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Fachkunde und Kenntnisse, Strahlenschutzkurse

Die neue Strahlenschutzverordnung, die am 1. August 2001 in Kraft getreten ist, und die geänderte Röntgenverordnung, die seit dem 1. Juli 2002 gilt, verlangen für die Ausführung bestimmter Aufgaben im Rahmen der Anwendung radioaktiver Stoffe oder ionisierender Strahlung am Menschen eine ganz besondere Fachkunde oder Kenntnisse im Strahlenschutz.

Diese Anforderungen, die sich überwiegend aus den EURATOM-Richtlinien ergeben, sind im deutschen Strahlenschutzrecht nicht neu. Sie sind durch die neuen bzw. geänderten Verordnungen allerdings sehr viel umfassender beschrieben. Neu ist jedoch, dass die erworbene Fachkunde oder die Kenntnisse regelmäßig aller fünf Jahre aktualisiert werden müssen.

Aufgaben nach StrlSchV, die Fachkunde erfordern

Die neue Strahlenschutzverordnung legt genau fest, für welche Aufgaben eine besondere Fachkunde im Strahlenschutz erforderlich ist. Mit der Fachkunde sind nicht Erlaubnisse oder Aus- und Weiterbildungen nach berufsrechtlichen Vorschriften gemeint, wie z.B. Bundesärzteordnung, Approbationsordnung, Weiterbildungsordnungen oder MTA-Gesetz. Regelungen aus diesen Rechtsbereichen füllen hier die atomrechtlichen Vorschriften aus, sie sind aber bei der Anwendung ionisierender Strahlung oder radioaktiver Stoffe am Menschen nachrangig zu den speziellen Anforderungen der Strahlenschutzverordnung.
Die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz besteht aus theoretischem Wissen und praktischen Erfahrungen.

  • Eine grundlegende Voraussetzung ist, dass die zu bestellende Person eine geeignete Ausbildung für das jeweilige Anwendungsgebiet nachweisen kann. Diese Ausbildung ist durch das Abschlusszeugnis zu belegen.
  • Das theoretische Wissen wird an einer entsprechend qualifizierten Ausbildungsstätte erworben. Dort werden Gesetzeswissen und theoretische Kenntnisse vermittelt und praktische Übungen im Strahlenschutz durchgeführt. Die erfolgreiche Kursteilnahme wird durch eine Bescheinigung belegt.
  • Die praktischen Erfahrungen müssen dabei auf dem jeweiligen Anwendungsgebiet erworben werden (Sachkunde). Die Sachkunde ist an Institutionen im Geltungsbereich der Strahlenschutzverordnung zu erwerben, die entsprechend ihrer Ausstattung, ihrem Tätigkeitsumfang und ihrer fachlichen Kompetenz in der Lage sind, die Lerninhalte der Richtlinien zu vermitteln. Die praktische Erfahrung ist durch Nachweise zu belegen.

Aktualisierung

Entsprechend der Fortbildungsvorgaben der EURATOM-Patientenschutzrichtlinie ist die Verpflichtung zur Aktualisierung der Fachkunde und der Kenntnisse im Strahlenschutz in die Strahlenschutzverordnung aufgenommen worden.

Verfahren zum Erwerb der Fachkunde und der Kenntnisse im Strahlenschutz, Strahlenschutzkurse

Die in den Richtlinien zur Strahlenschutzverordnung geforderten Strahlenschutzkurse werden je nach Landesrecht durch die zuständigen Behörden anerkannt. Hier gilt das Territorialprinzip. Kurse in Sachsen müssen durch das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft anerkannt werden.

Erfolgreiche Teilnahme an einem Strahlenschutzkurs bedeutet, dass der Kursveranstalter diese im Rahmen einer Prüfung testieren muss.

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Bild: Thematische Illustration: Genehmigungsbedürftige Tätigkeiten

Ansprechpartner

Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft

Dr. Joachim Lorenz

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 53 Strahlenschutz