Auswirkungen des Verkehrs auf Umwelt und Gesundheit
Fast alle Verkehrsmittel erzeugen Abgase (Emissionen), welche die Umwelt und die Gesundheit des Menschen in unterschiedlicher Form angreifen. Zur einer erheblichen Gesundheitsgefährdung können auch Lärmeinflüsse führen, der Straßenverkehr ist heute die Hauptursache flächenhafter Lärmbelastungen.
Die Verbrennung fossiler Energien erzeugt Kohlendioxid, dieses wird an die Atmosphäre abgegeben und verändert langfristig das Klima auf der Erde. Verkehr benötigt um überhaupt stattfinden zu können Flächen, die für andere Funktionen weitgehend verloren gehen. Sowohl Verkehrsmittel als auch Verkehrswege müssen zunächst gebaut, während der Nutzung gewartet und am Ende ihrer Nutzung entsorgt werden. In allen drei Phasen entstehen Abfälle.
Ausgewählte Auswirkungen des Verkehrs auf Umwelt und Gesundheit werden im Folgenden kurz behandelt.
Schadstoff-Emissionen des Verkehrs
Verkehrslärm
Energieverbrauch und Klimarelevanz des Verkehrs
Flächenverbrauch und Flächenzerschneidung durch Verkehr
Abfälle aus dem Verkehr
Schadstoff-Emissionen des Verkehrs
Nach umfangreichen Stilllegungen, Modernisierungen und Neubauten der in den vergangenen Jahrzehnten die Emissionssituation bestimmenden Großfeuerungsanlagen, aber auch anderer Feuerungen, ist inzwischen der Verkehr zum wichtigsten Emittenten von Luftschadstoffen in Sachsen geworden. Moderne Techniken wie der Katalysator haben zwar geholfen, einen Teil der Emissionen pro Kilometer zu verringern. Die weitere Zunahme der insgesamt zurückgelegten Strecken kompensierte jedoch diese Erfolge teilweise wieder. Kurze Fahrten mit dem Pkw erzeugen zudem häufig hohe Emissionen, selbst dann wenn ein moderner Katalysator vorhanden ist.
Emissionen aus dem Verkehr haben im Jahre 2004 z. B. mit folgenden Anteilen zur Gesamtemission an Luftschadstoffen in Sachsen beigetragen:
- NOx-Emission (Stickoxide): 54 %
- CO-Emission (Kohlenmonoxid): 74 %
- NMVOC-Emission (flüchtige organische Verbindungen, ohne Methan): 46 %
- Staub-Emission: 26 %
Verkehrslärm
Der technische Fortschritt, der bei der Lärmminderung von Fahrzeugen in den letzten Jahren erzielt worden ist, wird durch den starken Anstieg des Verkehrsaufkommens mehr als kompensiert. Die Lärmintensität des Einzelfahrzeuges hat zwar abgenommen, die gesamte Lärmbelastung durch den Verkehr nimmt jedoch zu. Umfragen im Auftrage des Umweltbundesamtes haben gezeigt, dass sich drei von vier Bundesbürgern durch Verkehrslärm beeinträchtigt fühlen.
Bei den seit 2000 sachsenweit zum „Tag gegen Lärm“ durchgeführten Telefonforen zu Lärmbeschwerden steht der Straßenverkehr (trotz leicht rückläufiger Tendenz) in jedem Jahr deutlich an erster Stelle. Lärmbeschwerden über den Flugverkehr nehmen kontinuierlich zu. Lärmbeschwerden über schienengebundenen Verkehr nehmen einen vergleichsweise geringen Anteil ein. In Sachsen sind während der Nachtzeit 14 % der Bevölkerung (ca. 600.000 Einwohner) Mittelungspegeln von mehr als 55 dB(A) allein durch den Straßenverkehr ausgesetzt.
Lärm als Belastungsfaktor hat eine hohe gesundheitliche Relevanz. Während der Betroffene die Lärmbelästigung unmittelbar spürt, sind die gesundheitlichen Folgen von Lärm oft nicht direkt zuzuordnen. Jeder Mensch reagiert auch individuell auf chronische Lärmbelastung. Lärm während Schlaf, Entspannung und Kommunikation wirkt sich bei gleicher Intensität negativer aus als während körperlicher Arbeit. Oberhalb eines Geräuschpegels von 65 dB(A) steigt nach medizinischen Erkenntnissen das Herzinfarkt-Risiko signifikant. Bei nächtlichen Mittelungspegeln über 55 dB(A) ist ein ungestörter Nachtschlaf nicht mehr gewährleistet. Grundsätzlich gilt: Das Risiko einer Erkrankung ist umso größer, je höher der Lärmpegel ist, dem man dauerhaft ausgesetzt ist.
