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UHYDRO - Erfassungsprogramm für geologische Daten

UHYDRO

Was ist UHYDRO?

UHYDRO ist ein Erfassungsprogramm für alle Daten zu geologischen Bohrungen sowie für Sondierungen, Pumpversuche und andere Untersuchungen zum geologischen Untergrund.
Informationsbild zu UHYDRO

Informationsbild zu UHYDRO

Zu welchem Zweck wurde UHYDRO entwickelt?

Die Vielfalt der auf dem Markt befindlichen, oft nicht zueinander kompatiblen Programme zur Erfassung und Auswertung geologischer Daten erschwert bzw. verhindert deren Austausch. So wurde durch die Umweltministerkonferenz der Bundesrepublik Deutschland beschlossen, auf dem Gebiet der Geologie bundesweite Rahmenempfehlungen für Datenformate erarbeiten zu lassen.

Diese wurden beispielsweise für die Hydrogeologie 1994 vorgelegt. Das Programmpaket UHYDRO wurde im Auftrag des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) entwickelt und ist die Umsetzung dieser Empfehlungen für Sachsen.

Es dient der einheitlichen Erfassung der Daten und bildet damit die Grundlage für einen effektiven Datenaustausch. Das LfULG hat als zentrale Fachbehörde die Aufgabe geologische Informationen für Sachsen zu sammeln und verfügbar zu halten. Die gesetzliche Grundlage dafür bildet das Lagerstättengesetz vom 4.12.1934, zuletzt geändert am 10.11.2001 in Verbindung mit der Verordnung zur Übertragung von Zuständigkeiten nach dem Lagerstättengesetz des SMUL und des SMWA vom 19.12.2006.
Schema der Aufschlussdatenbank

Schema der Aufschlussdatenbank

Potentielle Nutzer von UHYDRO?

UHYDRO wurde in erster Linie für die Urheber der Daten, also Ingenieurbüros, Bohrfirmen, Hochschulen oder Labors entwickelt.
UHYDRO kann jeder Interessent kostenlos erhalten. Die Nutzung der erfassten Daten kann wiederum durch jede Behörde, Firma usw. erfolgen, wenn ein entsprechender Anlass (Projekt, Auftrag usw.) vorliegt.

Jeder Interessent kann bei Vorliegen eines entsprechenden Auftrages eine Recherche im Datenspeicher veranlassen und bekommt, vorbehaltlich der Freigabe der Daten durch eventuelle private Eigentümer, die Daten im einheitlichen Format kurzfristig zur Verfügung gestellt. Der Datenaustausch zwischen Behörden ist problemlos möglich; die Nutzungsmöglichkeiten (Auswertungen mit Zusatzprogrammen, Kartendarstellung, Datenaufbereitung für Modellierungen usw.) sind vielfältig und für einen breiten Nutzerkreis zugängliche. Wenn die Recherche im Interesse des Freistaates Sachsen liegt, kann auf entsprechende Gebühren verzichtet werden.

Für verschiedene Bereiche geologisch orientierter Arbeiten ist die Erfassung mit UHYDRO verbindlich vorgeschrieben (z.B. staatlich geförderte Altlastenbehandlungsmaßnahmen, Aufträge der Straßenbauverwaltung und Staatshochbauverwaltung); für weitere sind entsprechende Regelungen in Vorbereitung.

Welche Daten sind zu erfassen?

Grundsätzlich sind alle Daten zu erfassen, die den folgenden Untersuchungen zugeordnet werden können:
  • Bohrungen, Schürfe, Sondierungen, Grundwassermessstellen: Stammdaten, Schichtenverzeichnis, Ausbau und Hinterfüllung
  • Pump- und Tracerversuche: Stammdaten, Daten der Aufschlüsse, Messwerte
  • Messwerte von Grundwasserstand und –menge, Laboruntersuchungen (z.B. Korngrößenanalysen, Durchflussversuche, Isotopenanalysen, geochemische Analysen, hydrochemische Analysen, boden- und felsmechanische Daten)
Bei vielen gleichartigen Untersuchungen mit gleicher geologischer Aussage (z.B. viele flache Rammkernsondierungen auf engstem Raum, die alle das gleiche geologische Profil widerspiegeln) kann im Einzelfall nach mündlicher Absprache mit dem LfULG eine Verringerung des Erfassungsumfangs festgelegt werden.
Schema: Struktur der Aufschlussdatenbank

Struktur der Aufschlussdatenbank

Erfassungsmodalitäten

Der Auftraggeber (z. B. einer staatlich geförderten Altlastenbehandlungsmaßnahme) fordert vom Auftragnehmer im Vertrag die Erfassung der gewonnenen geologischen und hydrogeologischen Daten mit UHYDRO. Der Auftragnehmer erhält mit dem Auftrag ein Bestätigungsformblatt (falls nicht vorhanden, wird es vom LfULG ausgestellt). Er schickt die erfassten Daten über die in UHYDRO32 integrierte Schnittstelle per Mail an das LfULG und erhält dafür die Bestätigung des LfULG auf dem Formblatt. Dies wird durch den Auftraggeber kontrolliert und ist Bedingung für die Bezahlung der Gesamtleistung.

