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Gesetzliche Grundlagen

Lärm durch Sportanlagen (Sportanlagenlärmschutzverordnung)

Bei der Errichtung und dem Betrieb von Sportanlagen gelten die Immissionsrichtwerte aus der Sportanlagenlärmschutzverordnung (18. BImSchV). Diese sind zulässige Grenzwerte für die Geräuschimmissionen von Sportanlagen zu den verschiedenen Tages- und Nachtzeiten. Eingeschlossen sind dabei Nebenanlagen wie Parkplätze sowie die Zeiten des An- und Abfahrtsverkehrs.

Immissionsrichtwerte für verschiedene Gebietskategorien

Gebietskategorie Immissionsrichtwerte der 18. BImSchV [Angabe als A-bewerteter Schalldruckpegel in Dezibel, kurz dB(A)]
Tag außerhalb der Ruhezeiten Tag innerhalb der Ruhezeiten Nacht
Gewerbegebiete 65 60 50
Kerngebiete, Dorfgebiete, Mischgebiete 60 55 45
allgemeine Wohngebiete, Kleinsiedlungsgebiete 55 50 40
reine Wohngebiete 50 45 35
Kurgebiete, Krankenhäuser und Pflegeanstalten 45 45 35

Tages-, Ruhe- und Nachtzeiten
Beginn und Dauer von Tages-, Ruhe- und Nachtzeiten sind genau festgelegt:

Tag Tagzeit Ruhezeit Nachtzeit
Werktage 6.00 – 22.00 Uhr 6.00 – 8.00 Uhr
20.00 – 22.00 Uhr
22.00 – 6.00 Uhr
Sonn- und Feiertage 7.00 – 22.00 Uhr 7.00 – 9.00 Uhr
13.00 – 15.00 Uhr
20.00 – 22.00 Uhr
22.00 – 7.00 Uhr

Für Anlagen, die vor Inkrafttreten der Verordnung genehmigt oder errichtet wurden (das heißt vor 1991) oder die der Durchführung des Schul- oder Hochschulsports dienen, sieht die Verordnung höhere Werte beziehungsweise Erleichterungen beim Betrieb derartiger Anlagen vor.

Freizeitlärm (Freizeitlärmrichtlinie)

Grundlage zur Beurteilung der Geräusche durch Freizeitanlagen ist im Freistaat Sachsen der Anhang B (Freizeitlärmrichtlinie) der vom Länderausschuss für Immissionsschutz (LAI) erarbeiteten Musterverwaltungsvorschrift zur Ermittlung, Beurteilung und Verminderung von Geräuschimmissionen. Die darin verankerten Immissionsrichtwerte entsprechen im Wesentlichen den oben genannten Immissionsrichtwerten der 18. BImSchV.

Darüber hinaus sieht die Freizeitlärmrichtlinie noch einen Immissionsrichtwert für Industriegebiete in Höhe von 70 dB(A) am Tag, während der Nacht und während der Ruhezeiten vor.

Trotz identischer Immissionsrichtwerte werden grundsätzlich an den Betrieb von Freizeitanlagen schärfere Anforderungen gestellt, als an Sportanlagen, denen aufgrund ihres Zweckes ein gewisser »sozialer Bonus« zugestanden wird (zum Beispiel über eine großzügigere Regelung bei »seltenen Ereignissen«, Ruhezeitregelung auch an Sonn- und Feiertagen sowie Unterschiede bei der Bewertung der Messgrößen).

Schwierigkeiten und Einschränkungen bei der Beurteilung

Oftmals gestaltet sich in der Praxis die Abgrenzung zwischen Sportanlage und Freizeiteinrichtung schwierig, da die jeweiligen Nutzungen nicht immer eindeutig einer der beiden Kategorien zugeordnet werden können. Hingegen müssen Geräuschimmissionen von Kinderspielplätzen auf Grund ihrer sozialen Relevanz in der Regel von den Betroffenen hingenommen werden.

Marginalspalte

Bild: Lärm durch menschliche Aktivitäten, hier: Flugzeuglärm

Gesetzestexte