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Phänologische Beobachtungen - Sachsens Schulen erforschen den Klimawandel

Die Phänologie befasst sich mit der Entwicklung der Pflanzen und Tiere im Jahresverlauf. Dabei werden regelmäßig wiederkehrende Wachstums- und Entwicklungserscheinungen wie Blühbeginn, Fruchtreife, Laubfall usw. beobachtet. Diese werden in einem phänologischen Kalender mit 10 Jahreszeiten festgehalten. Er orientiert sich an den charakteristischen Entwicklungsstadien typischer Zeigerpflanzen (z. B. Schneeglöckchen, Holunder, Salweide).

Durch die Einbeziehung von Schülern in die phänologischen Beobachtungen werden ihnen die regionalen Auswirkungen des Klimawandels konkret sichtbar und vor Ort erlebbar vermittelt.

Teilnehmende Schulen in Sachsen

Zur Zeit nehmen an dem Projekt vier Schulen der Primar- und Sekundarstufe in Sachsen teil:

Was ist zu tun?

Die für den Schulunterricht aufbereiteten Materialien zur phänologischen Beobachtung (s. Kasten rechts) lassen sich an Grund- und weiterführenden Schulen im Rahmen des Profil- und Fachunterrichtes, aber auch im fächerübergreifenden Unterricht oder in der Projektarbeit einsetzen. Sinnvoll ist eine frühzeitige Einplanung in geplante Unterrichtsinhalte, um zu einem geeigneten Beobachtungszeitpunkt  - möglichst zu Jahresbeginn - starten zu können.

Neben der theoretischen Einbindung im Unterrichtsablauf sind für die eigentliche Beobachtung folgende Aktivitäten notwendig:

  • Erkundung: Im Umfeld der Schule werden geeignete Standorte für die phänologische Beobachtung gesucht (Gärten, Parkanlagen, Schulgarten etc.).
  • Beobachtung: Entsprechend dem phänologischen Kalender werden die Eintrittstermine der pflanzlichen Entwicklungsstufen (Beginn der zehn phänologischen Jahreszeiten) erfasst (Weitere Informationen in der Beobachtungsanleitung - Kasten rechts).
  • Verarbeitung: Die erfassten Daten werden in den für den jeweiligen Naturraum in Sachsen spezifische Meldebogen (Kasten rechts) eingetragen. Der jeweilige Naturraum kann der Naturraumkarte des DWD (ebenfalls Kasten rechts) entnommen werden.
  • Meldung: Die ausgefüllten Meldebögen sollten unmittelbar nach Erreichen eines Eintrittstermins per E-Mail an den DWD (LW.Leipzig@dwd.de) gesendet werden.

Der DWD prüft die Beobachtungsdaten auf Plausibilität und Qualität, speichert sie in einer Datenbank und sendet sie zudem an die Paneuropäische Phänologische Datenbank in Wien. Damit werden phänologische Beobachtungsdaten der Schulen Teil eines europäischen Projektes. Die geprüften Beobachtungsdaten werden zeitnah auch an dieser Stelle veröffentlicht.

Phänologische Beobachtungen im Jahr 2016

Die phänologischen Beobachtungen durch Sachsens Schulen erfolgen mit Hilfe von sieben typischen Pflanzen auf dem Gebiet des Freistaates: Schneeglöckchen, Salweide, Stachelbeere, Apfel, Sommerlinde, Holunder und Stieleiche.

Die zehn ausgewählten Phasen repräsentieren alle wichtigen Jahreszeiten für die Vegetation und reichen vom Vorfrühling im Februar bis zum Ende der Vegetationszeit (Winter) im November. Für die erste Phase wurden zur Verbesserung der Beobachtung zwei Zeigerpflanzen ausgewählt (Schneeglöckchen und Salweide).

Mit dem Start des Schulprojektes in 2013 liegen für Sachsen bereits Daten für die Jahre 2014 und 2015 vor (s.u.). Aktuelle Angaben für das Jahr 2016 werden zeitnah in den Karten der phänologischen Jahreszeiten dargestellt. Ergänzend zu den Meldungen der teilnehmenden Schulen werden auch die dem Deutschen Wetterdienst (DWD) vorliegenden Ergebnisse der Sofortmelder dargestellt.

