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Sanierungsmaßnahmen der Wismut GmbH

Die wichtigsten Förderreviere in Sachsen waren Schlema-Alberoda und Pöhla (Westerzgebirge), Dresden-Gittersee (Döhlener Becken) und Königstein (Sächsische Schweiz), wo das Uranerz unter Tage gewonnen und durch die Grubenauffahrungen (Abteufen von Schächten und Vortrieb von Stollen) anfallenden Abraummengen als Halden aufgeschüttet wurden. Einer der wichtigsten Aufbereitungsstandorte in Sachsen war die Uranerzaufbereitungsanlage in Crossen mit der dazugehörigen Industriellen Absetzanlage (IAA).
Karte: Lage der Standorte der Wismut GmbH

Lage der Standorte der Wismut GmbH (Quelle: Wismut GmbH )

Ziel der Sanierungsmaßnahmen

In Sachsen erfolgte bzw. erfolgen alle Sanierungsmaßnahmen im Rahmen von genehmigungsrechtlichen Verfahren. Das LfULG als zuständige Aufsichtsbehörde (Strahlenschutzbehörde) erteilt die objektspezifischen, strahlenschutzrechtlichen Genehmigungen und kontrolliert die Durchführung der beantragten Sanierungsmaßnahmen.

Das Ziel dieser Sanierungsmaßnahmen ist es, neben der Rekultivierung der Landschaft auch die bergbaubedingte Strahlenexposition der Bevölkerung, unter Beachtung sozialer und ökonomischer Aspekte, so weit wie möglich zu reduzieren. Richtwert ist dabei nach der »Anordnung über die Gewährleistung des Strahlenschutzes bei Halden und industriellen Absetzanlagen« (VOAS) und deren Durchführungsbestimmungen eine zusätzliche effektive Dosis von 1 Millisievert pro Jahr (mS/a).

Entsprechend des Einigungsvertrages vom 31. August 1990 und der Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) gelten die aus dem DDR-Recht übernommene VOAS für die Sanierung von Altlasten und Altstandorten und die »Anordnung zur Gewährleistung des Strahlenschutzes bei Halden und industriellen Absetzanlagen und bei der Verwendung der darin abgelagerten Materialien« (HaldAO) fort.

Finanzierung

Für die Stilllegungs- und Sanierungsmaßnahmen der Wismut GmbH in Sachsen und Thüringen werden von der Bundesregierung ca. 7,1 Milliarden Euro bereitgestellt. Bisher wurden bereits über drei Viertel der notwendigen Sanierungsarbeiten durchgeführt, wobei bis Ende 2010 ca. 5,4 Milliarden Euro der bereitgestellten Mittel aufgebraucht wurden.

Sanierungsmaßnahmen

Wichtige Sanierungsmaßnahmen sind:

  • das Abdecken von Halden und Absetzanlagen,
  • die Flutung der Gruben,
  • die Reinigung der Wässer aus den gefluteten Gruben in Wasserbehandlungsanlagen und die Entsorgung der dabei anfallenden Rückstände,
  • die Reinigung belasteter Sickerwässer,
  • der Abriss von Gebäuden und die Dekontamination von Betriebsflächen.

Durch die Sanierungsmaßnahmen wird die Ausbreitung von radioaktiven Stäuben verhindert. Die externe Strahlung soll verringert und der Radonaustritt so weit wie möglich reduziert werden. Außerdem wird die Ausbreitung natürlicher Radionuklide über Grund-, Sicker- und Oberflächenwasser stark eingeschränkt.

Sanierungsbegleitende Forschung

Da bisher kaum Erfahrungen mit der Sanierung solcher radiologischer Altlasten vorlagen, mussten innovative Wege beschritten werden. Im Rahmen der Sanierung wurden daher Forschungsleistungen durch die Wismut GmbH und das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie als zuständige Strahlenschutzbehörde initiiert, ausgeschrieben und betreut.

Sanierungsergebnisse

Durch die bisherigen Maßnahmen konnten die Umweltbelastungen in den Wismut-Bergbau-Regionen bereits erheblich gesenkt werden. Erste Flächen wurden wieder nutzbar gemacht, was eine wichtige Voraussetzung für die Ansiedlung von Investoren ist. Beispielhaft sei hier der Kurort Bad Schlema genannt.

Der Sanierungsfortschritt wird im jährlichen Umweltbericht der Wismut GmbH dargelegt, in dem die Messergebnisse aus dem Umweltüberwachungsprogramm der Wismut GmbH für alle Standorte ausgewertet und der Sanierungsfortschritt anhand ausgewählter Beispiele dargestellt werden.
Die Ergebnisse des behördlichen Kontrollprogramms zu den Sanierungsmaßnahmen werden im jährlichen Umweltbericht der Staatlichen Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft (BfUL) veröffentlicht.

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Bild: Thematische Illustration: Radioaktive Altlasten und Altstandorte

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 53: Strahlenschutz

Andrea Sperrhacke

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    01311 Dresden
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    Söbrigener Str. 3a
    01326 Dresden
  • TelefonTelefon: (0351) 2612-5300
  • TelefaxTelefax: (0351) 2612-5399
  • E-MailE-Mail

Dr. Klaus Flesch

  • TelefonTelefon: (0351) 2612-5312
  • E-MailE-Mail

Jahresberichte der unabhängigen Messstelle (BfUL)

Externe Links