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Wirkung: Land-/Forstwirtschaft – Landschaft

Die Land- und Forstwirtschaft bewirtschaften mehr als 80 % der Gesamtfläche Sachsens. Sie prägen damit maßgeblich Struktur, Funktionsgefüge und Erscheinungsbild der Landschaft.

Landwirtschaft

Bis etwa Mitte des 20. Jahrhunderts dominierten strukturreiche Agrarlandschaften mit vielfältigen Nutzungs- und Lebensraummosaiken in Sachsen. Zugleich hatten sich regional differenzierte soziokulturelle Eigenarten herausgebildet, z. B. bestimmte Dorfstrukturen sowie Nutzungs- und Flurformen. Wo diese Landschaften heute noch erhalten sind, werden sie als harmonisch und schützenswert empfunden. Sie sind attraktiv für Tourismus und Naherholung.

Vor allem durch die zwischen 1950 und 1980 erfolgte Intensivierung der Landwirtschaft verschwanden zahlreiche landschaftsprägende Strukturelemente wie Gewässer, Hecken, Feldgehölze und Ackerraine. Zum Teil über 100 ha große Schläge führten zur Nivellierung der Agrarflächen ohne Beachtung unterschiedlicher Standortbedingungen. Unter grundlegender Beibehaltung dieser Landschaftsstruktur prägten in den 1990er Jahren zusätzlich, vor allem außerhalb ackerbaulicher Gunstgebiete, zahlreiche Stilllegungsflächen die Landschaft. Aktuell sind diese Flächen bereits wieder einem massiven Anbau nachwachsender Rohstoffe gewichen. Neben Getreideanbau prägen heute auch Rapsfelder großflächig das Landschaftsbild.

Da „frühere“ Landschaften nur mit erheblichem Kostenaufwand künstlich wieder hergestellt werden könnten, sollte Ziel künftiger Bemühungen sein, Zustände anzustreben, die unter heutigen Rahmenbedingungen nachhaltig ökologische Funktionen und gleichzeitig die heutigen Ansprüche an das Landschaftsbild erfüllen.

Geeignete Maßnahmen sind z. B.:

  • Aufwertung wenig strukturierter Agrarlandschaften mit standort- und landschaftstypischen Elementen und durch lebensraum- und artspezifische Bewirtschaftung und Pflege auch Verbesserung der dortigen Artenschutzbedingungen
  • Sicherung unzerschnittener störungsarmer Räume als Voraussetzung für den Erhalt störungsempfindlicher Arten oder von Arten mit großräumigen Habitatsansprüchen
  • Erhaltung und Förderung kulturhistorisch bedeutsamer und landschaftsprägender Bau-, Siedlungs- und Landnutzungsformen

Forstwirtschaft

Im 19. Jahrhundert wurden die durch rücksichtslosen Einschlag verwüsteten Waldflächen überwiegend mit den schnell wachsenden Nadelbaumarten Fichte und Kiefer neu aufgeforstet. Auf Kahlflächen und degradierten Böden konnten diese problemlos gedeihen und gleichzeitig den steigenden Holzbedarf decken. Die bis dahin teilweise noch großflächig vorhandenen abwechslungsreichen Misch- und Laubwälder aus standort- und landschaftstypischen heimischen Baumarten und kleinteilige Wald-Bestandsmosaike mit darin enthaltenen offenen Lebensräumen wurden durch monotone Altersklassenwälder abgelöst.

Dadurch ergaben sich Beeinträchtigungen ökologischer Schutzfunktionen in der Landschaft (Klima, Wasserhaushalt) sowie der Erholungs- und Lebensraumfunktion. Waldlandschaften mit dominierenden Nadelbaum-Monokulturen lassen z. B. Vielfalt und Eigenart im Landschaftsbild ebenso wie visuell ansprechende Übergänge zwischen Wald und Offenland vermissen. Erstaufforstungen von naturschutzfachlich wertvollen offenen Lebensräumen können zu Lebensraumverlusten ebenso wie zur Beeinträchtigung des Landschaftsbildes führen.
Durch naturnahen Waldbau und durch Waldmehrung mit grundsätzlicher Orientierung an naturnahen Waldgesellschaften lässt sich genannten Problemen entgegenwirken.

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