Neben einer Kartendarstellung für die einzelne Phase wird auch eine Gesamttabelle für alle Beobachtungen bereitgestellt.

Phase 1 (Variante 1): Vorfrühling - Blühbeginn Schneeglöckchen

Phase 1 (Variante 1): Vorfrühling - Blühbeginn Schneeglöckchen

Der Termin der Beobachtung wird gemeldet, sobald die ersten Schneeglöckchen ihre äußeren Blütenblätter abspreizen und innerhalb der inneren Blütenblätter die Staubgefäße zu sehen sind.

Phase 1 (Variante 2): Vorfrühling - Blühbeginn Salweide

Phase 1 (Variante 2): Vorfrühling - Blühbeginn Salweide

Die Beobachtungsphase tritt ein, wenn sich die ersten Blütenkätzchen soweit gestreckt haben, dass die geöffneten gelben Staubbeutel zu sehen sind und bei Berührung Pollen abgeben.

Phase 2: Erstfrühling - Blattentfaltung Stachelbeere

Phase 2: Erstfrühling - Blattentfaltung Stachelbeere

Der Termin der Beobachtung ist erreicht, wenn sich die ersten Blätter vollständig aus der Knospe herausschieben und bis zum Blattstiel oder Blattansatz entfalten.

Phase 3: Vollfrühling - Blühbeginn Apfel

Phase 3: Vollfrühling - Blühbeginn Apfel

Notiert wird der Beobachtungstermin, an dem die ersten Blüten des Apfelbaums vollständig geöffnet sind. Bezogen auf den Blütenstand öffnet sich zuerst die Mittelblüte

Phase 4: Frühsommer - Blühbeginn Schwarzer Holunder

Phase 4: Frühsommer - Blühbeginn Schwarzer Holunder

Die Phase wird gemeldet, wenn an der am weitesten entwickelten Trugdolde, dem Blütenstand des Holunders, etwa die Hälfte der Einzelblüten völlig geöffnet sind.

Phase 5: Hochsommer - Blühbeginn Sommerlinde

Phase 5: Hochsommer - Blühbeginn Sommerlinde

Gemeldet wird der Tag, an dem sich die ersten Einzelblüten an den Trugdolden vollständig geöffnet haben und einen starken Duft ausströmen.

Phase 6: Spätsommer - Pflückreife Apfel frühreifend

Phase 6: Spätsommer - Pflückreife Apfel frühreifend

Es wird der Termin gemeldet, wenn die Äpfel ihre charakteristische Färbung erhalten haben, sich leicht lösen lassen und ein erstes Pflücken des Apfelbaumes lohnt.

Phase 7: Frühherbst - Fruchtreife Schwarzer Holunder

Phase 7: Frühherbst - Fruchtreife Schwarzer Holunder

Sobald alle Früchte der am weitesten ausgereiften Trugdolde endgültig blauschwarz geworden sind, ist der Termin zu melden.

Phase 8: Vollherbst - Fruchtreife der Stieleiche

Phase 8: Vollherbst - Fruchtreife der Stieleiche

Gemeldet wird der Zeitpunkt, an dem die ausgereiften Eicheln mit ihren erkennbaren Längsstreifen vom Baum fallen.

Phänologische Beobachtungen der Jahre 2014 und 2015

Seit dem Jahr 2014 erfolgten ganzjährig phänologische Beobachtungen durch sächsische Schulen. Ergänzt werden diese durch die Angaben der vom Deutschen Wetterdienst betreuten Sofortmelder. Alle Ergebnisse der beiden Jahre 2014 und 2015 sind in einer Übersichtstabelle und in einer Kartenübersicht zusammengefasst. Einzelne Kartendarstellungen werden für die Phasen in 2015 dargestellt, für die noch keine Ergebnisse im aktuellen Jahr vorliegen.

Phänologische Beobachtungen im Jahr 2013

Die Ergebnisse der phänologischen Beobachtungen im Jahr 2013 enthalten die Angaben der vom Deutschen Wetterdienst betreuten Sofortmelder. Die Ergebnisse sind in einer Übersichtstabelle für 2013 zusammengefasst.