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Wirkung: Energie/ Bergbau – Flora/ Fauna

Bei der Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas entstehen als wesentliche Schadstoffe Schwefeldioxid (SO2), Stickoxide (NOX) und Staub. Zwar sind die Emissionen von Stickoxiden deutlich und von Schwefeldioxid bereits stark zurückgegangen, der Zustand des Waldes hat sich insgesamt aber noch nicht wieder verbessert. Die bis in die 1990er Jahre dominierenden „klassischen Rauchschäden“ durch Schwefeldioxid wurden inzwischen von so genannten „neuartigen Waldschäden“ abgelöst. Die durch Luftschadstoffe ausgelöste Versauerung der Waldböden hat komplexe Wirkungen auf das Leben in und auf dem Boden.

Durch Bodenschutzkalkungen kann zunächst die Versauerung der Waldböden verlangsamt werden. Kalkungen stellen aber ebenfalls einen Eingriff in das Ökosystem mit Risiken für Boden, Tiere und Pflanzen dar. Sie können daher nur Überbrückungsmaßnahmen sein.
Vor allem die Braunkohle spielt eine wichtige Rolle in der sächsischen Energiewirtschaft. Sie wird ausschließlich im Tagebauverfahren gewonnen, was mit großen Eingriffen in die Landschaft und dem Verlust von Lebensräumen verbunden ist. Hinzu kommt die großräumige Absenkung des Grundwasserspiegels. Die Wiederansiedlung von Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen und die Wiederherstellung von Stoffkreisläufen und Nahrungsketten ist auf Grund der vielfach in der Bergbaufolgelandschaft herrschenden Extrembedingungen erschwert. Die nährstoffarmen Flächen stillgelegter Tagebaue können allerdings zu wichtigen Sekundärlebensräumen für bedrohte Tier- und Pflanzenarten werden.
Bei der aktuell stark zunehmenden Nutzung regenerativer Energien spielen die dargestellten Probleme keine Rolle. Zu beachten ist allerdings, dass auch diese erhebliche negative Auswirkungen auf Flora und Fauna haben können.

Zur Gewinnung von Wasserkraft ist z. B. die Errichtung von Wehren und Staudämmen notwendig. Diese unterbrechen die Durchgängigkeit der Fließgewässer, so dass der Lebensraum wandernder Tierarten stark eingeschränkt wird. Fischtreppen und Umgehungsgerinne bieten nur begrenzt Hilfe, da sie nur von einem Teil der Tierarten gut überwunden werden können. Uferhabitate verschwinden durch Verbauung und Begradigung. Teilweise wird auch zu viel Wasser aus den Fließgewässern ausgeleitet, wodurch diese in Ausleitungsstrecken kaum noch Wasser führen und der ökologisch notwendige Mindestwasserabfluss unterschritten wird.

Auch der steigende Anteil der energetischen Biomassenutzung am sächsischen Energiemix zeigt bereits heute deutliche Auswirkungen auf Belange des Arten- und Lebensraumschutzes. Diese Problematik bedarf auf Grund der für die nächsten Jahre und Jahrzehnte prognostizierten Steigerungsraten dringend einer aufmerksamen Begleitung und umfassender gegensteuernder Maßnahmen.

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