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Umwelt

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Erosionsminderung

Beschreibung des Indikators

Die pfluglose Bearbeitung von Ackerflächen stellt die wirksamste Maßnahme zur Erosionsminderung dar. Der Indikator betrachtet den  prozentualen Anteil der geförderten pfluglos bzw. konservierend bearbeiteten Ackerfläche, bezogen auf die sächsische Ackerfläche gesamt (siehe Diagramm). Dabei liegen für nachfolgend genannte Zeiträume folgende Förderprogramme zugrunde:

  • 1995 bis 2006: »Umweltgerechte Landwirtschaft« (UL-Programm); Abfinanzierung der Maßnahmen bis 2008;
  • 2007 bis 2014: »Agrarumweltmaßnahmen und Waldmehrung« (Richtlinie AuW/2007); Erstantragstellung in 2008, Abfinanzierung der Maßnahmen bis 2017;
  • 2015 bis 2020: »Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen« (Richtlinie AUK/2015).
Grafik: Erosionsminderung in Sachsen

Grafik: Anteil geförderte Ackerflächen mit konservierender Bodenbearbeitung am gesamten Ackerland in Sachsen (Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen und Sächsischer Agrarbericht)

Aussage des Indikators

Bodenerosion ist ein Hauptproblem der Landwirtschaft in Sachsen. Ca. 60 % der Ackerfläche Sachsens sind potenziell wassererosionsgefährdet. Erosionsmindernde Maßnahmen wie konservierende Bodenbearbeitung oder Direktsaat, Zwischenfruchtanbau und Untersaaten wirken der Bodenerosion entgegen. Die dauerhaft konservierende Bodenbearbeitung sowie die Direktsaat (i. S. einer durchgängigen pfluglosen Bodenbearbeitung) stellen im Erosionsschutz die wirksamste Maßnahme dar. Damit sind pfluglos bestellte Flächen als Erosionsminderungsflächen einzustufen.

Bei der Interpretation des Indikators ist zu beachten, dass nur geförderte Ackerflächen berücksichtigt werden und die Förderflächenumfänge des AuW-Programms, im Unterschied zu denen des UL-Programms, ausschließlich dauerhaft konservierend bearbeitete Ackerflächen einbeziehen. Weil bis 2009 die AuW-Förderfläche durch eine Förderkulisse begrenzt wurde, sind Vergleiche zwischen dem UL-Programm und dem AuW-Programm nur sehr eingeschränkt möglich.

Antragsteller, deren bereits laufende Verpflichtung noch nicht beendet war und die zu Beginn der neuen Förderperiode im Jahr 2015 nicht in das Sächsische Agrarumwelt-Naturschutzprogramm (AUNaP) umgestiegen sind, konnten im Jahr 2017 letztmalig die Maßnahme “Dauerhaft konservierende Bodenbearbeitung/Direktsaat“ nach RL AuW/2007 beantragen.
 
In der jetzigen Förderperiode wird die pfluglose Bodenbearbeitung nur noch in Form des Vorhabens “Streifensaat/Direktsaat“ nach RL AUK/2015 gefördert.

Bewertung für Sachsen

In den Jahren von 1995 bis 2005/2006 erhöhte sich der Umfang der im Rahmen des UL-Programms geförderten konservierend bearbeiteten Fläche von unter 5 % auf rund 33,5 % der Ackerfläche Sachsens. Der Rückgang des Förderumfangs im Jahr 2007 ist auf das Auslaufen des UL-Programms in diesem Jahr zurückzuführen. Für das Erntejahr 2007 konnte zudem noch keine Förderung der konservierenden Bodenbearbeitung über das AuW-Förderprogramm beantragt werden.

Der erosionsmindernde Effekt der dauerhaft konservierenden Bodenbearbeitung/Direktsaat gegenüber der periodisch angewendeten konservierenden Bodenbearbeitung nach dem UL-Programm ist wesentlich höher, stellt jedoch höhere Anforderungen an den Bewirtschafter. Vor dem Hintergrund der veränderten Förderbedingungen, insbesondere hinsichtlich der Öffnung der Förderkulisse, aber auch der Erweiterung der Antragsmöglichkeiten, ist 2013 ein weiterer Anstieg auf über 35 % zu verzeichnen gewesen, der somit den Antragsstand zum Ende des Förderprogramms UL übersteigt.

Mit Inkrafttreten der Richtlinie AUK/2015 erhielten ab dem Jahr 2015 nur noch die Betriebe eine Förderung für die dauerhaft konservierende Bodenbearbeitung/Direktsaat nach RL AuW/2007, deren 5-jähriger Verpflichtungszeitraum noch nicht ausgelaufen war und die von dem freiwilligen Ausstieg aus der Förderung nach RL AuW/2007 keinen Gebrauch gemacht haben. Deshalb sank der Flächenumfang von 8.226 ha im Jahr 2016 auf 2.074 ha im Jahr 2017 und somit auf 0,3 % der Ackerfläche. 

Seit 2017 sind für das Vorhaben “Streifensaat/Direktsaat“ nach RL AUK/2015 kein Neueinstieg in das Förderprogramm mehr möglich sowie nur eine begrenzte Flächenerweiterung für die bestehenden Verpflichtungen (20%-Regel) zulässig. Das Vorhaben wurde auf 2.907 ha (0,4 % der sächsischen Ackerfläche) und somit auf 313 ha mehr als im Vorjahr durchgeführt Aus genannten Gründen werden die Förderflächenumfänge auf diesem Niveau bleiben.

Insgesamt kann davon ausgegangen werden, dass sich über die genannten Förderflächenumfänge hinaus die periodisch konservierende Bodenbearbeitung in der sächsischen Landwirtschaft etabliert hat und weiterhin auf einem sehr hohen Flächenniveau angewendet wird. Nach Auswertungen der Agrarstrukturerhebung 2016 werden im Freistaat Sachsen insgesamt 62 % der Ackerfläche pfluglos und damit erosionsmindernd bestellt.

Anwendungsempfehlungen

Der Indikator wird verwendet als Indikator im Umweltstatus Sachsen.

Marginalspalte

Bild: Illustration für Umweltindikator

Umweltindikatoren von A bis Z

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Navigator Umweltstatus

Trendbewertung

Erosionsminderung

Tendenz: ohne

 

Datenaktualität

letzte Aktualisierung: 14.06.2018

verfügbare Wertebasis: 1 Jahr zurückliegend

Indikator-Anwendung

Dieser Indikator wird angewendet bei der Bewertung von:

Schutzgut

Nutzer

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