Energieverbrauch und Klimarelevanz des Verkehrs
Verkehr nutzt vorrangig fossile Energieträger wie Erdöl oder Kohle, die entweder zur Stromgewinnung oder zur Benzin- und Dieselherstellung genutzt werden. Besonders nach 1989 führte die steigende Motorisierung und die Zunahme des Verkehrs in Sachsen zu einer starken Erhöhung des Energieverbrauches, obwohl bei den meisten Verkehrsmitteln der Durchschnittsverbrauch (z. B. der Benzinverbrauch pro 100 km) abgenommen hat.
Die Verbrennung fossiler Energien erzeugt immer auch Kohlendioxid (CO2). Dieses wird an die Atmosphäre abgegeben und verändert langfristig überall auf der Erde das Klima. Tempo und Ausmaß des vom Menschen angestoßenen, bereits heute in seinen ersten Auswirkungen zu beobachtenden globalen Klimawandels sind ohne Beispiel. Viele Probleme der Menschheit werden sich durch den Klimawandel wahrscheinlich gravierend verschärfen. Seine Begrenzung ist daher eine der größten politischen und technologischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts.Um die Auswirkungen des Verkehrs innerhalb des Prozesses der Klimaveränderung zu verringern, gilt es künftig im Verkehr weniger fossile Brennstoffe zu verbrauchen und damit weniger CO2 zu erzeugen.
Flächenverbrauch und Flächenzerschneidung durch Verkehr
Mit der Anlage von Verkehrswegen oder Gebäuden für die Abwicklung von Verkehr werden Bodenflächen versiegelt und natürliche Bodenfunktionen (z. B. die Versickerung von Niederschlägen) gestört. Linienhafte Infrastruktur, aber auch das Verkehrsgeschehen selbst zerschneidet immer engmaschiger die Natur- und Landschaftsräume und beeinträchtigt Fauna, Flora und den Menschen.
2005 wurden von der Gesamtfläche Sachsens bereits 4,0 % (1997: 3,7 %) durch den Verkehr in Anspruch genommen. Trotz einer leicht abnehmenden Tendenz werden in Sachsen täglich noch über 1,2 Hektar allein für Verkehrszwecke neu in Anspruch genommen. Es gibt in Sachsen aktuell nur noch vier störungsarme und unzerschnittene Räume mit einer Fläche von mindestens 100 km2.
Unter Zweitbetreuung des LfUG wurde im Jahr 2007 am Lehrstuhl für Verkehrsökologie der TU Dresden eine Diplomarbeit mit dem Titel "Kommunale Verkehrsflächeninanspruchnahme: Umweltwirkungen und Handlungsoptionen" erstellt. Die Autorin, Frau Juliane Lehmann, zeigt mit ihren Untersuchungen klar auf, dass hinsichtlich der kommunalen Verkehrsflächen ein umweltschonendes Handeln von Kommunen unter den aktuellen Rahmenbedingungen lohnend ist und dass in einem Teil der Kommunen bereits in der Praxis so gehandelt wird. Neben dem Erzielen von positiven Umwelteffekten lassen sich auch erhebliche Kosten für die Kommunen sparen. Daneben wird in der Diplomarbeit herausgestellt, welche der heutigen Rahmenbedingungen für das Ziel eines gleichzeitig Kosten sparenden wie umweltschonenden Handelns noch kontraproduktiv sind.
Abfälle aus dem Verkehr
In Sachsen fallen jährlich rund 150.000 Alt-Pkw an. Verwertungsunternehmen können hiervon über 75 % der Metalle mit wiedergewinnen. Der Rest beinhaltet häufig Kunststoffe, Gummi und Glas, die mit Betriebsflüssigkeiten, Cadmium oder Blei verunreinigt sind. Zusätzlich fallen als problematische Abfälle z. B. Altreifen, Autobatterien, Ölfilter, Betriebsöle oder Bremsflüssigkeiten an. In der Automobilindustrie haben sich die Hersteller und Zulieferer bereits 1996 dazu verpflichtet, den Anteil der Abfälle aus der Altautoentsorgung auf 5 % im Jahr 2015 zu reduzieren.
Von den Straßenverkehrswegen werden heute in Sachsen bereits 99 % aller anfallenden Stoffe wiederverwertet. Abfälle entstehen auch bei anderen Verkehrsmitteln, z. B. dem Schienenverkehr. Hier fallen jährlich bis zu 6.000 t Holzschwellen an, die als Sonderabfall gelten.
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Mehr Informationen zum Thema Abfälle in Sachsen finden Sie auf den Seiten „Wertstoffe und Altlasten“
www.wertstoffe.sachsen.de

