1. Navigation
  2. Inhalt
  3. Herausgeber
Inhalt

Gemeinsamer Stoffdatenpool von Bund und Ländern - Gefahrenabwehr durch Stoffinformationen

Aktuelle, umfassende und verlässliche Informationen über umweltrelevante Eigenschaften von chemischen Stoffen und Zubereitungen sind für alle Bereiche des Umweltschutzes und zur Gefahrenabwehr von großer Bedeutung. Um solche Informationen einheitlich verfügbar zu machen, wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und den Umweltministerien der Länder auf der Grundlage einer Verwaltungsvereinbarung aus dem Jahr 1994 der gemeinsame zentrale Stoffdatenpool »GSBL« betrieben.

Was bietet der gemeinsame zentrale Stoffdatenpool »GSBL«?

Der GSBL stellt einen weit gefächerten Merkmalskatalog zu chemischen Stoffen zur Verfügung. Neben umfangreichen Messdaten zu physikalisch- chemischen, öko-, toxikologischen Parametern und dem Vorkommen in der Umwelt sind auch Informationen enthalten, die für die Belange des Umwelt-, Verbraucher-, Katastrophen- und Arbeitsschutzes von unmittelbarer Bedeutung sind. Dazu zählen Angaben über Gefahren, Schutz- und Einsatzmaßnahmen sowie die Wiedergabe der stoffrelevanten Inhalte aus der Gesetzgebung. Neben Daten, die unmittelbar für den GSBL erarbeitet wurden, sind Informationen zahlreicher Lieferanten aufgenommen.

Pflege und Visualisierung der Stoffdaten

Zur Erarbeitung und Visualisierung  der Daten bietet der GSBL ein Paket von Softwaremodulen (GSBL SoftwareSuite) für Produktion, Pflege und Recherche der Stoffdaten an. Die Software ist modular aufgebaut und setzt auf ein flexibles fachliches und technisches Datenmodell auf. Die standardisierte GSBL-Schnittstelle erlaubt sowohl einen reibungslosen Datenaustausch zwischen den Softwaremodulen, als auch zu den zahlreichen Datenlieferanten mit heterogenen Datenmodellen/-formaten. Zur Visualisierung der Stoffdaten wird in Sachsen das Softwareprogramm IGS-check genutzt.
 
Der gemeinsame zentrale Datenpool GSBL ist durch Zusammenführung bestehender Datenbestände unter einheitlichen Registrierregeln für Stoffe erstellt worden.
 
In der aktuellen Version sind ca. 40.000 Einzelinhaltsstoffe (Reinstoffe), ca. 320.000 Komponentenstoffe (Gemische und Zubereitungen) und ca. 190.000 Rechtsstoffklassen (rechtliche Regelungen) recherchierbar.

Wer sind die Nutzer?

Nutzer des gemeinsamen zentralen Stoffdatenpools sind u. a. Polizeibehörden, wie die Wasserschutz- oder Autobahnpolizei insbesondere für Informationen bei Gefahrguttransporten, Feuerwehreinsatzkräfte bei Brand oder unbeabsichtigter Freisetzung von Gefahrstoffen, Umweltbehörden von Ländern und Kommunen für Stoffinformation zu umweltgefährdenden Stoffen, Ministerien auf Bundes- und Länderebene für Unterstützung bei Gesetzgebungsverfahren, Zoll, Bundesgrenzschutz und Bundeswehr für Unterstützung im Rahmen des Arbeitsschutzes und Gewerbeaufsichtsämter, Behörden für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau zur Nutzung von Beurteilungs- und Hintergrundwerten/Angaben zu Wirkstoffen, Gesundheits- und Verbraucherschutzbehörden zur Nutzung von entsprechenden Rechtsdaten in Verbindung mit toxikologischen Angaben, Umweltverwaltungen von Universitäten für Angaben zum Umgang und Entsorgung von Stoffen.

Datenrecherche

Der GSBL steht in Sachsen allen Einrichtungen des Landes und der Kommunen zur Nutzung offen. Anfragen von Privatpersonen zu einzelnen Stoffen werden kostenlos durch das Landesamt für Umwelt und Geologie (LfUG) oder durch die Koordinierungsstelle im Umweltbundesamt beantwortet.

Ein ausgewählter Datenbestand »GSBL-Public« ist im Umweltportal Deutschland PortalU beziehungsweise auf der Internetseite »Gemeinsamer Stoffdatenpool Bund/Länder« recherchierbar.