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Messprogramm zur Erweiterung der Datengrundlage zur Radonsituation in Sachsen

Messprogramm zur Erweiterung der Datengrundlage zur Radonsituation in Sachsen

 

Bereits vor 2009 wurden von der Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft Daten zu Wohnhäusern unter bestimmten fachlichen Gesichtspunkten erhoben. Sie umfassten deshalb oftmals Teilaspekte und nicht alle relevanten Parameter. Häufig lagen Daten für die Radonkonzentration in den Räumen ohne Informationen zum Radonpotenzial im Gebäudeuntergrund vor. Oder es waren zwar Daten zum Radon in der Bodenluft vorhanden, aber keine Informationen zur Situation im Gebäude. Auch die Gebäudeeigenschaften und Raumnutzungen waren nicht für alle untersuchten Gebäude erfasst. Diese Lücken sollten durch nachträgliche Erhebungen beseitigt werden. Mit dem Messprogramm sollte die Datenbasis für die maßgeblich betroffenen Regionen in Sachsen erweitert werden. Dabei wurden die Daten in einem solchen Umfang erhoben, dass auf dieser Basis das Wissen zum Eindringen und Ausbreiten von Radon in Gebäuden verbessert- und die Betroffenheit in Sachsen besser eingeschätzt werden konnte.

Interessenten durften kostenfrei an diesem Messprogramm teilnehmen, wenn
a) sich das zu untersuchende Gebäude in folgenden Kreisen / Städten befand:

  • Vogtlandkreis
  • Erzgebirgskreis
  • Mittelsachsen
  • Meißen
  • Görlitz (Südhälfte)
  • Sächsische Schweiz / Osterzgebirge
  • Stadt Chemnitz
  • Stadt Dresden

b) das zu untersuchende Gebäude ein selbst genutztes Wohnhaus war (oder der Bau eines solchen geplant war),

c) der Teilnehmer zustimmt hatte, dass die Messungen in dem von der Radonberatungsstelle gewünschten Umfang zur Gewinnung vollständiger Datensätze durchgeführt werden und die Mess-, Gebäude- und Grundstücksdaten für weiterführende Untersuchungen der sächsischen Landesbehörden verwendet werden durften,

d) der Teilnehmer den Fragebogen zu den Gebäudedaten beantwortet.
Wenn eine Radonsanierung oder bauliche Maßnahmen mit Radonrelevanz vorgesehen ist, können auch Gebäude außerhalb der unter a) genannten Gebiete in das Messprogramm einbezogen werden.

Ein Anspruch auf eine kostenfreie Beteiligung am Messprogramm bestand jedoch nicht.

Welche Messungen und Daten wurden erhoben?

Für einen »vollständigen Datensatz« wurden folgende Daten erhoben:

  • Radonkonzentrationen in der Bodenluft in der Nähe des Hauses (wiederholte Beprobung an mehreren Bohrungen, je einmal im Sommer und im Winter)
  • Daten zu wichtigen Einflussgrößen (Bodenpermeabilität, Bodenfeuchte, Lufttemperatur, Bodentemperatur, Luftfeuchte, Luftdruck, Windstärke),
  • Jahresmittelwerte der Radonkonzentration in mehreren Räumen des zu untersuchenden Hauses (mindestens zwei pro Etage),
  • zeitaufgelöste Messungen über eine Woche mit zwei Wochenenden, jeweils im Sommer und Winter in den gleichen Räumen, um die Unterscheide bei Nutzung und nutzungsfreien Zeiten zu erfassen.
  • Gebäudedaten laut Fragebogen,
  • geologische Charakterisierung des Gebäudestandortes.
     

Das Messprogramm wurde in der Zeit von 2009 bis 2015 durchgeführt und zum Jahreswechsel 2015/2016 eingestellt. Letzte Messungen werden noch abgeschlossen. Die erhobenen Daten werden anschließend umfassend ausgewertet.

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Ansprechpartner

Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft

Mandy Alisch-Mark