Kommunale Hochwasserinformationskarten
Hochwassergefahrenkarten sind eine Grundlage zur Verwirklichung des Hochwasserschutzes. Sie zeigen, welche Flächen von der Gefahr Überschwemmung mit welcher Intensität und welcher Wahrscheinlichkeit bedroht sind und sind somit Basis für vorsorgendes Handeln.
Um den kommunalen Hochwasserschutz noch effektiver durchführen zu können, wurde innerhalb des Interreg III B Projektes »ELBE-LABE Vorsorgender Hochwasserschutz durch transnationale Raumordnung« (ELLA) die Pilotstudie »Erstellung von Kommunalen Hochwasserinformationskarten/ Gefahrenzonenkarten« für die Städte Glauchau, Meißen, Radebeul und Torgau durchgeführt. Diese Karten wurden auf Grundlage bestehender wasserwirtschaftlicher Gefahrenkarten erstellt und dienen zukünftig als zusätzliche Grundlage bei der Organisation der Hochwasserabwehr und bei der Planung für eine angepasste Bauweise und Flächennutzung im potenziellen Überschwemmungsgebiet.
Kommunale Hochwasserinformationskarte
In der Kommunalen Hochwasserinformationskarte im Maßstab 1:5.000 werden Überschwemmungsflächen unterschiedlicher Hochwasserereignisse abgebildet. Die Standorte von Feuerwehr, Polizei, Notunterkünften, medizinischen Einrichtungen oder von Kindertagesstätten und Schulen sind im Hochwasserfall wichtige Punkte, die es zu schützen gilt. Hierzu sind auch Aussagen zu möglichen Evakuierungswegen notwendig. Beachtung sollten im Hochwasserfall auch die Standorte von Industrieanlagen und technischen Versorgungsanlagen wie Strom, Wasser und Abwasser finden. Diese zusätzlichen Informationen aus den Bereichen Katastrophenschutz, technische Infrastruktur, Wirtschaft, Kultur, Soziales wurden in Zusammenarbeit mit den Gemeinden bestimmt und kartiert. Die Darstellung erfolgt durch Symbole und flächenhafte Abbildungen.Kommunale Gefahrenzonenkarte
Im Gegensatz zur Kommunalen Hochwasserinformationskarte basiert die Kommunale Gefahrenzonenkarte, ebenfalls im Maßstab 1:5.000, nur auf Hochwasserinformationen. Sie verdeutlicht eine bestehende Hochwassergefahr und enthält keine zusätzlichen kommunalen Informationen. Die Hochwassergefährdung wird mit Hilfe von Gefahrenzonen dargestellt, die durch eine Überlagerung der Intensität und der Häufigkeit einer Überschwemmung ermittelt werden. Für die entstandenen einzelnen Gefahrenzonen wurden in Abstimmung mit der kommunalen Verwaltung Handlungsempfehlungen vorwiegend für die Bauleitplanung und zur Unterstützung der Wasserwehr abgeleitet.
| Gefahrenzone | sachliche Bedeutung | mögliche raumplanerische Bedeutung |
|---|---|---|
| rot | erhebliche Gefährdung | außerhalb von Ortschaften - Verbotsbereich innerhalb von Ortschaften - Gebotsbereich/Auflagenbereich |
| blau | mittlere Gefährdung | Gebotsbereich/ Auflagenbereich |
| gelb | geringe Gefährdung | Hinweisbereich/ Auflagenbereich |
| gelb-weiß | Restgefährdung | Hinweisbereich/ Auflagenbereich |
| weiß | nach derzeitigem Kenntnisstand keine oder vernachlässigbare Gefährdung | nach dem derzeitigen Kenntnisstand keine oder vernachlässigbare Einschränkungen |
