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Der Rochlitzer Berg

Vor etwa 300 Millionen Jahren kam es in Europa an verschiedenen Stellen zu gewaltigen Vulkanausbrüchen. Nordwestsachsen ist mit mehr als 2000 Quadratkilometern eines der größten Eruptivgebiete dieser Zeit. Bereits in der ersten Phase wurden auf eine Fläche von 1500 Quadratkilometern vulkanische Gesteine abgelagert, die durch Bohrungen nachweisbar über 400 Meter mächtig sind.

Die auf dem Rochlitzer Berg aufgeschlossenen Gesteine sind also nur ein kleiner Ausschnitt aus der Gesamtabfolge.
Fotografie: Gestein des Rochlitzer Berges

Gestein des Rochlitzer Berges Quelle: Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Geologische Entstehung

Entstanden ist das Gestein des Rochlitzer Berges aus kieselsäurereichem Magma, das sich nicht wie Basaltmagma im Erdmantel bildet, sondern in der Unterkruste in etwa 30 Kilometern Tiefe.

Diese Magmen sind gasreich und zäh und eruptieren deshalb oft mit gigantischen Explosionen. Die Produkte dieser Explosionen sind die Ignimbrite, ein aus den lateinischen Wörtern ignis (Feuer) und nimbus (Wolke) zusammengesetzter Begriff. Die Geologen bezeichnen damit ein vulkanisches Gestein, das aus einer Glutwolke abgelagert wurde.

Bei gewaltigen Ausbrüchen können große Gebiete mit mächtigen Ignimbritdecken überzogen werden. Von der Temperatur zum Zeitpunkt der Ablagerung der Ignimbrite hängt es ab, ob die Partikel verschweißen und so lavaähnliche dichte Gesteine ergeben oder ob lockere poröse Massen entstehen.

Das typische Gestein des Rochlitzer Berges ist unverschweißter Ignimbrit, der erst später verfestigt wurde. Die moderne Bezeichnung für dieses Gestein ist also Rochlitzer Ignimbrit; als Werksteinbezeichnung finden wir nach wie vor den Begriff »Rochlitz Porphyrtuff«.

Nutzung des Gesteins

In den fast 100 Meter tiefen Steinbrüchen auf dem Rochlitzer Berg wird der hellrotbraune »Rochlitzer Porphyrtuff« gebrochen. Seine Farbe wechselt zwischen rot, braun, graugelb oder violett. Oft ist das Gestein von unregelmäßigen Klüften durchzogen.

Seine einzigartige Farbe und Textur, gepaart mit ausgezeichneten stein- und bauphysikalischen Eigenschaften erklären seine Nutzung als Baumaterial seit dem 10. Jahrhundert. Der Stein der sächsischen Könige, wie der »Rochlitz Porphyrtuff« auch genannt wird, prägt viele Städte der Umgebung. Burgen (z. B. Kriebstein und Augustusburg), Schlösser (z. B. Glauchau, Eilenburg und Frohburg) und Kirchen (z. B. Kloster Wechselburg) sind aus diesem Gestein erbaut. In Leipzig sind das z. B. das Alte Rathaus, die Pleißenburg und das Grassi-Museum.

Auch in modernen Zeiten fand das Gestein vielfältige Verwendung. 1924 wurde ein Steinbrech- und Walzwerk auf dem Rochlitzer Berge eingerichtet, um neue Absatzmärkte zu erschließen. Die dort erzeugten Produkte eigneten sich für den Wegebau und für Sportstätten. So war für die Aschenbahn der Olympischen Spiele 1936 in Berlin fein gemahlener »Rochlitzer Porphyrtuff« verwendet worden.

Erst kürzlich entstand ein Porphyrlehrpfad, der die Entstehung und die Geschichte des roten Rochlitzer Gesteins erläutert.

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Bild: Thematische Illustration: Geotope

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Dr. Kurt Goth

  • TelefonTelefon: (03731) 294-1208
  • TelefaxTelefax: (03731) 294-1099
  • E-MailE-Mail

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