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Wirkung von Lärm auf den Menschen

Als Lärm wird derjenige Schall bezeichnet, der das körperliche, seelische und soziale Wohlbefinden von Menschen beeinträchtigt. Das Lärmempfinden ist subjektiv und von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich und Lärmbelastungen können vielfältige physische und psychische Wirkungen haben. Man unterscheidet bei den Lärmwirkungen zwischen Wirkungen auf das Gehör und Wirkungen auf den Gesamtorganismus.
Irreversibel geschädigte Innenohr-Haarzellen

Irreversibel geschädigte Innenohr-Haarzellen (Quelle: Ising, Kruppa)

Ausschlaggebend für die gesundheitlichen Folgen von Lärmeinwirkungen sind:

  • Schalldruckpegel
  • Einwirkdauer und -häufigkeit
  • Frequenzzusammensetzung

Wirkung auf das Gehör:
Schalleinwirkungen verursachen erst bei sehr hohen Pegeln direkte körperliche Schäden (zum Beispiel Knalltrauma oder akute Gehörschädigungen). Dies geschieht bei Pegeln, die über der Schmerzschwelle des Ohres, das heißt oberhalb von 130 dB(A) liegen. In solchen Fällen spricht man von auralen, das heißt direkt auf das Gehör wirkenden, Geräuschbelastungen. Zu den auralen Wirkungen gehören aber auch chronische Belastungen bei Pegeln ab 85 dB(A), die bei Einwirkungen über längere Zeiträume Lärmschwerhörigkeit verursachen können. Es gilt, je höher der einwirkende Geräuschpegel, um so kürzer die Zeit bis sich ein solcher chronischer Gehörschaden einstellen kann.

Wirkungen auf den Gesamtorganismus:
Auch weniger laute Geräusche können zu Beeinträchtigungen des Wohlbefindens bis hin zu Erkrankungen führen. Während der Betroffene die Belästigungswirkung unmittelbar spürt, sind die gesundheitlichen Folgen des Lärms oft nicht direkt zuzuordnen. Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf chronische Geräuschbelastungen. Hierbei sind die gesundheitlichen Auswirkungen auch abhängig vom subjektiven Lärmempfinden. So wirkt sich Lärm beispielsweise während Schlaf, Entspannung und Kommunikation bei gleicher Intensität wesentlich stärker aus als während körperlicher Arbeit. Solche Auswirkungen auf den Organismus bezeichnet man auch als extra-aurale Wirkungen.

Gesundheitliche Risiken chronischer Lärmbelastung

  • Lärmschwerhörigkeit bei längerer Belastung mit Pegeln ab 85 dB(A),
  • verringerte Konzentrationsfähigkeit und verminderte Qualität der Nachtruhe,
  • Stress, da Lärm als Stressfaktor auf den menschlichen Organismus wirkt, unabhängig davon, ob der Mensch schläft oder wacht (bei negativer Grundeinstellung zum einwirkenden Geräusch erhöht sich die Stressbelastung durch den subjektiv empfundenen Ärger),
  • beschleunigte Alterung des Herz-Kreislaufsystems durch chronische Lärmbelastung,
  • erhöhtes Herzinfarktrisiko bei chronischen Belastungen über 65 dB (A),
  • erhöhtes Risiko, an Bluthochdruck zu erkranken, bei dauerhaftem nächtlichem Geräuschpegel über 55 dB(A).

Bei allen genannten negativen Auswirkungen auf die Gesundheit ist das Risiko einer Erkrankung um so größer, je höher der Geräuschpegel ist. Die chronischen Wirkungen auf den Organismus erfolgen in der Regel über im Körper ablaufende Stressreaktionen, die selbst während des Schlafes nicht vermieden werden können. Daher kann eine positive oder neutrale innere Einstellung zur Geräuschquelle die negativen Effekte zwar nicht vollständig vermeiden, sie jedoch durchaus vermindern.

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Bild: Lärm durch menschliche Aktivitäten, hier: Flugzeuglärm

Ansprechpartner

Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft

Referat 52: Gebietsbezogener Immissionsschutz, Klimaschutz

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 52: Anlagenbezogener Immissionsschutz, Lärm