1. Navigation
  2. Inhalt
  3. Herausgeber
Signet sachsen.de

Umwelt

Inhalt

Verkehrsentwicklung und Verkehrsverhalten

Verkehr spielte für Sachsen schon immer eine wichtige Rolle. Ob Pionier im Eisenbahn- und Automobilbau, Wirkungsstätte von Wissenschaftlern oder Standort bedeutender Messen, Sachsen war häufig Vorreiter bei Entwicklungen im Verkehrswesen. 
 
Zu gravierenden Veränderungen kam es besonders nach 1989. Während 1989 die Eisenbahn ca. 80 % der Gütertransporte durchführte, werden jetzt ca. 90 % der Güter über die Straße transportiert. Auch im Personenverkehr wird heute die Hauptlast (ca. 90 %) durch den Straßenverkehr getragen. Eine grundlegende Umkehr der Entwicklung ist nicht in Sicht. Hauptprobleme aus Umweltsicht sind der Straßengüterfernverkehr und der motorisierte Individualverkehr in den Ballungsräumen. Die Gründe für den gestiegenen Individualverkehr in Sachsen sind veränderte Mobilitätswünsche und gestiegener Lebensstandard. Von Bedeutung ist beispielsweise die zunehmende Motorisierung, während gleichzeitig die Angebote im öffentlichen Verkehr z. T. weniger genutzt, aber insbesondere auf dem Lande auch in geringerem Maße vorhanden sind.

Mit der Wiedervereinigung hat sich das Verhalten im Verkehr auch in Sachsen stark verändert. Zum einen werden heute bei vielen Wegen (z. B. Arbeitsweg, Einkaufen) größere Entfernungen zurückgelegt und zum anderen werden die Fahrten zunehmend mit dem Auto durchgeführt. Viele bezeichnen dies als zunehmende Mobilität. Im Normalfall nimmt jedoch nur der Verkehr zu, da sich zwar die zurückgelegte Fahrstrecke (= Maß für Verkehr), aber nicht die Menge der erreichten Ziele (= Maß für Mobilität) verändert hat.

Der erkennbare Rückgang der so genannten täglichen Wegelängen (km pro Person und Tag) beim motorisierten Individualverkehr in 2003 ist vor allem ein Ergebnis steigender Kraftstoffkosten.

Täglich zurückgelegte Wege

Zusätzlich schaffen das persönliche Umfeld und die Gesellschaft neue Wünsche und Bedürfnisse. Langfristig angelegte Verkehrssysteme und Raumstrukturen bedingen heute zusätzlichen Verkehr, der früher nicht oder in der unmittelbaren Umgebung stattgefunden hat. Mit der zunehmenden Zersiedlung und im Hinblick auf die abnehmende Bevölkerung in Sachsen werden künftig Zwänge entstehen, die eine Nutzung von Kraftfahrzeugen erfordern. Steigende individuelle Verkehrskosten könnten aber genau diese Nutzung einschränken. Es lohnt sich deshalb, bereits heute über seine Verkehrsziele und über Nähe statt Ferne nachzudenken, da hier neben der Umwelt oft der eigene Geldbeutel geschont werden kann.

Anteil der Verkehrsmittel an den täglichen Wegen

Marginalspalte

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 21: Grundsatzangelegenheiten

Dr. Ralph Seidel