1. Navigation
  2. Inhalt
  3. Herausgeber
Inhalt

Umgebungslärmrichtlinie

Mit der Verabschiedung der Richtlinie 2002/49/EG über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm verfolgt die Europäische Union das langfristige Ziel, schädlichen Umgebungslärm zu vermeiden, ihm vorzubeugen oder ihn zu verringern.

Umsetzung in deutsches Recht

Die Verankerung der Umgebungslärmrichtlinie im bundesdeutschen Recht erfolgt durch den Sechsten Teil des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) - Lärmminderungsplanung. Die §§ 47a bis 47f BImSchG setzen die Vorgaben der Umgebungslärmrichtlinie zur Lärmkartierung und Lärmaktionsplanung unter Einbindung der Öffentlichkeit sowie den Schutz ruhiger Gebiete um.

Lärmkartierung und Lärmaktionsplanung

Die Umgebungslärmrichtlinie schreibt vor, dass die Geräuschbelastung in Ballungsräumen, an Hauptverkehrsstraßen, an Haupteisenbahnstrecken sowie in der Umgebung von Großflughäfen in Lärmkarten zu dokumentieren ist.

  • Seit 2012 sind jeweils bis zum 30. Juni des maßgeblichen Jahres Lärmkarten für Ballungsräume ab 100.000 Einwohnern, Hauptverkehrsstraßen ab 3 Millionen Kfz/Jahr und Haupteisenbahnstrecken ab 30.000 Zügen/Jahr sowie Großflughäfen mit mehr als 50.000 Flugbewegungen pro Jahr zu erstellen. Erster Stichtag war hier der 30. Juni 2012. Basierend auf diesem Termin erfolgt eine Wiederholung und Aktualisierung der Kartierung alle fünf Jahre. Nächster Stichtag für die Lärmkartierung ist der 30. Juni 2017.
  • In einer ersten Umsetzungsstufe waren erstmalig im Jahr 2007 bis zum 30. Juni 2007 die Lärmbelastungen für Ballungsräume mit mehr als 250.000 Einwohnern, für Hauptverkehrsstraßen mit einer Verkehrsbelastung von mehr als 6 Millionen Kraftfahrzeugen pro Jahr, für Haupteisenbahnstrecken mit mehr als 60.000 Zügen pro Jahr und für Flughäfen mit mehr als 50.000 Flugbewegungen pro Jahr zu kartieren.

Im Anschluss an die Lärmkartierung müssen Lärmprobleme und Lärmauswirkungen durch Lärmaktionspläne angegangen werden. In diesen Lärmaktionsplänen sind durch die Gemeinden geeignete Maßnahmen zur kurz-, mittel- und langfristigen Verminderung der Geräuschbelastung festzuschreiben. Ebenso wie die Lärmkarten sind auch die Lärmaktionspläne mindestens in einem Turnus von fünf Jahren zu überprüfen und fortzuschreiben. Derzeit existieren für Sachsen rund 30 solcher Aktionspläne bzw. sind noch in Bearbeitung.

Sowohl die Aufstellung der Lärmkarten als auch die Erarbeitung von Aktionsplänen erfolgt unter Information beziehungsweise Beteiligung der Öffentlichkeit.

 

Quelle Mitteilungen an die EU Lärmkarten bis Lärmaktions- pläne bis
Ballungsräume
> 100.000 Einwohner Juni 2015* 30. Juni 2017* 18. Juli 2018*
Hauptverkehrsstraßen
> 3 Mio. KfZ/Jahr Juni 2015* 30. Juni 2017* 18. Juli 2018*
Haupteisenbahnstrecken
> 30.000 Züge/Jahr Juni 2015* 30. Juni 2017* 18. Juli 2018*
Großflughäfen
> 50.000 Flug-bewegungen/Jahr Juni 2015* 30. Juni 2017* 18. Juli 2018*

 

*: Wiederholung im Turnus von 5 Jahren
Tabelle: gesetzliche Fristen der EU-Umgebungslärmrichtlinie

 

 

Lärmkarte (Auszug) - Beispiel (Quelle: LfULG)

Visualsisierung der Geräuschbelastung in einer Lärmkarte - Beispiel (Quelle: LfULG)

Lärmkartierung 2017

Gemäß den Vorgaben des § 47 c BImSchG ist der Stichtag für die nächste turnusmäßige Lärmkartierung der 30. Juni 2017. Bis zu diesem Termin sind durch die zuständigen Gemeinden die Lärmkarten für Ballungsräume, für kartierungspflichtige Hauptverkehrsstraßen sowie Großflughäfen zu erstellen. Vorhandene Lärmkarten aus der letzten Kartierungsrunde sind mindestens qualitativ zu überprüfen, zu aktualisieren und bei Bedarf zu überarbeiten.

