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Straßenverkehr

Straßenverkehr ist ein Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens. Die damit einhergehenden Umweltauswirkungen sind jedoch erheblich. Neben anderen verkehrsbedingten Umweltauswirkungen ist der Straßenverkehr die Hauptursache einer flächenhaften Lärmbelastung unserer Bevölkerung. Laut Berechnungen des Umweltbundesamtes sind durch Straßenverkehr knapp 50 % der deutschen Bevölkerung tagsüber Geräuschpegeln von über 55 dB(A) ausgesetzt.

Auch für den Freistaat Sachsen bestätigen Untersuchungen des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie diesen bundesweiten Trend. Hier sind mehr als eine halbe Million Menschen sowohl tagsüber als auch nachts Geräuschpegeln über 65 beziehungsweise 55 dB(A) ausgesetzt. Ab diesen Werten ist die Gesundheit gefährdet. Beeinträchtigungen des physischen und sozialen Wohlbefindens durch derartige Lärmbelastung sind zu erwarten, das Risiko von Herz- Kreislauferkrankungen steigt ebenso wie das Bluthochdruckrisiko signifikant an.

Der Verkehrszuwachs auf den sächsischen Straßen hat sich in den letzten Jahren verlangsamt. Jedoch muss dieser Effekt differenziert betrachtet werden. Während das Verkehrsaufkommen in den ländlichen Gebieten aufgrund des Bevölkerungsrückgangs abnimmt, steigt der Verkehr auf den Transitstrecken - und hier insbesondere auf den Autobahnen - weiterhin an. Insbesondere für den Schwerlastverkehr wird ein weiterer Zuwachs prognostiziert. Im Durchschnitt wurde für das Jahr 2015 durch die Sächsische Straßenbauverwaltung pro Tag außerhalb geschlossener Ortschaften folgendes Fahrzeugaufkommen auf den verschiedenen Straßenkategorien des Freistaates ermittelt:

 

Straßenkategorie durchschnittliche Verkehrsmenge pro Tag davon LKW
Bundesautobahnen ~45.300 ca. 17 %
Bundesstraßen ~6.800 ca. 9 %
Staatsstraßen ~3.100 ca. 7 %

 

Verkehrsleistung auf den verschiedenen Straßenkategorien in Sachsen (Quelle: SMWA)

 

Vertiefende Informationen

  • Lärmquellen
    Die Motorgeräusche moderner Kraftfahrzeuge sind zwar deutlich leiser geworden, beim PKW wird der Pegel jedoch bereits ab einer Geschwindigkeit von 30-40 km/h vom Rollgeräusch der Reifen dominiert.
  • Ermittlung der Geräuschbelastung
    Die Geräuschbelastung einer Straße kann durch Messungen nicht plausibel ermittelt werden. Stattdessen wird die Geräuschbelastung einer Straße rechnerisch bestimmt, unter Berücksichtigung einer Vielzahl von Eingangsgrößen.
  • Lärmvorsorge
    Die Verkehrslärmschutzverordnung schreibt beim Neubau und der wesentlichen Änderung von Straßen Grenzwerte für die Lärmbelastung vor
  • Lärmsanierung
    Betroffene an bestehenden Straßen haben zwar keinen Rechtsanspruch auf Schutz vor Lärmbelastung durch Straßenverkehr, allerdings finanzieren Bund, Länder und Gemeinden freiwillige Schutzmaßnahmen.
  • Individuelle Lärmschutzmaßnahmen
    Jeder Autofahrer oder Fahrzeughalter hat durch sein individuelles Verhalten und den technischen Zustand seines Fahrzeugs Einfluss auf die Verkehrslärmbelastung.

Marginalspalte

Bild: Lärm durch menschliche Aktivitäten, hier: Flugzeuglärm

Ansprechpartner bei Problemen mit Straßenverkehrslärm

Zuständig ist der jeweilige Träger der Straßenbaulast

Bei Autobahnen, Bundes- und Staatsstraßen:

Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV)

Ausnahmen:
Die Baulast für Bundesstraßen liegt in Städten ab 80.000 Einwohnern und die Baulast für Staatsstraßen in Städten über 30.000 Einwohnern in kommunaler Hand.

Bei kommunalen Straßen:
lokale Gemeinde- oder Stadtverwaltung (Tiefbau- oder Umweltamt) für Gemeindestraßen bzw. Landkreis für Kreisstraßen