der sich von 1995 bis im Jahr 2008 um mehr als die Hälfte verringerte. In den 1990er Jahren wurden Sammelsysteme für Glas, Papier, Leichtverpackungen sowie für Bio- und Grünabfälle eingeführt, um diese einer Verwertung zuzuführen. Im Jahr 2008 wurden in Sachsen 119 Kilogramm Wertstoffe je Einwohner getrennt erfasst. Das entspricht einer Gesamtmenge von etwa 501.000 Tonnen. Das getrennt erfasste Aufkommen an Bio- und Grünabfällen ist seit 1995 kontinuierlich auf 51 Kilogramm pro Einwohner bis zum Jahr 2005 gestiegen. Dieser Anstieg kam zustande, weil viele Landkreise und Kreisfreien Städte eine Bio- und Grünabfallsammlung einführten. Seit dem blieb das einwohnerspezifische Aufkommen an Bio- und Grünabfällen nahezu konstant, so auch im Jahr 2008 mit 49 Kilogramm je Einwohner.
Abbildung: Entwicklung des einwohnerspezifischen Aufkommens an Abfällen aus privaten Haushalten (Quelle: Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Referat Wertstoffwirtschaft, 2010)
Entsorgung der Siedlungsabfälle
In den 1990iger Jahren wurden Siedlungsabfälle noch nahezu vollständig deponiert. Gesetzliche Vorgaben führten in den zurückliegenden Jahren zum Bau und Betrieb moderner Abfallbehandlungsanlagen. Mitte 2005 wurde die Deponierung unbehandelter Siedlungsabfälle beendet.
Heute dominieren komplexe technische Verfahren, wie mechanische, mechanisch-biologische und thermische Behandlung sowie Kompostierung und Vergärung die Entsorgung der Siedlungsabfälle.
Im Jahr 2008 wurden in Sachsen von den etwa 2 Millionen Tonnen Siedlungsabfällen, die kommunal zu entsorgen waren, etwa die Hälfte mechanisch, mechanisch-biologisch und thermisch behandelt. Der Anteil der auf Deponien abgelagerten, vorbehandelten Siedlungsabfälle lag im Jahr 2008 nur noch bei 15 Prozent. Im Unterschied dazu wurden im Jahr 1995 in Sachsen noch 90 Prozent der Siedlungsabfälle auf Deponien entsorgt.
Abbildung: Entwicklung der Entsorgungswege für Siedlungsabfälle (Quelle: Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie, Referat Wertstoffwirtschaft, 2010)