Von der Lärmkartierung 2017 sind in Sachsen in kommunaler Zuständigkeit betroffen:

  • die drei Ballungsräume Chemnitz, Dresden und Leipzig
  • insgesamt 1.580 km Hauptverkehrsstraße in 215 Städten und Gemeinden
  • der Flughafen Leipzig/Halle

Darüber hinaus erfolgt in Verantwortung des Eisenbahn-Bundesamtes die Lärmkartierung der in Sachsen gelegenen kartierungspflichtigen Haupteisenbahnstrecken. Dies umfasst einen Gleislänge von rund 550 km.

Zur Unterstützung wird den Anrainerkommunen von Hauptverkehrsstraßen wie bereits 2012 eine zentrale Lärmkartierung unter Federführung des LfULG angeboten. Zu diesem Zweck wurde ein Rahmenvertrag zwischen Sächsischem Städte- und Gemeindetag und LfULG geschlossen, dem 185 Gemeinden beitreten sind. Gegen Zahlung einer streckenbezogenen Umlage übernimmt das LfULG die Vorbereitung, Ausschreibung und fachliche Begleitung der Lärmkartierung 2017. Die übrigen Gemeinden sowie die Ballungsräume kartieren ihre Hauptverkehrsstraßen in eigener Verantwortung.

Ergebnisse der Lärmkartierung 2012

Im Rahmen der Lärmkartierung 2012 wurden im Freistaat Sachsen Lärmkarten für die drei Ballungsräume Dresden, Leipzig und Chemnitz, für den Großflughafen Leipzig/Halle sowie für rund 1.450 Kilometer Hauptverkehrsstraße außerhalb der Ballungsräume auf dem Gebiet von seinerzeit 220 Gemeinden erstellt. Die Lärmkartierung von rund 600 km Haupteisenbahnstrecken in Sachsen erfolgte in Verantwortung des Eisenbahn-Bundesamtes und wurde Ende 2014 veröffentlicht.

Unter Beibehaltung der kommunalen Zuständigkeit wurde 2012 erstmals eine landeszentrale Lärmkartierung unter Federführung des LfULG angeboten, von der rund 90 % der Gemeinden Gebrauch gemacht haben. Die drei Ballungsräume sowie die übrigen Kommunen haben die Lärmkartierung selbst beauftragt. Erwartungsgemäß wurden in den Ballungsräumen die höchsten Belastetenzahlen ermittelt. Für den Straßenverkehr sind die Hauptbrennpunkte nicht im Einwirkbereich der Autobahnen verortet, sondern vielmehr an innerstädtischen Hauptstraßen mit hohem Verkehrsaufkommen und teils sehr geringen Abständen zur Bebauung. Die Belastung durch den Schienenverkehrslärm ist zwar insgesamt geringer, aber in den Gemeinden entlang der Haupteisenbahnstrecken zum Teil sehr hoch.  Zu den Lärmkarten für den Straßen-, Flug- und Schienenverkehr gelangen Sie über die Navigationsbox auf der rechten Seite.

Die Ergebnisse der Lärmkartierung dienen der Information der Öffentlichkeit und bilden eine wichtige Grundlage für die sich ebenfalls in kommunaler Zuständigkeit anschließende Lärmaktionsplanung.

Marginalspalte

Bild: Lärm durch menschliche Aktivitäten, hier: Flugzeuglärm

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 52: Anlagenbezogener Immissionsschutz, Lärm

Lärmkarten - Straßen- und Flugverkehr

  • Zur interaktiven Karte
    Umsetzung der EU-Umgebungslärmrichtlinie im Freistaat Sachsen - Veröffentlichung der Lärmkarten

Lärmkarten - Eisenbahnstrecken

Wegweiser

Ohne Lärm besser hören