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Aufkommen und Entsorgung von Siedlungsabfällen

Die Siedlungsabfallmenge in Sachsen betrug im Jahr 2014 laut Siedlungsabfallbilanz rund 1,7 Millionen Tonnen, wobei die Abfallmenge aus privaten Haushalten mit 1,3 Millionen Tonnen den mengenmäßig größten Anteil bildete. Das Aufkommen von Abfällen aus anderen Herkunftsbereichen wie Gewerbe und Industrie, Bau- und Abbruchabfällen, Abfälle aus Sortier- und Behandlungsanlagen und Abfälle von öffentlichen Flächen betrug 0,4 Millionen Tonnen.

Die Haushaltsabfälle setzten sich zu 39 Prozent aus Restabfällen, mit 38 Prozent aus getrennt gesammelten Wertstoffen (Papier, Glas, Leichtverpackungen und weiteren Wertstofffraktionen) zusammen. Bio- und Grünabfälle machten einen Anteil von 16 Prozent sowie sperrige Abfälle von 8 Prozent aus.

Im Jahr 2014 wurden in Sachsen von den rund 1,7 Millionen Tonnen Siedlungsabfällen, die kommunal zu entsorgen waren, knapp die Hälfte durch mechanische Sortierung, direkte Aufbereitung und Verwertung oder Kompostierung/Vergärung zur stofflichen Nutzung eingesetzt. In die mechanisch-biologischen Behandlungsanlagen und Müllverbrennungsanlagen gelangten 34 Prozent der Siedlungsabfälle, davon vorwiegend die über die graue Tonne eingesammelten Restabfälle aus privaten Haushalten. Die energetische Nutzung der zu entsorgenden Siedlungsabfälle lag bei 15 Prozent. Dabei lag der Anteil, welcher in energieeffiziente Müllverbrennungsanlagen gelangte, bei 14 Prozent. Der Anteil von heizwertreichen Abfällen, welche in Feuerungsanlagen von Heizkraftwerken oder zur Ersatzbrennstoffaufbereitung zur späteren Energieerzeugung eingesetzt wurden, lag bei 1 Prozent. Der Anteil der auf Deponien abgelagerten, vorbehandelten Siedlungsabfälle wie Abfälle aus Gewerbe und Industrie, Bau- und Abbruchabfälle und Abfälle aus Sortier- und Behandlungsanlagen lag im Jahr 2014 bei insgesamt 9 Prozent.

Abbildung: Siedlungsabfallaufkommen und Entsorgungswege in Sachsen 2014 (Quelle: Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Referat Wertstoffwirtschaft, 2015)

Abbildung: Siedlungsabfallaufkommen und Entsorgungswege in Sachsen 2014 (Quelle: Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Referat Wertstoffwirtschaft, 2016)

Das Pro-Kopf-Aufkommen an Siedlungsabfällen aus privaten Haushalten ist seit 1995 um 159 Kilogramm auf 322 Kilogramm je Einwohner und Jahr gesunken. Diese Entwicklung wird besonders beim Restabfall (graue Tonne) aus privaten Haushalten deutlich, der sich von 1995 bis im Jahr 2014 um mehr als die Hälfte verringerte. In den 1990er Jahren wurden Sammelsysteme für Glas, Papier, Leichtverpackungen sowie für Bio- und Grünabfälle eingeführt, um diese einer Verwertung zuzuführen. Im Jahr 2014 wurden in Sachsen 122 Kilogramm Wertstoffe je Einwohner getrennt erfasst. Das getrennt erfasste Aufkommen an Bio- und Grünabfällen ist seit 1995 kontinuierlich auf 51 Kilogramm pro Einwohner bis zum Jahr 2005 gestiegen. Dieser Anstieg kam zustande, weil viele Landkreise und kreisfreien Städte eine Bio- und Grünabfallsammlung einführten. Seit dem schwankt das einwohnerspezifische Aufkommen an Bio- und Grünabfällen zwischen 48 und 53 Kilogramm je Einwohner. 

Abbildung: Entwicklung des einwohnerspezifischen Aufkommens an Siedlungsabfällen aus privaten Haushalten (Quelle: Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Referat Wertstoffwirtschaft, 2016)

Abbildung: Entwicklung des einwohnerspezifischen Aufkommens an Siedlungsabfällen aus privaten Haushalten (Quelle: Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Referat Wertstoffwirtschaft, 2016)