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Umwelt

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Stickstoff-Bilanz

Beschreibung des Indikators

Der Indikator beschreibt den Stickstoffüberschuss auf landwirtschaftlich genutzten Flächen und berechnet sich aus der Differenz zwischen Stickstoff-Zufuhr und Stickstoff-Abfuhr mit den Ernteprodukten. Nicht berücksichtigt sind atmosphärische Stickstoffeinträge und Denitrifikationsverluste (Abgabe von umgewandelten Stickoxiden oder Stickstoff aus dem Boden). Berechnungsmethode entsprechend der Düngeverordnung: Gasförmige Stickstoffverluste im Stallbereich und beim Ausbringen von Wirtschaftsdüngern wurden mit 30 % berücksichtigt.

Grafik: Stickstoff-Bilanz in Sachsen in den Jahren 1992 bis 2016

Aussage des Indikators

Stickstoff ist der wichtigste Pflanzennährstoff. In Abhängigkeit von den Standortbedingungen (Boden, Witterung), der angebauten Kulturart, den eingesetzten Düngemitteln (Menge, Art, Applikationstechnik) und weiterer Produktionsfaktoren wird der Stickstoff nicht vollständig von den Nutzpflanzen aufgenommen. Dieser überschüssige Stickstoff gelangt auf verschiedenen Wegen in die Umwelt (Luft, Boden, Wasser). Dort kann dieser Stickstoffeintrag weit reichende negative Auswirkungen haben und so z. B. zur Versauerung, Eutrophierung, Nitratbelastung des Grundwassers, Belastung der Oberflächengewässer und Meere oder Beeinträchtigung der biologischen Vielfalt beitragen. Der Stickstoffüberschuss ist daher ein wichtiger Gradmesser für die Nachhaltigkeit der landwirtschaftlichen Produktion.

Bewertung für Sachsen

Die Höhe der N-Salden wird vom jeweiligen Ertragsniveau und den witterungsbedingten Ertragsschwankungen beeinflusst. In Jahren mit hohen Erträgen werden regelmäßig niedrige Salden verzeichnet (z. B. 2004, 2014), in Jahren mit unterdurchschnittlichen Erträgen hingegen höhere Salden (Trockenjahr 2003). Seit 1960 stieg der Stickstoffbilanzüberschuss bis in die 70er und 80er Jahre stark an und erreichte ein hohes Niveau. Nach 1990 ist ein deutlicher Rückgang nachzuweisen, der vor allem auf den Abbau der Tierbestände und einen umweltgerechten Düngereinsatz zurückzuführen ist. Die hohen Jahresschwankungen der Stickstoffbilanzsalden auf den Dauertestflächen sind vor allem auf Jahreswitterungseinflüsse und verstärkt auftretende Witterungsextreme zurückzuführen. Ein Trend ist seit 2000 nicht mehr feststellbar. Die gleitenden Drei-Jahres-Mittelwerte der Stickstoff-Bilanzsalden der Dauertestflächen liegen im Zeitraum 1992 bis 2016 zwischen minus vier und plus 33 Kilogramm Stickstoff/Hektar und damit deutlich unter den für das Flächenmittel eines Betriebes geltenden Kontrollwerten der Düngeverordnung von 60 Kilogramm/Hektar bzw. künftig 50 Kilogramm/Hektar.

Die in der Abbildung dargestellten Daten wurden auf landwirtschaftlichen Praxisflächen erfasst, deren Bewirtschaftungsdaten jährlich erfasst und ausgewertet werden (Dauertestflächen). Dabei handelt es sich ausschließlich um Ackerflächen, die über ganz Sachsen verteilt sind. Seit 2007 wurden Flächen in Wasserschutzgebieten für diese Auswertung ausgeschlossen.

Anwendungsempfehlungen

Der Indikator wird im Umweltstatus Sachsen verwendet.

Marginalspalte

Bild: Illustration für Umweltindikator

Umweltindikatoren von A bis Z

A–E | F–M | N–S | T–Z

Navigator Umweltstatus

Trendbewertung

Bewertung

Tendenz: stagnierend

Datenaktualität

letzte Aktualisierung: 18.10.2018

verfügbare Wertebasis: 2 Jahre zurückliegend

 

Indikator-Anwendung

Dieser Indikator wird angewendet bei der Bewertung von:

Schutzgut

Nutzer

weiterführende Informationen

Fachauskunft

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Abteilung 7, Referat 72 Pflanzenbau

Dr. Michael Grunert

  • TelefonTelefon: (035242) 631-7201
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