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Wirkung: Land- und Forstwirtschaft – Boden

Landwirtschaft

Bei der Nutzung von Böden für die landwirtschaftliche Produktion kann es zu ihrer Schädigung durch Abtrag, Schadstoffeintrag und Verdichtung kommen. Etwa 50 % aller Ackerflächen Sachsens sind von mittlerer bis sehr hoher Wassererosionsgefährdung betroffen, etwa 20 % durch Winderosion gefährdet. Durch den Abtrag von humusreichem Oberboden verringert sich die Bodenfruchtbarkeit. Mit der Förderung konservierender Bodenbearbeitung, z. B. von Mulchsaatverfahren, über das Programm „Umweltgerechte Landwirtschaft“ werden Erosionsprozesse wirksam vermindert.

Ein wichtiger Gradmesser für die Nachhaltigkeit der Landwirtschaft ist die Stickstoffbilanz. Stickstoff wird als Dünger eingesetzt und kann auf verschiedenen Wegen (Luft, Boden, Wasser) in die Umwelt gelangen. Da landwirtschaftliche Kulturen im Herbst und Winter nur noch geringe Stickstoffmengen aufnehmen, ist vor allem der bei der Herbstbeprobung festgestellte mineralische (mobile) Stickstoff relevant. In den Böden kann zusätzlicher Stickstoffeintrag z. B. zu Versauerungsprozessen führen und die biologische Vielfalt beeinträchtigen.

Über Düngemittel (Gülle, Klärschlamm, Kompost, Kunstdünger) mit erhöhten Schwermetallgehalten können anorganische Schadstoffe eingetragen werden, welche sich im Boden und in Lebensmitteln anreichern können. Die Düngemittelverordnung versucht vor allem durch die mengenmäßige Kennzeichnungspflicht des Schwermetallgehaltes dieser Gefahr zu begegnen. Bei den organischen Schadstoffen der Pflanzenschutzmittel wird durch gezielte Verbote bzw. Auflagen zur Anwendung einer weiteren Anreicherung im Boden entgegengewirkt. Besonders gering sind die negativen Auswirkungen auf das Schutzgut Boden beim Öko-Landbau, wo z. B. der Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel und leicht löslicher mineralischer Düngemittel untersagt ist.

Schwere landwirtschaftliche Maschinen tragen bei unsachgemäßem Einsatz zur Verdichtung des Bodens bei. Dies kann zur Störung des Bodengefüges und zur Minderung der Lebensraumfunktionen im Boden führen, wodurch auch die Produktionsfunktion eingeschränkt wird.

Forstwirtschaft

Obwohl Waldböden im Vergleich zu anderen Böden in ihrem natürlichen Zustand weitgehend unbeeinflusst sind, gehen von der forstlichen Nutzung auch Wirkungen auf das Schutzgut Boden aus. So wurden im 18. und 19. Jahrhundert große Waldflächen in Sachsen mit Nadelbaumarten wie Fichte und Kiefer bepflanzt. Deren schwer zersetzbare Nadelstreu führte zusammen mit den Jahrzehnte langen Stoffeinträgen in die Waldökosysteme vor allem in den Mittelgebirgen zu einer starken Versauerung des Bodens. Verstärkt wurde diese durch das in Teilen Sachsens natürlich saure Bodenmilieu.

Durch Kompensationskalkung soll das Puffervermögen der Waldböden erhöht werden. Die nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes sowie Waldmehrung helfen die Gefährdung des Bodens durch Wasser- und Winderosion zu vermindern. Durch den Einsatz von Fahrzeugen mit Niederdruck- und Breitreifen, durch die Beschränkung des Befahrens auf dauerhaft angelegte Linien und durch die Einschränkung der Holzernte bei Sonderstandorten auf bestimmte Witterungsbedingungen wird versucht, negative Wirkungen auf den Boden gering zu halten.

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