Entwicklung der Aufschlussdatenbank und gegenwärtiger Stand der Erfassung

Der gegenwärtige Erfassungsstand resultiert aus der Übernahme digitaler Altdaten (z. B. Datenspeicher HYRA), aus der Erfassung von Archivaltdaten sowie aus der ständigen Erfassung neu gewonnener Daten. Mit Stand 05/2013 sind beispielsweise folgende Datenmengen für Sachsen enthalten:
  • Stammdaten zu ca. 520 000 Aufschlüssen
  • Schichtdaten zu ca. 380 000 Aufschlüssen
  • Ausbau- und Hinterfüllungsdaten zu ca. 32 000 Grundwassermessstellen und Brunnen
  • 2800 Pumpversuche

Zusatzprogramme zur Darstellung und Auswertung

UHYDRO dient der Erfassung, Korrektur, Anzeige des Drucks der Daten. Weitergehende Bearbeitungen sind mit Zusatzprogrammen möglich.

Folgende Zusatzprogrammen stehen zur Verfügung:
  • Zusatzprogramm VISUAL32
    Das Programm VISUAL dient zur Visualisierung von geologischen Schicht- und Horizontinformationen. Es greift direkt lesend auf die Datenstrukturen von UHYDRO zu.
    75,00  €  
  • Zusatzprogramm UP32
    Numerische und graphisch-analytische Pumpversuchsauswertung mit Randbedingungen, Auswertung mehrerer Brunnen, stationärer und instationärer Phase, graphisch unterstützte Erstellung (Kartenhintergrund) von Auswertemodellen
    300,00 €
  • Zusatzprogramm UK32
    Auswertung von Korngrößenanalysen
    100,00 €
  • Zusatzprogramm UGWG32
    Grundwassergeschütztheitsbewertung nach HÖLTING et al (1995)
    für Auftragnehmer des LfULG für Spezialbearbeitungen
  • kommerzielle Software GeODin
    Graphische Darstellung von Bohrprofilen und Schnitten, komplexe Auswertungen.
    Das Programm ist kein integraler Bestandteil des UIS, aber GeODin und UHYDRO unterstützen einander durch die implementierte Exportschnittstelle und die in GeODin integrierten UIS-Prüfdateien
Weitere Informationen zu den Zusatzprogrammen finden Sie auf den Folgeseiten sowie in der UHYDRO-Online-Hilfe.

Weiterhin bestehen Möglichkeiten der Datenweiterverarbeitung in gängigen Datenbanksystemen (z. B. dBASE, ACCESS, ORACLE), Geographischen Informationssystemen (z. B. ARCView, ARCINFO) sowie Anwenderprogrammen, wenn die Softwarehersteller eine UIS- bzw. UHYDRO-Schnittstelle implementiert haben (z. B. GeODin)

Systemvoraussetzungen:
Windows 2000, XP 7

Erfahrungen und Hinweise

UHYDRO erfordert keine zusätzlichen Untersuchungen; es sind nur die durchgeführten zu dokumentieren. Es ist z. B. nicht erforderlich, wegen der notwendigen Erfassung eine Bohrung markscheiderisch zu vermessen; die Koordinaten können auch aus Karten abgelesen werden. Eine gewisse fachliche Mindestqualität muss jedoch gewährleistet sein. Für deren Sicherung ist UHYDRO ein wichtiges Instrument (z. B. nachvollziehbare und fachlich fundierte Schichtbeschreibung).

Es sind alle bekannten Fakten einzugeben (z. B. Auftraggeber der Bohrung, Farbe der Schicht usw.). Wenn jedoch diese Angaben nicht bekannt sind (aber auch nur dann!), können die Eingaben für eine Reihe von Merkmalen entfallen. Jeder Interessent kann bei Vorliegen eines entsprechenden Auftrages eine Recherche im Datenspeicher veranlassen und bekommt, vorbehaltlich der Freigabe der Daten durch eventuelle private Eigentümer, die Daten im einheitlichen Format meist innerhalb eines bis weniger Tage zur Verfügung gestellt. Bisherige Erfahrungen haben gezeigt, dass damit in vielen Fällen umfassende manuelle Archivrecherchen verkürzt oder eingespart werden können. Der Datenaustausch zwischen Behörden ist problemlos möglich; die Nutzungsmöglichkeiten (Auswertungen mit Zusatzprogrammen, Kartendarstellung, Datenaufbereitung für Modellierungen usw.) sind vielfältig und für einen breiten Nutzerkreis zugänglich. Wenn die Recherche im Interesse des Freistaates Sachsen liegt, kann auch auf entsprechende Gebühren verzichtet werden.

Bei Problemen mit der Installation oder Programmbedienung sowie bei fachlichen Fragen ist jederzeit eine Rücksprache mit dem LfULG möglich. In der Regel kann schnell und unbürokratisch geholfen werden.