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Radonpotenzial in Sachsen

In Sachsen wurde als bisher einzigem deutschen Bundesland eine landesweite Kartierung des geogenen Radonpotenzials in Form von Erwartungswerten der Radonkonzentration in der Bodenluft durchgeführt. Sie stützt sich auf ca. 1000 Messpunkte und, da die Radonkonzentration im Boden geologisch bedingt ist, auf die geologischen Karten von Sachsen im Maßstab 1:200.000 bzw. 1:400.000.

Wie der unten dargestellten Karte zu entnehmen ist, gibt es Regionen, die in dieser Hinsicht besonders betroffen sind und in denen daher mit einer entsprechend großen Anzahl von Häusern zu rechnen ist, die erhöhte Radonkonzentrationen in der Innenraumluft aufweisen. Allerdings können auch in den übrigen Gebieten erhöhte Konzentrationen in der Raumluft nicht ausgeschlossen werden.

Prinzipiell sind Aussagen zum Radonpotenzial auf einzelnen Grundstücken jedoch nicht aus der Karte ableitbar, da die Erfassung dieser Größe nur in einem deutlich gröberen Maßstab erfolgen konnte. Daher ist die Beurteilung eines konkreten Baugrundstücks nur durch qualifizierte Untersuchungen des Grundstücks selbst möglich.

Erwartungswerte der Radonkonzentration in der Bodenluft im 1x1km-Raster (Quelle: Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft)

Erwartungswerte der Radonkonzentration in der Bodenluft im 1x1km Raster (Quelle: Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft)

Die letztlich interessierende Radonkonzentration im Gebäude hängt nicht nur von den Gegebenheiten des Baugrundes sondern auch stark von der Bauweise und den Gebäudeeigenschaften (Dichtheit der erdberührten Gebäudehülle und Unterdruck durch einen Kamineffekt im Gebäudeinneren) sowie den Lüftungsverhältnissen ab. Daher können einander benachbarte Gebäude sehr unterschiedliche Radonkonzentrationen aufweisen.

Das nachstehende Merkblatt zur Karte der Radonkonzentration in der Bodenluft für das Territorium des Freistaates Sachsen enthält neben der Kartendarstellung auch detailliertere Erläuterungen und Hinweise zur  Anwendung.

Radonprognose für den Freistaat Sachsen

Ergänzend zur Karte des Radonpotentials wurden die Überschreitungswahrscheinlichkeiten von Referenzwerten für die Radonkonzentration in Gebäuden im Freistaat Sachsen im 1 x 1 km-Raster abgeschätzt. Grundlage war u. a. die oben dargestellte Karte der Erwartungswerte für die Radonkonzentration in der Bodenluft. Im Ergebnis dieser Radonprognose können die zu erwartenden Überschreitungswahrscheinlichkeiten für die bebauten Gebiete Sachsens in Kartenform dargestellt werden. Sie dienen der Information der Bürger und zur Unterstützung der Baubehörden in den Gemeinden und Kreisen. Aus den Karten können keine Rückschlüsse auf einzelne Grundstücke und Wohnungen gezogen werden.

Rasterkarte Überschreitungswahrscheinlichkeit von 200 Bq/m³ im Erdgeschoss

Diese Rasterkarte zeigt beispielhaft die Überschreitungswahrscheinlichkeit  von 200 Bq/m³ im Erdgeschoss in Aufenthaltsräumen. Rasterelemente ohne Bodenluftprognose sind mit "keine Bewertung" in der Karte gekennzeichnet. Rasterelemente (jeweils 1 km²) mit einer Bebauung von weniger als 20 Wohngebäuden werden ebenfalls ohne Prognose der Überschreitungswahrscheinlichkeit dargestellt.

Diese Rasterkarte ist inhaltlich wie die über ihr stehende Karte aufgebaut. Im Unterschied zeigt sie die Überschreitungswahrscheinlichkeit für den Wert 300 Bq/m³.

Bei dieser Darstellung wurden die zur Verfügung stehenden Daten auf Gemeindeebene zusammengefasst, so dass sowohl die Überschreitungswahrscheinlichkeiten für die Gebäudebestände der einzelnen Gemeinden als auch mit Hilfe der digitalen Liegenschaftskarten die absoluten Anzahlen der betroffenen Gebäude summarisch abgeschätzt werden konnten. Gemeinden, in denen sich die Prognose nur auf Flächen gestützt hätte, in denen weniger als 75 % der vorhandenen Wohngebäude stehen, wurden nicht bewertet.

Diese Karte zeigt inhaltlich die gleiche Darstellung wie oben, jedoch auf der Basis eines Wertes von 300 Bq/m³.

Marginalspalte

Bild: Thematische Illustration: Radon

Ansprechpartner

Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft

Mandy Alisch-Mark

Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft

Dr. Stephanie Hurst