Wassererosion
Definition
Prozess der Wassererosion
Wassererosionsgefährdung
Schäden durch Wassererosion
Schutz vor Bodenerosion
Definition
Wassererosion wird als Verlagerung von Bodenmaterial an der Bodenoberfläche durch Wasser als Transportmittel definiert. Dabei wird zwischen Bereiche mit vorwiegendem Abtrag und Auftrag unterschieden.
Prozess der Wassererosion
Der Aufschlag von Regentropfen mit hoher kinetischer Energie (Niederschlag) führt zur Zerstörung von Bodenaggregaten (siehe Bild). Dabei losgelöste Bodenteilchen werden kleinräumig umgelagert und verdichtet. Es bildet sich eine infiltrationshemmende Oberflächenverschlämmung, die bei Hangneigung und andauerndem Niederschlag zu Oberflächenabfluss führt. Mit dem Oberflächenabfluss werden losgelöste Bodenpartikel transportiert. In Rillen/Rinnen konzentriert sich das abfließende Wasser, so dass Rillen bzw. Grabenerosion auftreten kann. Bei Abnahme der Fließgeschwindigkeit (z.B.: Unterhangbereiche eines konkaven Hanges) kommt es zur Akkumulation von Bodenteilchen.
Wassererosionsgefährdung
Im Freistaat Sachsen besteht wegen der dort vorherrschenden schluffreichen, oftmals stärker geneigten Ackerböden aus Löß für rund 450.000 ha Ackerfläche (entsprechend rund 60 % der gesamten Ackerfläche) die Gefahr von Wassererosion.
Wassererosion wird in Sachsen vorrangig von Starkregen im Früh- und Spätsommer ausgelöst. Daher tritt sie nicht nur bei Mais und Zuckerrüben, sondern in erheblichem Umfang auch bei Winterraps, Wintergetreide sowie bei Zwischenfrüchten direkt nach der konventionellen Bestellung mit dem Pflug auf. Vorsorgender Schutz vor Erosion ist deshalb bei allen Fruchtarten dringend erforderlich. Auch zukünftig wird im Freistaat Sachsen die ackerbauliche Nutzung überwiegen, weshalb ein wirksamer Schutz vor Erosion auf der Ackerfläche notwendig ist.
Schäden durch Wassererosion
Im Abtragsbereich:
- Verkürzung der Bodenprofile
- Verarmung an Humus und Feinbodenteilchen
- Beeinträchtigung der Bodenfunktionen (z.B. Filter-, Puffer- und Speicherfunktion für Nährstoffe und Niederschlagswasser)
- Verletzung, Entwurzelung und Vernichtung von Kulturpflanzen
- Fortspülen von Saatgut, Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln
Im Auftragsbereich:
- Konzentration von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln
- Überdeckung von Pflanzen
- Verschmutzung und Überflutung von Verkehrswegen, Siedlungsflächen und Gräben
- Eintrag von Sedimenten, Nähr- und Schadstoffen in Gewässer


