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Verkehrslärm

Die Erfordernisse unserer modernen Industriegesellschaft führen zu einer stetigen Zunahme der Verkehrsströme. Neben dem Transport von Waren und Gütern tragen längere Arbeitswege und ein verändertes Freizeit- und Mobilitätsverhalten zu hohem Verkehrsaufkommen auf Straße, Schiene und in der Luft bei. Die Kehrseite umfassender Mobilität sind erhebliche Beeinträchtigungen unserer Umwelt. Verkehrslärm ist inzwischen allgegenwärtig. Eine erhebliche Zahl von Betroffenen ist dabei Lärmpegeln ausgesetzt, die als deutliche Beeinträchtigung der Lebensqualität wahrgenommen werden und bei denen auf lange Sicht das Risiko von gesundheitlichen Beeinträchtigungen steigt.

Laut einer regelmäßig vom Umweltbundesamt beauftragten repräsentativen Umfrage besitzt der Straßenverkehr aufgrund seiner flächenhaften Verbreitung das höchste Belästigungspotenzial. Rund 54% der Bevölkerung fühlten sich 2014 in ihrem Wohnumfeld durch Straßenverkehr gestört oder belästigt. Zwar liegen diese Zahlen mit rund 21% für Flug- und 17% für Bahnverkehr deutlich niedriger, aber auch daraus resultieren teils erhebliche Betroffenheiten. Insbesondere in Städten sind lärmarme »Ruhezonen« fast nicht mehr zu finden.

Impulse bei der Bekämpfung von Verkehrslärm hat die Europäische Union durch die Umgebungslärmrichtlinie gesetzt, deren Umsetzung die Problematik stärker in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung gerückt hat.

Die Grenzwerte für die freiwillige Lärmsanierung an Straßen in der Baulast des Bundes wurden im Jahr 2010 um 3 dB(A) abgesenkt. Seit 2016 finden diese abgesenkten Werte auch für den Eisenbahnverkehr auf Bundesstrecken Anwendung. Bund und Länder fördern die Erprobung und Einführung lärmschutzoptimierter Technologien und Bauweisen, wie z.B. „leise“ Fahrbahnbeläge. Deren Einbau kann die Lärmbelastung an lokalen Brennpunkten zum Teil deutlich absenken. Dennoch ist eine umfassende Lösung des Verkehrslärmproblems derzeit nicht abzusehen. Eine deutliche und flächendeckende Minderung der Verkehrslärmbelastung bedarf einer gesamtgesellschaftlichen Anstrengung und ist nur langfristig möglich. Notwendig ist das Mitwirken alle Akteure – sowohl auf politischer, behördlicher Ebene als auch der Lärmverursacher und –betroffenen selbst. Unstrittig ist, dass eine leisere Umwelt nicht nur die Betroffenen entlastet, sondern eine höhere Lebensqualität für die Städte und Gemeinden und damit auch erhebliche ökonomische Vorteile in sich birgt.

Themen

Der Straßenverkehr ist der Hauptverursacher von Verkehrslärmbelastungen. Zwar sind moderne Fahrzeuge deutlich leiser, aber aufgrund des gestiegenen Verkehrsaufkommens, höherem LKW-Verkehr und dem Trend zu breiten Reifen tritt keine spürbare Entlastungswirkung für die Betroffenen ein.

Die Bahn ist ein umweltfreundliches Verkehrsmittel. Allerdings gehen insbesondere von Güterzügen beträchtliche Geräuschemissionen aus. Programme zur Minderung der Lärmimmissionen sollen langfristig die Belastung verringern.

Im Freistaat Sachsen befinden sich zwei Verkehrsflughäfen und 24 weitere Verkehrslandeplätze. Eine stärkere Belastung durch Fluglärm ist zwar nur in der näheren Umgebung dieser Flughäfen zu verzeichnen, insbesondere nächtlicher Flugverkehr führt bei den Betroffenen jedoch zu erheblichen Belästigungsreaktionen.