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Umwelt

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Umweltkosten und andere externe Kosten des Verkehrs

Für Sachsen existierte bisher keine Bilanzierung der Kosten und Nutzen des Verkehrs. Das im Jahr 2002 abgeschlossene Forschungs-Vorhaben „Ermittlung der Kosten und Nutzen von Verkehr in Sachsen“ (erarbeitet durch TU Dresden, Lehrstuhl für Verkehrsökologie) hatte insbesondere folgende Zielstellungen:

  • Sondierung der Datengrundlagen und Methoden für die Ermittlung externer Kosten und Nutzen des Verkehrs,
  • Überarbeitung und Anwendung für Sachsen geeigneter methodischer Kostensätze für die Berechnung,
  • eine erste Berechnung und gegebenenfalls Bilanzierung der (externen ) Kosten und Nutzen im Verkehr sowie
  • Formulierung umwelt- und verkehrspolitischer Handlungsempfehlungen zur Verminderung externer Kosten des Verkehrs in Sachsen.

Die Bearbeiter folgten der Argumentation bestehender Untersuchungen (vor allem aus der Schweiz), die die externen Nutzen des Verkehrs als marginal einstufen. Der Hauptteil der Nutzen kommt danach den Verkehrsteilnehmern direkt zugute und kann deshalb nicht mit externen Kosten verrechnet werden. Die generelle Ausrichtung der Untersuchung konzentrierte sich deshalb auf die Betrachtung Externer Kosten. Ihre Ermittlung erfolgte mittels dreier Ansätze (Vermeidungskosten, Schadenskosten, Zahlungsbereitschaft) für die externen Effekte des Verkehrs (inkl. Unfällen). Es wurde eine umfangreiche Datenbasis zusammengetragen und eine sachsenspezifische Methodik entwickelt.

Folgeprojekt: Fortschreibung und vereinfachte Jahresberechnung externer Kosten des Verkehrs in Sachsen

Die auf dieser Grundlage ermittelten externen Kosten wurden im Folgeprojekt „Fortschreibung und vereinfachte Jahresberechnung externer Kosten des Verkehrs in Sachsen“ unter Berücksichtigung neuer Erkenntnisse und aktualisierter Datengrundlagen fortgeschrieben. Die Gesamtsumme der ungedeckten Kosten aller Verkehrsträger in Sachsen betrug demnach z. B. im Jahr 1999 ca. 7,7 Mrd. €. Dies entspricht pro Kopf mehr als 1.700 €/Jahr. Diese Summe verursachte jeder Einwohner Sachsens gewollt oder nicht gewollt direkt bei betroffenen Dritten, Personen in anderen Regionen der Welt sowie indirekt bei unseren Nachfahren. Ca. 95 % dieser Kosten entfielen auf den Straßenverkehr und immerhin ca. 60 % allein auf den PKW.

Forschungsvorhaben „Auswirkungen einer Internalisierung externer Kosten des Verkehrs in Sachsen“ 2006

  Straßen-verkehr Schienen-verkehr Flugverkehr Binnen-schifffahrt
Unfälle 2.185 0 1 0
Lärm 406 102 2 n. b.
Luftverschmutzung 1.386 63 <1 8
Klimakosten 1.061 43 14 5
Natur und Landschaft 197 0 0 n. b.
Flächen- inanspruchnahme 97 n. b. n. b. n. b.
Trennwirkung 1 0 n. b. n. b.
Vor- und nachgelagerte Prozesse 547 42 2 3

Externe Kosten in Mio. € für 2002 (n. b. = nicht betrachtet)


Von der Gesamtsumme der externen Kosten entfielen auch 2002 wieder ca. 95% auf den Straßenverkehr. Der noch geringe Anteil für den Flugverkehr erhöht sich bei Einbeziehung der Verkehrsleistungen der Sachsen im Ausland (z. B. Fernflüge). Die wichtigste Kostenkomponente sind die Unfallkosten, gefolgt von den Kosten der Luftverschmutzung. Die berechneten Werte stellen eine Untergrenze der tatsächlich zu erwartenden gesellschaftlichen Kosten dar, da im Falle von Unsicherheiten vorsichtig geschätzt wurde. Der Volkswirtschaft entstehen durch den Verkehr, wie er heute organisiert ist, erhebliche Verluste. Das sind Verluste, die alle betreffen, denn einen großen Teil der Kosten zahlt die Gesellschaft als Ganzes und damit wiederum jedes Mitglied. Ein Teil der Kosten wird aber auch auf andere Regionen oder künftige Generationen (z. B. ein Großteil der Klimakosten) verlagert. Staatliche Maßnahmen zur Verringerung der Kostenverlagerung auf andere Menschen, Länder und Generationen sind im langfristigen eigenen Interesse notwendig und sinnvoll. Möglichkeiten dazu werden im Rahmen der genannten FuE-Vorhaben detailliert aufgezeigt. Dort können neben den Empfehlungen auch methodische Hintergründe und die ausführlichen Ergebnisse nachgelesen werden.

Marginalspalte

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 21: Grundsatzangelegenheiten

Dr. Ralph Seidel